Als die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer sowie Russlands am 6. Juli in Gleneagles ankamen, wurden sie nicht nur von dem Protest von Anti-Globalisierungsaktivisten begrüßt. Sie mussten sich auch der Kritik des britischen Oberhauses stellen.
Die Lords haben ihnen einen Bericht unterbreitet, in dem sie behaupten, die Ziele des Kyoto-Protokolls der Vereinten Nationen könnten nicht verwirklicht werden und die Kostenschätzungen hinsichtlich der Erfüllung der britischen Klimaverpflichtungen seien „überoptimistisch“.
Die traditionell konservativen Lords schreiben in ihrem Bericht: „Wir sind besorgt darüber, dass die britische Energie- und Klimapolitik scheinbar auf zweifelhaften Annahmen bezüglich der Rolle erneuerbarer Energieträger und der Energieeffizienz basiert und dass die Höhe der Kosten, die für Großbritannien entstehen, unzureichend dokumentiert ist“. Die Lords drängen die britische Regierung, Belege für die Kostenschätzungen zu erbringen und verstärkt das Finanz- und Wirtschaftsministerium einzubeziehen. Dem britischen Ministerium für Umwelt, Ernährung und Angelegenheiten des ländlichen Raums solle eine geringere Rolle zukommen.
Außerdem ziehen die Lords die Objektivität der Vereinten Nationen bezüglich der wissenschaftlichen Grundlage ihrer Klimaeinschätzungen in Zweifel. Die Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über Klimawandel (IPCC) sei „scheinbar von politischen Erwägungen beeinflusst“ worden. Sie empfehlen der britischen Regierung daher, sich für einen Kurswechsel innerhalb der Sachverständigengruppe einzusetzen.
Andere Elemente, auf die der Bericht aufmerksam macht:
- „Mit der globalen Erwärmung sind auch positive Aspekte verbunden und dies wird von der IPCC scheinbar vernachlässigt“.
- "Da die Erwärmung weitergehen wird […] ist ein ausgewogener Ansatz im Hinblick auf die relativen Vorteile von Anpassung und Eindämmung erforderlich; Anpassungsmaßnahmen sollten weitaus mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden“.
In Bezug auf die Frage, was nach Kyoto geschehen soll, bestehen die Lords auf folgendes: „Wir befürchten, dass die internationalen Verhandlungen über die Eindämmung des Klimawandels aufgrund der großen Aufmerksamkeit, die der Festlegung von Emissionszielen geschenkt wird, wirkungslos sein werden.“
Die britische Regierung solle bei der Untersuchung klimapolitischer Alternativen nach 2012 eine Führungsrolle übernehmen, „unter Umständen auf Grundlage von Technologie-Abkommen und der Verbreitung von Technologien“.



