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Klimaschutz: Rat legt ehrgeizige CO2-Reduzierungsziele fest [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 11. März 2005    | Aktualisiert: Donnerstag 2. November 2006   

In ihrer Diskussion über die EU-Klimapolitik nach 2012 konnten sich die EU-Umweltminister auf Ziele einigen, die über die Vorschläge der Kommission hinausgehen. Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen um 15-30 % und bis 2050 um 60-80 % verringert werden.

Hintergrund:

Am 9. Februar 2005 hat die Kommission ihre Vorschläge für die Klimaschutzstrategie nach 2012 vorgestellt. In ihrer Mitteilung „Strategie für eine erfolgreiche Bekämpfung der globalen Klimaänderung“ legte die Kommission keine Ziele fest, sondern konzentrierte sich vor allem auf die Herausforderung, mehr Länder (die USA und Australien sowie die Entwicklungsländer China, Brasilien und Indien) für den globalen Klimaschutz zu gewinnen und zusätzliche Sektoren (Luftfahrt und Seeverkehr) in die Strategie aufzunehmen (siehe EurActiv 10 Febr. 2005).

Weitere Nachrichten:

Die Umweltminister der EU-Mitgliedstaaten gingen über die Vorschläge der Kommission hinaus, indem sie ehrgeizige Ziele für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen festsetzten. Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 um 15 bis 30 % und bis 2050 um 60 bis 80 % reduziert werden. Unter dem Kyoto-Protokoll hat sich die EU dazu verpflichtet, die Emissionen im Zeitraum von 2008 bis 2012 im Vergleich zum Jahr 1990 um 8 % zu verringern. 

Indessen werden die Ziele des Rates auf nicht sonderlich verpflichtende Weise formuliert: „Ohne neue Ansätze für die Differenzierung zwischen den Verhandlungspartnern in einem künftigen gerechten und flexiblen Rahmen präjudizieren zu wollen, sieht der Rat der Aussicht entgegen, mit den Verhandlungspartnern mögliche Strategien für die Erreichung der notwendigen Emissionsreduzierungen zu untersuchen. In diesem Zusammenhang sollten die Industrieländer Reduzierungen in der Größenordnung von 15 bis 30 Prozent bis 2020 und 60 bis 80 Prozent bis 2050 im Vergleich zu der im Kyoto-Protokoll vorgesehenen Berechnungsgrundlage in Erwägung ziehen“. 

Die Minister haben deutlich gemacht, dass ein globaler Ansatz erforderlich sei, der sowohl die großen Industrieländer umfasst, die Kyoto nicht ratifiziert haben, als auch die wichtigsten Schwellenländer wie China und Indien. 

Der Rat fordert die Kommission nun dazu auf, Studien über die Kosten und Vorteile (auch des Ausbleibens von Maßnahmen) fortzusetzen und sich mit den Wettbewerbsaspekten der neuen Strategie zu befassen. 

Positionen:

Greenpeace begrüßt die Entscheidung des Umweltrates. „Die Umweltminister haben Samen der Hoffnung bezüglich der langfristigen Vorreiterrolle der EU in Sachen Klimaschutz gepflanzt“, so Mahi Sideridou der Europaabteilung von Greenpeace. 

Eine unmittelbare Reaktion aus Unternehmerkreisen ist ausgeblieben. Ein Tag vor dem Ratstreffen warnte der Industrieverband UNICE  die Umweltminister jedoch vor einem Alleingang und davor, „zu diesem Zeitpunkt“ Ziele und Fahrpläne festzulegen. Weiter hieß es, „….unilaterale Verringerungen der EU könnte zu einer erheblichen CO2-Verlagerung, und daher zu Investitionsverlusten, in andere Regionen führen, die nicht ähnliche Maßnahmen ergriffen haben“, so UNICE in einer Pressemitteilung vom 9. März. 

Nächste Schritte:

Die EU-Staats- und Regierungschefs werden sich auf ihrem Frühjahrsgipfel vom 22. bis 23. März mit der Klimaschutzstrategie nach 2012 befassen.

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