In ihrem Hintergrunddokument über nachhaltige Verbrauchs- und Produktionsmuster und Industriepolitik betont die Kommission den zunehmenden Fokus auf Rohstoffe und argumentiert, dass die EU durch eine ehrgeizige industrielle und nachhaltige Konsum- und Produktionspolitik ihren Beitrag zur Lösung dieser Angelegenheiten leisten könne.
Das Papier erläutert weiterhin mehrere politische Optionen, die der EU zur Verfügung stehen; diese beinhalten eine stärkere Konzentration und eine verbesserte Zusammenarbeit von bestehenden Mechanismen wie der IPP und der Richtlinie über „umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte“.
Höhere Investitionen in die Forschung und die Schaffung von ‚Leitmärkten’, um das Wachstum in äußerst nachhaltigen Sektoren anzukurbeln, werden auch in dem Schriftstück erwähnt. Es wird erwartet, dass die Kommission im Dezember 2007 eine Mitteilung über Leitmarkt-Initiativen veröffentlicht.
Abgesehen von marktstützenden Maßnahmen wird die Kommission eventuell streng mit Herstellern verfahren. Produktpolitik könnte besser als Wettbewerbs- oder Nachhaltigkeitsinstrument eingesetzt werden. Produkte, die in den Binnenmarkt eindrängen, könnten Gegenstand anspruchsvoller aber realistischer Anforderungen werden, wie aus dem Hintergrunddokument hervorgeht. Die ‚besten Produkte’ sollten außerdem als Richtwerte genutzt werden, heißt es weiter.
In diesem Zusammenhang werden neue Bezeichnungsschemata, die die bereits existierenden Schemata ersetzen oder verbessern sollen, wie beispielsweise das ‚Öko-Label’ oder der ‚Energy-Star’, von der Kommission als Mittel angesehen, die Nachfrage hin zu den nachhaltigsten Produkten zu verlagern.
Stavros Dimas, der EU-Kommissar für Umwelt, dessen Direktorat das Dossier über nachhaltige Verbrauchs- und Produktionsmuster beaufsichtigt, schrieb am 15. Oktober 2007 in seinem Blog, dass ein neues CO2-Label eine zu berücksichtigende Option sei. Wenn es eine große Nachfrage nach der CO2-Etikettierung gebe, werde dies einer der Aspekte sein, den er weiterverfolgen werde, sagte er. Allerdings fügte er hinzu, dass man dafür sorgen müsse, dass die Verbraucher darauf vertrauen könnten, dass die Etiketten ‚die ganze Wahrheit’ sagten und nicht nur benutzt würden, um Produkten ein ‚grünes Image’ zu verleihen.
Die Konsultationen über nachhaltige Verbrauchs- und Produktionsmuster sowie eine nachhaltige Industriepolitik wurden am 23. September 2007 beendet. Die Aktionspläne der Kommission sollen vor Jahresende erscheinen, könnten aber bis Anfang 2008 aufgeschoben werden. Die Kommission will Reaktionen zu ihrem Aktionsplan berücksichtigen, bevor sie vor Ende 2008 konkrete Gesetze für dieses Dossier entwerfen werde.



