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Klimaschutz: Führungsrolle der EU verliert an Glaubwürdigkeit [DE]

Veröffentlicht 26. Juni 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Treibhausgasemissionen der EU sind im zweiten Jahr in Folge erneut gestiegen, wodurch die Vorreiterrolle der EU im globalen Kampf gegen die Klimaerwärmung geschwächt wird.

Der am 22. Juni von der Europäischen Umweltagentur veröffentlichte Jahresbericht über die Treibhausgasemissionen der EU zeigt eine Zunahme des Ausstoßes von 0,4 % - im Vorjahr war sie bereits um 1,5 % angestiegen.

Den höchsten Emissionsanstieg verzeichnen Spanien und Italien.  Deutschland, Dänemark und Frankreich konnten im Gegensatz hierzu ihre CO2-Emissionen reduzieren.  Im Vergleich zum Basisjahr des Kyoto-Protokolls (1990) hat die EU ihre Treibhausgasemissionen lediglich um 0,9 % verringern können.  Ziel der EU ist es, die Emissionen bis 2010 um 8 % zu verringern. .

Hauptursache für die Zunahme der Emissionen ist der Straßenverkehr, aber auch die Eisen- und Stahlproduktion haben das ihre dazu beigetragen.

Neben den vielen politischen Initiativen wird in dem Bericht insbesondere die negative Trendentwicklung betont. Europa müsse alle geplanten politischen Mittel ergreifen, um die angestrebte Reduktion der Treibhausgasemissionen auch wirklich zu erreichen.  Gefragt seien vor allem die Mitgliedstaaten, die sich in ihren ‚Nationalen Allokationsplänen 2008 – 2012 zu weiteren Verringerungen der Emissionen verpflichten müssten, betonte Prof. Jacqueline McGlade, Direktorin der EUA.

Die Mitgliedstaaten müssen noch vor dem 30. Juni die neuen Nationalen Allokationspläne einreichen.

Friends of the Earth sagte, dass die EU bei ihren Bemühungen, den Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls nachzukommen, schändlich von ihrem Kurs abgekommen sei.  Jan Kowalzig, Klimaschützer der Organisation sagte, dass diese Zahlen peinlicherweise zeigten, dass die Staats- und Regierungschefs der EU den Ernst der Lage bezüglich der klimatischen Veränderungen noch nicht erkannt hätten.  Die europäischen Regierungen würden hochtrabende Erklärungen zur Reduktion der umweltverschmutzenden Treibhausgase abgeben, dennoch gäben sich die Wirtschaftsminister aller erdenkliche Mühe, politische Maßnahmen, wie z.B. den Übergang zu erneuerbaren Energien, die Reduktionen der Energieverschwendung oder die Einführung von Kraftstoffverbrauchsstandards für Fahrzeuge, zu blockieren oder abzuschwächen.

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