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Principal, Border Management Staff College (P5)
Stagiaire / Trainee - for the leading EU policy media
Junior Scientific and Technical Advisor
Assistant Communications & Public Affairs Departments
Stellenangebot registrierenFinnische Papierfabriken produzieren schon seit Jahren eigene Energie und einige sind beinah unabhängig durch Biomasse. Jedoch könnte das Interesse der Regierung an Bioenergie zu neuen Konkurrenten und höheren Preisen führen.
Biomasse aus Holz deckt ungefähr 20% des finnischen Energiebedarfs ab. Insgesamt machen erneuerbare Energien 22% des gesamten Energieverbrauchs und 30% des Stromverbrauchs des Landes aus, so der Handels- und Industrieminister.
Der EU-Aktionsplan für Biomasse, der im Dezember 2005 vorgelegt wurde, sieht vor, den Anteil von Biokraftstoffen von 4% auf 8% bis 2010 zu erhöhen. Dies würde dazu beitragen, die Abhängigkeit der EU von importierten Brennstoffen zu mindern und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Am 15. Juni 2006 hat die Kommission einen Fünf-Jahres-Aktionsplan vorgelegt, der darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Forstwirtschaft zu verbessern. Der Plan bemüht sich, ein Gleichgewicht zwischen den vielfältigen Funktionen des Waldes herzustellen (wirtschaftlich, ökologisch, Tourismus).
Alles deutet darauf hin, dass Bioenergien in Zukunft eine größere Rolle im finnischen Energiemix spielen werden. Aus einem Beschluss vom März 2005 geht hervor, dass die Regierung die Energieerzeugung durch Biomasse aus Holz bis 2010 verdoppeln möchte.
Der derzeitige Anteil von Biomasse am finnischen Energiemix ist bereits beeindruckend. Dieser Anteil wird beinahe ausschließlich aus Abfallprodukten der Forstwirtschaft erzeugt, wie Dicklauge und anderen industriellen Holzbrennstoffen, die von der Papierindustrie genutzt werden.
2005 wurden ca. 3 Millionen Kubikmeter Holzhackschnitzel zur Energieerzeugung genutzt und das Ziel sei die Verdopplung bis 2010, so das Land- und Forstwirtschaftsministerium.
Der größte Zuwachs in der Energieerzeugung durch Holz werde durch Holzhackschnitzel erfolgen, so Juha Kosonen, der im Osten Finnlands auf dem Gelände der StoraEnso Imatra-Werken ein kleines Kraftwerk betreibt.
Die Holzabfälle werden im Wald eingesammelt, nachdem die Baumstämme gefällt und entästet worden sind. Bisher haben sie keine zusätzlichen Kosten für die Papierindustrie verursacht.
Bis zum Sommer 2006 hätten die Papierhersteller wie StoraEnso und UPM den Grundbesitzern keine Entschädigung für das einsammeln der Holzabfälle gezahlt, so Harri Karjalainen von WWF Finnland. Dies hätte sich jedoch im Sommer 2006 geändert, als UPM ankündigte, für die Holzabfälle zahlen zu wollen und die anderen Hersteller dem Beispiel UPMs folgten.
Obgleich die Zellstoff- und Papierindustrie der Nutzung von Biomasse positiv gegenübersteht, sorgt die verstärkte Nutzung von Biomasse aus Holzfasern und –abfällen für Energieerzeugung für Unruhe. Die Ankündigung der Regierung, den Anteil der Bioenergie verdoppeln zu wollen, birgt die Gefahr höherer Kosten für Holzprodukte durch wachsenden Wettbewerb.
Wenn der Preis für Biomasse steigen würde, steige der Wettbewerb um Holzfasern, die für die Papierproduktion benutzt werden, so Harri Karjalainen vom finnischen WWF. Das Ergebnis könnte sein, dass die Holzstämme nicht mehr in die Papierfabriken gebracht würden, sondern ins Kraftwerk, wo sie verbrannt würden.
Die Industrie sei der Auffassung, dass das Holz nicht verbrannt werden sollte, wenn es für Papierherstellung oder andere Produkte genutzt werden könnte, so Anu Islander vom finnischen Verband der Forstwirtschaft. Erst wenn es für nichts anderes mehr genutzt werden könnte, sollte es verbrannt werden. Bioenergie sei ein Vorteil für alle, wenn man nicht vergesse, dass Holz in erster Linie für die Herstellung von Produkten genutzt werde.
Bei StoraEnsos Imatra-Werke decken Schwarzlauge und Rinde 90% des Brennstoffbedarfs, die übrigen 10% werden durch Erdgas (10%) abgedeckt. Die Werke produzieren 55% ihres Strombedarfs selbst, dank kleiner, eingebauter Kraftgeneratoren, die mit Biomasse betrieben werden. Die übrigen 45% beziehen sie aus dem Stromnetz.
Die Werke würden schon lange ihre eigenen Energiequellen nutzen, so Islander. Jedoch würde dieser Bereich derzeit nicht weiter ausgebaut. Innovation sei von der Nutzung von Biomasse für die Erzeugung von Biokraftstoff abhängig. Es gäbe Innovationen und Forschung im Bereich der Bioraffinerien, so Islander. Es sei eine Neuerung, die sehr wichtig werden könnte.
Die verstärkte Produktion von Biomasse wird im Allgemeinen sowohl von der Forstwirtschaft und als auch von Umweltorganisationen als eine gute Möglichkeit begrüßt. Beide weisen jedoch auch auf Herausforderungen hin.
Um die Treibhausgasemissionen zu verringern und die globale Erwärmung aufzuhalten, sollten Energiepflanzen, Forstwirtschaft mit Kurzumtrieb eingeschlossen, auf europäischer und nationaler Ebene gefördert werden, fordern der Verband der Europäischen Papierindustrie (CEPI) und der WWF in einem gemeinsamen Positionspapier. Gleichzeitig dürfe eine europäische oder nationale Förderpolitik weder die lokale Papierindustrie noch die Umwelt gefährden. Holz und Holzrückstände müssten weiter sowohl für die Verarbeitungsindustrie als auch für Energieanlagen verfügbar sein, so CEPI und WWF.
Kevin Bradely von der Allianz zur Förderung von Getränkekartons und der Umwelt (ACE), zu deren Mitgliedern auch Tetra Pak und StoraEnso zählen, stimmt dieser Auffassung zu. Eine gesteigerte Nutzung von Waldressourcen zur Energieproduktion sollte nur solange unterstützt werden, wie dadurch nicht das Gleichgewicht zu Ungunsten der anderen Funktionen eines Waldes, wie dem Schutz der Artenvielfalt, dem Aufhalten des Klimawandels und der Bereitstellung von Nachschub für Holz- und Papierprodukte verschoben würde.
Die finnische Forstwirtschaft vertritt die Meinung, dass die Entscheidung, wie Biomasse hergestellt werden soll, vor allem auf lokaler Ebene getroffen werden sollte, um so den Bedürfnissen jedes Landes gerecht werden zu können. Es sollte nach Auffassung der finnischen Forstwirtschaft keine EU-Vorschrift geben, wie viel Holz für Bioenergie genutzt werden darf. Diese Entscheidung müsse auf nationaler Ebene getroffen werden, da die Länder zu unterschiedlich seien, so Anu Islander vom Finnischen Verband der Forstwirtschaft.
Momentan würden die positiven Entwicklungen die negativen Aspekte der Entwicklung von Biomasse überwiegen, so Harri Karjalainen von WWF Finnland. Er warnt aber auch vor den möglichen negativen langfristigen Einflüssen auf die Umwelt. Es bestehe die Gefahr, dass zu viel und zu systematische Abholzung die natürlichen Nährstoffe des Waldes zerstöre und dieser Verlust mit Düngemittel ausgeglichen werden müsse. Diese Praxis sei in Finnland noch nicht üblich.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Einfluss sehr beschränkt oder sogar bedeutungslos sei, führt Karjalainen weiter aus. Jedoch seien noch keine empirischen Daten über die langfristigen Auswirkungen verfügbar. Es handele sich um etwas neues, worin noch keine Erfahrungen vorhanden seien, weswegen alle Schritte genau überwacht werden müssten.