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20. November 2008
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Bedenken zur Kennzeichnung umweltfreundlicheren Verbrauchs [DE][en][fr

Erschienen: Montag 25. Februar 2008   

Kennzeichnungssysteme, welche die Präferenzen der Verbraucher auf ökologisch freundlichere Güter verlagern sollen, seien bisher nur begrenzt effektiv gewesen und müssten zusammen mit anderen Maßnahmen eingesetzt werden. Diesen Standpunkt vertreten Experten, die das Thema während einer jüngsten Podiumsdiskussion in Brüssel diskutierten.

Bisher hätten Nischenmärkte für umweltfreundlichere Waren nur wenige Nebenwirkungen auf den breiteren Einzelhandel gezeigt, so Jim Murray, der ehemalige Direktor de Europäischen Verbraucherorganisation BEUC.

Murray debattierte diesen Aspekt mit anderen Diskussionsteilnehmern während der Sitzung des Europäischen Wirtschaftsgipfels (EBS) am 22. Februar 2008 in Brüssel. Murray sagte, Systeme wie das Umweltzeicheexternal der EU seien „enttäuschend“ in Hinblick auf deren Einfluss auf das Kaufverhalten gewesen.

Eine Ausuferung umweltpolitischer Behauptungen, die „bedeutungslos“ geworden seien, hätte die Verbraucher verwirrt, so Murray.

Bedenken über eine übermäßige Verwendung verschiedener Kennzeichen wurden ebenfalls von Roland Vaxelaire der Carrefour Group geäußert. Vaxelaire sagte, Unternehmen bräuchten mehr Unterstützung, um die Preise für umweltfreundlichere Waren senken zu können. Während Kennzeichen wichtig seien, sollten sie bei Verbrauchern keine Verwirrung stiften oder bei ihnen Schuldgefühle hervorrufen.

Die EU sollte „die Erfahrung vermeiden, die sie im Ernährungssektors gesammelt hat“, sagte Vaxelaire. Er verwies hierbei auf einen fortwährenden Streit um  neue EU-Regelungen für Lebensmittelkennzeichnungen (EurActiv vom 31. Januar 2008).

Die Kommission plant derzeit – als Teil ihres neuen Aktionsplans für Nachhaltigkeit in Verbrauch und Produktion – eine Überarbeitung und mögliche Ausweitung des Umweltzeichensystems. Der Aktionsplan wird für Mitte April 2008 erwartet (EurActiv vom 21. Februar 2008). 

Gianni Ciserani von Proctor & Gamble sagte dem Publikum: „Verbraucher wollen alles“. Er sagte, umweltfreundliche Verbrauchsmuster seien unmöglich, solange Produkte nicht gleichzeitig eine bessere Leistung, sowie einen angemessenen Wert, eine erinnerungswürdige Erfahrung sowie Nachhaltigkeit böten.

„Wenn wir weiterhin einen Kompromiss anbieten, werden wir nicht die Veränderung im Verbraucherverhalten sehen, die wir wollen“, so Ciserani.

Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass Kennzeichnungen nützlich sein könnten, wenn sie auf einheitlichen und leicht verständlichen Kriterien beruhten, und wenn sie gemeinsam mit anderen Maßnahmen verwendet würden. Im Hinblick auf finanzielle Anreize trennten sich die Meinungen jedoch.

Murray wies darauf hin, dass Steuererleichterungen nicht den erwarteten Erfolg gebracht hätten. Er verwies auf eine StudiePdf external der britischen Sustainable Development Commission von 2006.

Erika Mink von Tetra Pak rief zu „Vorsicht” bezüglich der Nutzung von Steuerinstrumenten auf. Der ehemalige EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler sprach sich jedoch für eine höhere Besteuerung für die Verwendung von Rohstoffen und einer gleichzeitigen Senkung der Einkommenssteuer aus. Fischer sagte weiter, der Markt sollte eine wichtigere Rolle bei der Schaffung von Anreizen für sauberere Verbrauchsmuster spielen.

Während einer anderen Diskussion im Rahmen des EBS befürwortete Günther Verheugen, der für Unternehmen und Industrie zuständige Kommissar, Maßnahmen, die eher auf der Schaffung von Anreizen basierten als von vorschreibender Natur seien, um somit nachhaltigere industrielle Herstellungsformen zu fördern. Die Kommission wird neben ihrem Aktionsplan für Nachhaltigkeit in Verbrauch und Produktion einen Aktionsplan für eine nachhaltige Industriepolitik vorlegen.

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