Während er dem Europaparlament ein „Memorandum für ein Welt-Wasserprotokoll” vorstellte, sagte Mikhail Gorbatschow, dass die Einbeziehung von Wasser in globale Klimaverhandlungen höchste Priorität haben solle.
Wasser sei ohne Zweifel ein politisches Problem, sagte Gorbatschow. Unterdessen könne die derzeitige globale Wirtschaftskrise in der Tat als Katalysator für eine Neuordnung dienen, die in der Lage sei, das alte untragbare Model der Entwicklung zu ersetzen.
Gorbatschow verlangte eindeutige politische Maßnahmen und rief Regierungen dazu auf, die Vereinten Nationen unterstützten, das Recht auf Zugang zu Wasser als eins der wichtigsten Menschenrechte zu verankern.
Da internationale Organisationen über keine wirkliche globale Regierungsgewalt verfügten, sollten diese Themen auf dem G20-Gipfel im April besprochen werden, argumentiert er. Die Welt brauche eine neue Methode sich weiterzuentwickeln und eine neue politische Struktur, schlussfolgerte Gorbatschow.
Das gestern veröffentlichte Memorandum legt dar, dass die globale Wasserkrise tief greifende strukturelle Veränderungen des Wirtschaftssystems und der Lebensweise der Menschen erfordere.
Das Dokument ruft zu einem weltweiten politischen Paradigmenwechsel im Hinblick auf Wasser und zur Einführung eines Weltwasserplans auf. Dieser solle unter anderem enthalten:
- Das allgemeine Recht auf Zugang zu Wasser und Hygiene
- Die Anerkennung der allgemeinen individuellen, sowie kollektiven Verantwortung, Wasser für zukünftige Generationen zu erhalten
Man könne die Situation nicht ohne politische Maßnahmen und die Förderung von globaler gemeinsamer Verantwortung der gemeinsamen Lebensgrundlage gegenüber, verbessern, heißt es im Memorandum, das für eine Integration des Wasserprotokolls in den Nachfolger des Kioto-Vertrags eintritt.
Das große Ziel dieses neuen Dokuments ist es, den Weg für einen neuen politischen Rahmen bereit zu machen, der in der Lage ist, den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entgegenzutreten.



