GPlus, das Büros in London und Paris sowie in der belgischen Hauptstadt unterhält, sei für einen Zeitraum von vier Wochen „vorübergehend” vom Register ausgeschlossen worden, da es die Namen dreier Kunden nicht habe nennen wollen, lies Valérie Rampi, Sprecherin des Kommissars für Verwaltung und Betrugsbekämpfung Siim Kallas EurActiv wissen.
Unter den Daten, die das Beratungsunternehmen der Kommission eingereicht hat, befinden sich die Namen von 35 Kunden, darunter der russische Gaskonzern Gazprom und das US-amerikanische IT-Unternehmen Microsoft. GPlus zählt Unternehmen, Wirtschaftsverbände und Organisationen der Zivilgesellschaft zu seinem Kundenkreis.
Einige seiner Kunden wollten jedoch nicht mit in das Register aufgenommen werden. Nicht enthalten auf der Liste seien die Namen dreier Kunden, die gebeten hätten, nicht in das Register aufgenommen zu werden, sowie der Name eines Kunden, der sich selbst registriert habe. Keiner dieser Kunden mache mehr als 10% der entsprechenden Einkünfte aus, erklärte GPlus in einer Anmerkung, die dem Antrag beigelegt war.
Rampi beeilte sich zu betonen, dass die bisher einmalige Entscheidung der EU-Kommission, das Unternehmen vom Register auszuschließen, keine Sanktion darstelle und keinerlei Verstöße seitens GPlus andeute. Der Ausschluss vom Register sei lediglich Teil des Standardverfahrens für den Fall, dass ein Teilnehmer keine vollständige Liste mit den Namen aller seiner Kunden einreiche, erklärte sie.
Es müssten die gleichen Regeln für alle gelten. Eine teilweise Erfüllung der Kriterien sei keine Option, meinte die Kommissionssprecherin und fügte dann hinzu, zwei der drei besagten Kunden würden nicht mehr von GPlus vertreten.
Das Unternehmen veröffentlichte nach seinem Ausschluss vom Register der EU-Kommission letzte Woche (22. Januar 2009) eine Erklärung, in der es seine Bereitschaft erklärte, sich gemeinsam mit der Kommission aktiv um eine Lösung für dieses Problem zu bemühen. Es erklärte weiter, sein Eintrag werde in der Zwischenzeit auf seiner eigenen Internetseite veröffentlicht.
Als das Unternehmen erfahren habe, dass man von der Liste entfernt worden sei, habe man die Kommission umgehend kontaktiert. Der verantwortliche Beamte der Kommission erklärte, der Eintrag sei deshalb entfernt worden, da drei der Kunden des Unternehmens nicht mit aufgeführt gewesen seien. Diese Kunden hätten nicht im Eintrag des Unternehmens erscheinen wollen, erklärte GPlus weiter.
Man habe extrem transparent gearbeitet, sagte einer der Unternehmensgründer Peter Guilford zur Financial Times. Dann warnte er, dass die Sorgen einiger Klienten um den Datenschutz andere Unternehmen daran hindern könnten, sich ebenfalls in das Register einzutragen. Er glaube, dass diese Anomalie bei der Überarbeitung des Registers im Sommer von der EU-Kommission ausgebügelt werden müsse, meinte er.
Die Führer der Kampagne für mehr Transparenz sind unterdessen der Meinung, dass detailliertere Informationen über den Kundenkreis von Firmen im Register der Kommission bekannt gegeben werden sollten, wenn dieses tatsächlich mehr Licht auf den Lobbyismus in Brüssel werfen solle. Im Moment könne man nur mit investigativem Journalismus herausfinden, was wirklich vor sich gehe, so Jorgo Riss von Greenpeace im Namen von ALTER-EU.
Die Kommission wird im Sommer 2009 überprüfen, wie erfolgreich ihr Register in seinem ersten Jahr gewesen ist.



