Die von Prof. Michael Grubb von der Universität Cambridge und Dr. Ottmar Edenhofer vom Potsdamer Institut für Klimafolgenerforschung angeführte Gruppe überreichte Umweltkommissar Stavros Dimas eine Erklärung, in der die EU aufgefordert wird, die Regeln des EU-ETS zu verschärfen.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kommissar Dimas und der Umweltorganisation WWF am 9. November sagte Grubb, dass die zweite Phase des Emissionshandelssystems (2008-2012) ein „Glaubwürdigkeits-Test“ für die Bestrebungen der EU sei, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.
Grubb kritisierte, dass die derzeitig vorgesehenen Allokationen für den Zeitraum 2008-2012 „unzureichend“ seien. Nach den Berechnungen der Experten müssten die Zertifikate um 10% reduziert werden, um zu gewährleisten, dass das EU-ETS mit den Zusagen der EU im Rahmen des Kyoto-Protokolls vereinbar ist.
Grubb kritisierte die deutschen Pläne, die im Endeffekt einer Subventionierung von neuen Kohlekraftwerken gleichkämen – durch die kostenlose Verteilung von CO2-Zertifikaten. Dies sei unvereinbar mit allem, was über Klimawandel bekannt sei, und stünde auch im Widerspruch zu dem Bekenntnis der deutschen Regierung zur Reduzierung der Treibhausgase, so Grubb.
Er lobte die spanischen und italienischen Allokationspläne als „seriös“ und mit den Kyoto-Zielen „vereinbar“.
Im Einklang mit den Ergebnissen des Stern-Berichts betonten die fünfzig Ökonomen, dass die Kosten für die Bekämpfung des Klimawandels wesentlich geringer sein würden als die Kosten für die durch den Klimawandel verursachten Hochwasser und Dürren und die Schaffung neuer Infrastrukturen. Die Wissenschaftler fordern:
- Striktere CO2-Emissionsgrenzen im Rahmen der zweiten Phase des Emissionshandelsystem (2008-2012), um CO2-Knappheit auf dem Markt zu schaffen und die Preise in die Höhe zu treiben;
- Versteigerung von überschüssigen Zertifikaten, um die Preise in die Höhe zu treiben, und;
- Harmonisierung des Systems, „um Wettbewerbsverzerrungen zu mindern, die durch die gegenwärtige Praxis entstehen, in der jedes Land eine andere Methode zur Zuteilung der Verschmutzungsrechte wählt“.



