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Studie: Europa – 'ein Magnet für Geringqualifizierte' [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 20. Juni 2008   

Vor dem Hintergrund, dass die Globalisierung zunehmend Druck auf die europäische Wirtschaft ausübt, diskutierten Unternehmensvertreter während einer Konferenz in Frankreich die besten Möglichkeiten, wie die Wettbewerbsfähigkeit der EU gewahrt werden kann. Ein entscheidender Aspekt ist hierbei, höher qualifizierte Arbeiter aus dem Ausland anzuwerben. EurActiv Frankreich berichtet.

Hintergrund:

Europäische Unternehmen sind zunehmenden enttäuscht über den mangelhaften Fortschritt der Gespräche der Welthandelsorganisation (WTO) – der so genannten Doha-Runde (EurActiv vom 27. Mai 2008). Zu den wichtigsten Aspekten, die den Fortschritt einer Verbesserung des Marktzugangs für Industriegüter und Dienstleistungen aufhalten, zählen Agrarsubventionen und Zölle für Agrarprodukte. Doch ist ein Vorankommen wichtig, wenn in Europa gesunde Wachstumsraten trotz des zunehmenden Wettbewerbs aus China und Indien aufrechterhalten werden sollen.

Eine Konferenz, die von der französischen Arbeitgeberorganisation MEDEF organisiert wurde, fand am 16. Juni 2008 statt und brachte Vertreter französischer und europäischer Unternehmen zusammen, um über die Lösung des Problems der Wettbewerbsfähigkeit Europas zu diskutieren. 

Die Ergebnisse einer StudiePdf external , die von dem in Washington ansässigen Center for Transatlantic Relations im Auftrag der Amerikanischen Handelskammer bei der Europäischen Union (AmCham EU) durchgeführt wurde, trägt den Titel „Le Mondialisation et l’Europe: La France face à la Mondialisation“ (deutsch: Die Globalisierung und Europa: Frankreich und die Globalisierung). Die Ergebnisse wurden unter anderem während der Konferenz diskutiert, bei der EurActiv Medienpartner war. Die Konferenz wurde von Christophe Leclercq, dem Gründer von EurActiv.com, moderiert.

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Weitere Nachrichten:

Jährlich wandern etwa eine Million Menschen nach Europa ein, so eine StudiePdf external des Center for Transatlantic Relations, die während der Konferenz diskutiert wurde. Die Studie beinhaltet eine Analyse der Auswirkungen der Globalisierung auf Migration nach Europa und insbesondere nach Frankreich.

Die breite Mehrheit der Einwanderer, die aus Entwicklungsländern in die EU kommen, ist nur wenig qualifiziert (85%), so die Studie. Hochqualifizierte Arbeiter wanderten in die USA aus, wo sie 55% der ausländischen Arbeitskraft ausmachten; in Europa sind es nur 5%.

Die französische Regierung hat Einwanderung zu einem der zentralen Themen ihrer EU-Ratspräsidentschaft gemacht; Bedenken über illegale Einwanderung stehen dabei weit oben auf der politischen Agenda. Globalisierung habe konkrete wirtschaftliche Vorteile, für Bürger seien diese jedoch nicht ohne weiteres wahrzunehmen, doch die Nachteile seien für sie offensichtlich, sagte Daniel Hamilton, der Verfasser der Studie und Professor an der John Hopkins University in Washington.

Die Franzosen werden sich für die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Einwanderungspolitik einsetzen, während sie das Steuer der EU in der Hand haben. Dies wird auch eine EU-‚Blue Card’ beinhalten, um mehr hochqualifizierte Arbeiter zur Einwanderung nach Europa anzuregen (siehe LinksDossier).

Positionen:

Es werde immer Gewinner und Verlierer der Globalisierung geben, doch hat letztere viel für Europa und insbesondere für Frankreich gebracht, sagte Daniel Hamilton, der Verfasser der Studie des Center for Transatlantic Relations und Professor an der John Hopkins University in Washington. Wenn die Bürger weiterhin die Globalisierung unterstützen sollten, müsse gleichzeitig ein Sozialsystem entwickelt werden, das sie vor selbiger schütze, fügte er hinzu.

Hamilton forderte Frankreich auf, kleine und mittlere Unternehmen stärker zu unterstützen und mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem Weltmarkt zu verbessern. 

Pierre Nanterme, Vorsitzender der Wirtschaftsabteilung der französischen Arbeitgeberorganisation MEDEF, beschrieb Europa als einen „Gewinn für Frankreich“. Er sagte, wenn Frankreich wettbewerbsfähiger wäre, könne das Land eine der größten Volkswirtschaften Europas werden.

Frédéric Sanchez, der Vorsitzende der Abteilung für Internationales der Organisation, sagte, die Globalisierung sei eine „Chance“, kein „Risiko“. Er betonte die Wichtigkeit, dass die Doha-Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wird.

Bernard Pellereau, Vorsitzender für Europa, den Nahen Osten, Afrika und Indien bei Honeywell, sagte, das Wachstum des Unternehmens hänge von seiner Fähigkeit ab, zu innovieren und neue Technologien zu entwickeln. Die entscheidende Frage sei, ob Europa in diesen Bereichen wettbewerbsfähig genug sein könne, um Investitionen herbeizuführen, erklärte er.

Ferdinando Becalli-Falco, Präsident und Vorstandsvorsitzender von General Electric, sagte, die Menschen hätten Angst vor der Globalisierung, da sie fürchteten, sie könnten in deren folge ihre Arbeitsplätze verlieren. Die Kommunikation zu diesem Thema müsse daher verbessert werden. Für Frankreich und Europa sei eines der größten Probleme die, im Vergleich zu anderen Ländern, hohen Arbeitskosten, fügte er hinzu.

Becalli-Falco forderte, dass die Zusammenarbeit zwischen Regierungen und privaten Unternehmen verbessert werden sollte, um eine verbesserte technologische Ausbildung in Europa sicherzustellen.

Pierre Brousse, der Präsident des französischen Bauunternehmens Bonna Sabla, sagte, sein Unternehmen sei in allen 27 EU-Mitgliedstaaten aktiv, aber weniger als 30% der Arbeiter befänden sich in Frankreich, da die Gewinne im Ausland viel höher seien. Im Hinblick auf die negative Wahrnehmung der Globalisierung seitens der französischen Bürger erklärte Brousse, es sei schwierig für eine Regierung, gleichzeitig die Interessen der Bürger und der Unternehmen zu vertreten.

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