Der britische Premier Tony Blair kündigte in seiner Auftaktrede vor dem Weltwirtschaftsforum am 26. Januar in Davos an, dass er "über den G8-Prozess eine Reihe von praktischen, vor allem auf die Technologie ausgerichteten Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes erarbeiten" wolle.
Laut Blair füchteten einige Politiker zwar, dass von ihnen verlangt würde, Rückgänge des Wirtschaftswachstums und der Lebensstandards hinzunehmen, um gegen die Klimaänderung vorzugehen, dies müsse jedoch "nicht der Fall" sein.
Unter Verweis auf die EU-Klimapolitik erklärte er, dass Treibhausgasemissionen reduziert werden könnten, ohne dass der Wirtschaft hierdurch geschadet werden würde. Das EU-Emissionshandelssystem sei eine mächtige Triebkraft für nachhaltigere Verfahren für die Energieerzeugung, die industrielle Produktion und Unternehmenstätigkeiten.
"Ich meine auch, dass wir uns viel mehr bemühen müssen, Wege zu finden, wie wir das große Spektrum von kohlenstoffarmen Technologien umsetzen können. Sauberere fossile Brennstoffe. Vermeidung von Abfall. Hier kann so viel getan werden – und häufig zu viel niedrigeren Kosten, als wir denken".
Während er eingestand, dass es schwer sein würde, dieses Vorhaben voranzutreiben, erklärte Blair, dass die Industrie- und Schwellenländer in den kommenden Monaten und Jahren zusammenarbeiten müssten, um "einen neuen Konsens" hinsichtlich der Herausforderung der Klimaveränderung zu finden. Er würde sich insbesondere auch dafür einsetzen, dass dieser auch mit den USA und China zustande kommen werde.
In Bezug auf Afrika schlug Blair eine "Verdoppelung der Hilfe" vor, damit die Millenniums-Entwicklungsziele erreicht werden könnten. Der Westen indes müsse "offene Worte zum Thema Handel finden: wir müssen unsere Märkte öffnen, unsere Subventionen kürzen - auch für umstrittene Produkte wie Baumwolle und Zucker".



