Die Kommission hat sich am 29. November 2006 zu den Nationalen Allokationsplänen der zweiten Phase des Emissionshandelssystems (2008 bis 2012) geäußert.
Umweltkommissar Stavros Dimas nannte die Entscheidung über den Alloktionsprozess der zweiten Phase einen „Glaubwürdigkeitstest für Europa“.
Er sei überzeugt, dass dieser Test bestanden wurde, sagte Dimas bei einer Pressekonferenz und fügte hinzu, dass die Entscheidung die führende Rolle der EU im Kampf gegen den Klimawandel bestätige.
Alle Allokationspläne (außer der britische) wurden auf der Grundlage abgewiesen, dass sie der Industrie zu großzügige Emissionszertifikate zugestehen würden. Dimas betonte, man wolle eine Wiederholung des Debakels vom Mai 2006 vermeiden, als die Preise für CO2 einbrachen, nachdem bekannt wurde, dass viele Zertifikate übrig waren (EurActiv 16. Mai 2006).
Die Kommission sei darauf eingestellt, dies in der zweiten Phase zu vermeiden. Knappheit sei die Voraussetzung für ein effektives Emissionshandelssystem, erklärte Dimas.
Nationale Allokationspläne: Zusammenfassung (alle Zahlen in Millionen Tonnen CO2)
| Mitgliedstaat | Obergrenze 1. Phase (2005-07) | Ausstoß 2005 |
2. Phase (2008-12) Vorgeschlagene Obergrenze |
2. Phase (2008-12) Genehmigte Obergrenze |
| Deutschland | 499 | 474 | 482 | 453,1 |
| Griechenland | 74,4 | 71,3 | 75,5 | 69,1 |
| Irland | 22,3 | 22,4 | 22,6 | 21.15 |
| Lättland | 4,6 | 2,9 | 7,7 | 3,3 |
| Litauen | 12,3 | 6,6 | 16,6 | 8,8 |
| Luxemburg | 3,4 | 2,6 | 3,95 | 2,7 |
| Malta | 2,9 | 1,98 | 2,96 | 2,1 |
| Slowakei | 30,5 | 25,2 | 41,3 | 30,9 |
| Schweden | 22,9 | 19,3 | 25,2 | 22,8 |
| Großbritannien | 245,3 | 242,4 | 246,2 | 246,2 |
Quelle: Kommission
Deutschland ist der große Verlierer der Überprüfung. Deutschland hatte seinen geplanten Ausstoß bereits von ursprünglich 482 Millionen Tonnen CO2 auf 465 reduziert, aber auch dieser Plan wurde von der Kommission abgelehnt und der jährliche deutsche Ausstoß wurde auf 453,1 Millionen Tonnen festgelegt.
Der britische Allokationsplan ist der einzige, der nicht aufgrund der Vergabe von zu vielen Zertifikaten abgewiesen wurde. Die Kommission bemängelte, dass die Liste über industrielle Anlagen nicht diejenigen in Gibraltar umfasse.
In einem Manöver in letzter Minute informierte Frankreich die Kommission am 28. November 2006 darüber, dass es seinen Allokationsplan zurückziehe, um Verbesserungen vorzunehmen. Dimas erklärte, er habe die Zusicherung bekommen, dass Frankreich den Plan innerhalb von zwei Wochen wieder einreichen werde.



