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Umweltminister fordern Verringerung des CO2-Ausstoßes von Flugzeugen [DE]

Veröffentlicht 05. Dezember 2005 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Angesichts der klimaschädlichen Auswirkungen des Luftverkehrs haben die EU-Umweltminister die Kommission aufgefordert, "bis Ende 2006" konkrete Vorschläge zur Aufnahme des Sektors in den EU-Emissionshandel vorzulegen.

Am 2. Dezember stimmten die EU-Umweltminister dem Vorschlag zur Aufnahme als „besten Weg nach vorn“, was die Verringerung des CO2-Ausstoßes anbelangt, zu und forderten die Kommission auf, „bis Ende 2006“ einen konkreten Vorschlag zur Aufnahme des Luftverkehrs in den CO2-Emissionshandel der EU (EU-ETS) vorzulegen. 

Um sicherzustellen, dass er „sowohl ökologisch sinnvoll als auch wirtschaftlich effizient“ ist, soll der Vorschlag von einer ausführlichen Folgenabschätzung zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen begleitet werden. Unter anderem sollen Daten zum relativen Marktanteil europäischer Fluggesellschaften mit Konkurrenten aus Drittländern verglichen werden. 

Die Minister haben desweiteren verlauten lassen, dass sie es vorzögen, dass die Kürzungen für die Fluggesellschaften gelten würden, und nicht, wie von einigen vorgeschlagen, für Flughäfen oder Flugzeughersteller. Sämtliche Flugzeuge, die von EU-Flughäfen aus starten (d.h. internationale und Binnenflüge), sollen umfasst werden. „Sowohl die CO2-bezogenen als auch andere Auswirkungen des Luftverkehrs sollten im höchstmöglichen Umfang angegangen werden“, erklärten die Minister. 

Eine von der Kommission ins Leben gerufene Arbeitsgruppe, der auch Flugindustrievertreter angehören, wird sich nun mit praktischen und technischen Einzelheiten des bevorstehenden Gesetzesvorschlags befassen.

Stellungnahmen: 

Im August legte die Kommission Schätzungen vor, wonach die Aufnahme des Sektors in den EU-ETS den Preis von Flugtickets (für Hin- und Rückflug) um mehr als neun Euro erhöhen würde (EurActiv, 1. August 2005). 

Der Internationale Verband der Verkehrsluftfahrt (IACA) hat die Kommission am 1. Dezember gemahnt, die finanziellen Folgen der Aufnahme in den EU-ETS „nicht zu unterschätzen“. Der Emissionshandel sollte laut einer Erklärung von IACA „lediglich ein Element“ einer breit angelegten Strategie zur Verringerung der negativen Auswirkungen des Flugverkehrs auf das globale Klima sein. „Verbesserungen bei Technologie, Infrastruktur und operationellen Praktiken sollten wirtschaftlichen Maßnahmen vorausgehen“, betont IACA. 

Eine Vertreterin der US-amerikanischen Bundesbehörde für Flugverkehr (Federal Aviation Administration , FAA), Sharon Pinketon, sagte auf ihrem Besuch in Brüssel am 30. November, dass US-Unternehmen von dem EU-ETS ausgenommen sein sollten. 

Flugzeugemissionen sollten in der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) behandelt werden. „Wir haben immer noch […] grundlegende Fragen bezüglich des Emissionshandels – der Wissenschaftlichkeit, des Bedarfs an derartigen Systemen, ihrer Legalität und der Ungewissheit der Auswirkungen“, sagte sie. 

„Während ich die Dringlichkeit und das Gefühl, dass wir jetzt etwas in Europa unternehmen müssen, verstehe, habe ich an diejenigen, mit denen ich mich getroffen habe, appelliert […], dass die Maßnahme eine Maßnahme sein sollte, von der hauptsächlich Europa betroffen ist“, sagte Pinkerton.

Nächste Schritte: 
  • Erste Hälfte 2006: Die zuständige Arbeitsgruppe wird ihren Bericht vorlegen.
  • Ende 2006: Kommission wird ihren offiziellen Vorschlag vorlegen.  
  • Die Aufnahme in den EU-ETS könnte frühestens 2008 vollzogen werden. 
Hintergrund : 

Etwa die Hälfte sämtlicher CO2-Emissionen des internationalen Luftverkehrs stammt aus Europa. Angesichts dieser Tatsache hat der EU-Umweltrat erkannt, dass die EU dafür „Verantwortung trägt“, Maßnahmen zur Verringerung der klimaschädlichen Auswirkungen des Luftverkehrs zu ergreifen. 

Auf Grundlage einer im September 2005 veröffentlichten Mitteilung der Kommission, die Einzelheiten einer möglichen Aufnahme des Luftverkehrs in den Emissionshandel der EU darlegte, gab der Ministerrat grünes Licht. Eine Expertengruppe wurde damit beauftragt, den Vorschlag eingehend zu untersuchen (EurActiv, 27. September 2005).

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