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Stellenangebot registrierenDie europäische Strategie zur Abfallbewirtschaftung ist bislang recht fragmentarisch (zwölf Richtlinien seit den 1970er Jahren) und unwirksam gewesen. Die von der Kommission vorgeschlagene thematische Abfallstrategie (21. Dezember 2005) dahingegen errichtet einen Rahmen für eine umfassende Überprüfung der EU-Abfallpolitik, die auf Abfallvermeidung und Recycling basieren soll.
Es gibt bereits eine Vielzahl an Richtlinien, die sich mit bestimmten „Abfallaufkommen“ beschäftigen. Sie betreffen Vorschriften zu Gebrauchtwagen, Schrott von Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE), Altbatterien, Klärschlamm und Verpackungsmüll.
Trotz dieser Anstrengungen ist die EU zunehmend mit Problemen bezüglich des Abfallmanagements konfrontiert:
2005 legte die Kommission ihre neue Themenstrategie zu Müllvermeidung und –Recycling vor (EurActiv vom 21. Dezember 2005), in welcher der Vorschlag für eine neue EU- Richtlinie über Müll ein tragendes Element bildet. Bei dem Text handelt es sich um eine Überarbeitung und Aktualisierung der bestehenden Gesetzgebung innerhalb eines einzigen umfassenden Rahmens.
Die ursprünglichen Pläne der Kommission für eine thematische Abfallstrategie (2003) waren in vier „Bausteine“ gegliedert:
Die „Thematische Strategie zu Abfallvermeidung und Recycling“ der Kommission, die am 21. Dezember 2005 vorgelegt wurde, beruht auf einem neuen Ansatz, der den gesamten Lebenszyklus der Produkte einbezieht. Es müsse der Ansatz für Abfall modernisiert werden, man benötige neue Politiken um Müll zu vermeiden und es müsse ein solider Markt für Recycling aufgebaut werden, sagte Dimas.
Als erster Schritt wurde eine überbearbeitete EU-Abfall-Rahmenrichtlinie (KOM (2005) 667 endgültig
) dem Rat und dem Parlament zur Abstimmung übergeben. Der neue Richtlinienentwurf fasst die bestehenden Richtlinien über Sondermüll zusammen und hebt die Altölrichtlinie auf, die nun als veraltet angesehen wird. Dies sind die Hauptelemente der vorgeschlagenen neuen Strategie:
Das Europäische Umweltbüro (EUB) zeigte sich betroffen angesichts der Defizite der Strategie sowohl hinsichtlich ihrer Ambitionen und als auch ihres Inhalts. Der verabschiedeten Abfallstrategie mangele es an Elementen zum adäquaten Umgang in Fragen der Abfallvermeidung und Ressourcenverwendung, sagte der Generalsekretär des EUB, John Hontelez. Laut dem EUB fehle es dem Vorschlag an Klarheit in Hinsicht auf die fünf Prinzipien der Abfallhierarchie – Vorsorge, Wiederverwertung, Recycling, Energiegewinnung und Lagerung. Kritisch für den europäischen Umweltverband ist auch, dass das Packet den bestehenden Ansatz zu Abfallketten vernachlässige, bei den Produzenten mit in die Verantwortung genommen würden, zugunsten eines komplexeren Materialansatzes, bei dem die Produzentenverantwortlichkeit nicht einbezogen werden könne. Auch sehe man den gefährlichen Trend, dass die Kommission sich von einer harmonisierten EU-Politik zum Abfallmanagement hinbewege zu einer Deharmonisierung und Renationalisierung, sagte Melissa Shinn, die Verantwortliche des EEB für Abfall und Ressourcen.
Die “Recycling-Koalition” – eine Gruppe von Interessenvertretern aus der Umweltbranche und verschiedenen Sektoren, die von der Förderung von Recyclingmaßnahmen betroffen sind – reagierte auf die vorgeschlagene überarbeitete Richtlinie für Abfall (KOM (2005) 667 endgültig) im April 2006. Auch wenn sie generell das Bestreben der EU, eine „Recycling-Gesellschaft“ werden zu wollen, begrüße, bedaure sie das Fehlen einer klaren Definition von Recycling sowie eine „Abfallhierarchie“, die Recycling über die Energiegewinnung stelle. Die „Recycling-Koalition“ fordert EU-weit harmonisierte Zielvorgaben zum Recycling und eine Bewertung von Recyclingmaßnahmen aufgrund der Ergebnisse anstatt der Methoden.