EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Kommission fordert mehr Transparenz bei Agrarzuschüssen [DE]

Veröffentlicht 04. Mai 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Der Vorschlag der Kommission, künftig die Identität der Empfänger von EU-Mitteln zu enthüllen (hauptsächlich Landwirte und Fischer), könnte auf Widerstand in Mitgliedstaaten wie Frankreich führen, welches noch immer noch auf Geheimhaltung besteht.

Kommissionsvizepräsident Siim Kallas startet am Mittwoch (3. Mai) eine Debatte über die Frage, ob die Mitgliedstaaten die Identität der Empfänger der € 86,6 Milliarden, die Landwirte, Fischer und NGOs jährlich von der EU erhalten,.  

Bei der Vorstellung  seines 'Grünbuch' sagte der aus Estland stammende Verwaltungs- und Betrugsbekämpfungskommissar, dass er überrascht gewesen sei, wie wenige Informationen aufgrund bestehender ausdrücklicher Diskretionsregeln zurzeit an die Öffentlichkeit gelangen.  Informationen über die Endbegünstigen von EU-Geldern, welche gemeinsam mit den Mitgliedstaaten ausgezahlt werden, fallen derzeit in den Zuständigkeitsbereich der Mitgliedstaaten, sagte die Kommission und wies darauf hin, dass die Mitgliedstaaten entscheiden, „ob und welche Informationen veröffentlicht werden“.

Hierbei geht es um die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), welche immer noch 40 % des € 100 Milliarden umfassenden EU-Jahreshaushalts beansprucht.

Frankreich erhielt mit 22 % der gesamten GAP-Ausgaben 2004 die meisten Zuwendungen, gefolgt von Spanien (15 %) und Deutschland (14 %).  Diese Länderhaben beschlossen, keine Informationen über die Empfänger zu veröffentlichen.  Von den großen Agrarstaaten haben nur Italien (12 %) und Großbritannien (9 %) entschieden, diese Informationen zu veröffentlichen.

Stellungnahmen: 

In einer im letzten Jahr vom Centre for European Policy Studies (CEPS) veröffentlichten Analyse sieht Prof. Richard Baldwin (Graduate Institute of International Studies, Genf) eine Verbindung zwischen dem Scheitern des Verfassungsreferendums in Frankreich und der ungleichen Verteilung der Agrarzuschüsse.

Laut Baldwin erhalten 5 % der französischen Landwirte, im Allgemeinen die größten und reichsten, ein Viertel der gesamten Agrarzuschüsse für Frankreich.  Im Vergleich hierzu erhalten zwei Fünftel der französischen Landwirte, meistens die kleineren, nur 5 % der GAP-Subventionen.

Über Jahrzehnte hinweg haben französische Politiker das Bild des armen Bauern gepflegt, um letztendlich die großen Landwirte – reiche Landbesitzer und industrielle Landwirtschaften – mit hohen Subventionen zu unterstützen, sagte Baldwin.  Es sei genau diese „Wir wissen, was für Euch gut ist“-Mentalität gewesen, welche die Franzosen seiner Ansicht nach abgelehnt hätten.

Laut der ständigen französischen Vertretung in Brüssel wird die Liste der Endbegünstigen der Agrarzuschüsse aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht.  Nicolas de la Granville, Sprecher der ständigen französischen Vertretung, sagte, dass Frankreichs offizielle Stellungnahme zu dem Grünbuch in den kommenden Wochen veröffentlicht werden würde.  

Nächste Schritte: 
  • 31. August 2006 wird die öffentliche Beratung über das Grünbuch abgeschlossen  
Hintergrund : 

In einer im November letzten Jahres veröffentlichten Mitteilung schlug Verwaltungs- und Betrugsbekämpfungskommissar Siim Kallas den Start einer neuen Europäischen Transparenzinitiative vor, welche sich auf vier Bereiche konzentriert (s. EurActiv, 14. November 2005):

  • Mehr Informationen über Endbegünstigte von EU-Mitteln
  • Betrugsbekämpfung durch Sensibilisierung
  • Mehr Transparenz der Lobbytätigkeit
  • Stärkung des berufsethischen Rahmens der EU-Entscheidungsträge
More in this section

Advertising