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Die Kommission hat am 15. Juni 2006 einen Fünfjahresplan (2007-2013) verabschiedet, zu dessen Zielen die Verbesserung der Nachhaltigkeit im Forstmanagement und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Forstindustrie gehören.
Fakten:
Bedeutung der Wälder:
EU-Kompetenzen und politische Entwicklungen:
Angesichts der "multifunktionalen Bedeutung" der Wälder besteht eine der größten Herausforderungen der Forstpolitik in der Herstellung eines Gleichgewichts zwischen den verschiedenen Funktionen der Wälder. So könnte beispielsweise das wachsende Interesse an der Verwendung von Holz für die Herstellung von Biomasse mit dessen Nutzung durch die Holzindustrie in Konflikt geraten.
Darüber hinaus berüht die Forstpolitik zahlreiche andere Politikbereiche, u. a. die Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, die Umwelt- und Energiepolitik, Industrie- und Forschungspolitik und auch die Entwicklungs- und Außenhandelspolitik. Es ist daher wesentlich, dass zwischen die Zielsetzungen in den einzelnen Bereichen miteinander in Einklang gebracht werden.
Die Globalisierung stellt die holzverarbeitende Industrie vor zahlreiche Herausforderungen:
Der EU-Forstaktionsplan (2007-2011) soll Antworten auf diese komplexen Herausforderungen liefern und verfolgt vier Hauptziele:
Der Aktionsplan umreisst einen Rahmen für 18 'Schlüsselaktionen', die auf nationaler und europäischer Ebene umgesetzt werden sollen. Die meisten dieser Maßnahmen sind recht allgemein gehalten (etwa "Untersuchung der Auswirkungen der Globalisierung auf die wirtschaftliche Lebensfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der EU-Forstwirtschaft" oder "Verbesserung des Schutzes der Wälder in der EU"), andere sind Neuformulierungen von Aktionen, die bereits in anderen EU-Dokumenten umrissen werden (z.B. "Förderung der Verwendung von Forstbiomasse zur Energieerzeugung").
Zahlreiche Zweige der holzverarbeitenden Industrie zeigen sich besorgt über die von der EU angestrebten Förderung von Forstbiomasse:
Die Allianz zur Förderung von Getränkekartons und der Umwelt (ACE) hegt Zweifel an den geplanten Maßnahmen zur Nutzung von Waldressourcen für die Energieerzeugung. ACE mahnt, dass die Förderung nicht das wirtschaftliche Gleichgewicht stören darf, zuungunsten der anderen Rollen der Wälder. So dürfte insbesondere ihre Bedeutung für die Wahrung der biologischen Vielfalt, für den Klimaschutz und die Holz- und Papierprodukteversorgung nicht vernachlässigt werden, erklärte ACE in einer ersten Stellungnahme zu dem von der Kommission vorgelegten Aktionsplan.
Die Confederation of the European Paper Industries (CEPI), Vertreter der europäischen Papierindustrien, befürchtet ebenfalls, dass die EU die Nutzung von Wäldern für die Energieerzeugung und andere Zwecke zu sehr in den Vordergrund rückt. CEPI betont, dass der wichtige Beitrag der Wälder zu Umwelt und Wirtschaft nicht in den Hintergrund geraten darf.
Ein europäisches Verbändebündnis von COPA-COGECA (vertritt landwirtschaftliche Organisationen), CEPF (Waldbesitzer), ELO (Landbesitzer) und USSE (südeuropäische Förster) fordert die Kommission dazu auf, mehr für die Wettbewerbsfähigkeit der Forstwirtschaft zu tun. Unter anderem empfehlen die Verbände die Förderung der Holzverwendung in der Energiepolitik und die Abschaffung von Hindernissen für die Nutzung von Holz und Kork.
Das Forest and the European Union Resource Network (FERN) kritisierte, dass die 18 vorgeschlagenen Schlüsselaktionen zu vage ausfallen. "Einige der Bereiche sind nicht einmal neu", erklärte ein Vertreter der Organisation. Außerdem wies das Netzwerk auf die Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen den wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Funktionen der Wälder hin, auf die bereits der Europäische Rechnungshof in einem Sonderbericht über Forstmaßnahmen als Teil der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums
(2004) aufmerksam gemacht hatte.