EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Click here for EU news »
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Brüssel stellt 2020-Wirtschaftsplan für Europa vor

Druckversion
Send by email
Veröffentlicht 03. März 2010, aktualisiert 15. März 2010

José Manuel Barroso, Präsident der EU-Kommission, hat den seit langem erwarteten Zehnjahresplan für grünes Wachstum und Beschäftigung in Europa vorgestellt. Der Plan umfasst eine beschränkte Anzahl an Zielen für Bildung, Forschung und Entwicklung, Armutsbekämpfung sowie "Warnmaßnahmen" für Länder, die sie nicht erreichen.

Wenn sie umgesetzt wird, sollte die Strategie mindestens 2% Wachstum für Europa bedeuten, sagte Barroso bei der Vorstellung seiner Vorschläge in Brüssel am Mittwoch (3. März).

Jedoch sei es zu riskant, über eine bestimmte Zahl zu spekulieren, da Vorhersagen durch die derzeitige Wirtschaftskrise erschwert würden.

Eine nur leichte Konjunkturerholung sowie die haushaltspolitischen Probleme in Griechenland und anderen EU-Staaten haben in der Eurozone zu Spannungen geführt und Zweifel laut werden lassen, ob die EU mit der Wirtschaftskraft der Vereinigten Staaten und Chinas mithalten kann.

Der Portugiese betonte die Dringlichkeit, die mit der Krise einhergegangen sei und welche die skeptischeren EU-Staaten dazu bewegt habe, ihre Ablehnung einer verstärkten europäischen "Wirtschaftsregierung" abzuschwächen.

Die Lage habe sich verändert. "Wir sind abhängiger denn je voneinander. Wir brauchen eine wirtschaftspolitische Koordinierung mehr denn je", argumentierte er. Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten hätten direkte Auswirkungen auf alle anderen Mitglieder.

Das Programm, das vor seiner geplanten Annahme im Juni noch von EU-Regierungschefs auf einem Gipfel am 25.-26. März besprochen werden soll, soll vermeiden, dass die Union von 500 Millionen Menschen hinter ihren weltweiten wirtschaftlichen und politischen Rivalen zurückfällt.

Fünf Kernziele

Die Strategie legt fünf Kernziele auf EU-Ebene fest, die die Mitgliedstaaten in nationale Zielsetzungen umwandeln sollen, mit denen ihre unterschiedlichen Ausgangspunkte besser berücksichtigt werden können:

  • 75 % der Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren sollten in Arbeit stehen.
  • 3 % des BIP der EU sollten für F&E aufgewendet werden.
  • Die 20-20-20-Klimaschutz-/Energieziele sollten erreicht werden.
  • Der Anteil der Schulabbrecher sollte von derzeit 15% auf unter 10% abgesenkt werden, und mindestens 40% der jüngeren Generation sollten einen Hochschulabschluss haben.
  • Die Zahl der armutsgefährdeten Personen sollte um 25% sinken, womit 20 Millionen der derzeit 80 Millionen Betroffenen über die Armutsgrenze gehoben werden sollten.

Einige dieser Zielsetzungen, wie das F&E-Ziel von 3%, waren bereits Teil der Vorgängerstrategie, der Lissabon-Agenda. Andere Ziele wie die Ziele zum Klimaschutz sind bereits Gegenstand konkreter Gesetzgebung.

In der Strategie sei Einiges, das bereits bekannt sei, so Barroso. "Dafür entschuldigen wir uns nicht. Es würde da nicht stehen, wenn es in den vergangenen zehn Jahren richtig umgesetzt worden wäre."

Zudem wurden sieben Leitinitiativen identifiziert, wo gemeinsames Vorgehen eingeleitet wird: bei Innovation, Jugend, der digitalen Agenda, Ressourceneffizienz, Industriepolitik, Kompetenzen und Beschäftigung sowie der Armutsbekämpfung.

Verbindung zum Stabilitäts- und Wachstumspakt

Um mangelnden Leistungen der Mitgliedstaaten vorzubeugen – einer der wesentlichen Mängel der Lissabon-Agenda – schlägt die Kommission vor, die nationalen Politikprogramme zusammen mit den unter dem Stabilitäts- und Wachstumspakt angenommenen Plänen zur haushaltspolitischen Stabilisierung zu bewerten. Der Pakt begrenzt die öffentliche Verschuldung in den Ländern der Eurozone auf 3% des BIP.

Ein derartiges Vorgehen werde "Mittel und Ziele zusammenführen" und spezifischen "Länderberichten" über bestimmte Politikfelder mehr politisches Gewicht verleihen.

Der Vorschlag könnte jedoch auf den Widerstand der EU-Mitgliedstaaten stoßen. Anfang der Woche hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Brief an Barroso geschickt, in dem sie sagte, die Verbindung der Strategie mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt würde die haushaltspolitische Überwachung "unnötig politisieren" (EurActiv vom 2. März 2010).

Barroso wies diese Bedenken jedoch zurück. Es gebe keinerlei Überschneidungen, sagte er als Antwort auf Fragen über die Verbindung der Strategie zum Regelwerk der Eurozone. Laut Entwurf würden beide Verfahren getrennt voneinander bleiben, um "die Integrität des Stabilitäts- und Wachstumspakts zu wahren“.

Letztes Mal sei man etwas eingeschränkt gewesen, so Barroso weiter. Dieses Mal müsse man daher das Problem mit beiden Händen beherzt angehen.

Politische Verwarnungen

Um die Fortschritte der Mitgliedstaaten beim Erreichen ihrer vereinbarten nationalen Zielsetzungen zu bewerten, wird die Kommission den EU-Regierungschefs jährlich einen Bericht vorlegen, über den diese auf ihrem alljährlichen Frühlingsgipfel beraten sollen.

Der Europäische Rat, der die Staats- und Regierungschefs der EU umfasst, sollte der Kommission zufolge die Lenkung der Strategie übernehmen, weil er am besten dazu geeignet sei, die Interdependenzen zwischen den Mitgliedstaaten und der EU zu steuern.

Als Teil dieses Prozesses werde die Kommission Wege vorschlagen, wie die nationalen Zielsetzungen erreicht werden könnten.

"Die Kommission wird länderspezifische Empfehlungen aussprechen. Wir werden außerdem politische Verwarnungen in Fällen unzureichender Reaktionen aussprechen. Und unsere Berichterstattung über Europa 2020 wird zeitgleich mit unserer Evaluierung des Stabilitäts- und Wachstumspakts erfolgen", sagte Barroso.

Politische Empfehlungen bestehen bereits unter dem Stabilitäts- und Wachstumspakt und haben rechtliches Gewicht. "Politische Verwarnungen" sind hingegen ein neues Instrument, das mit dem Lissabon-Vertrag eingeführt wurde (Artikel 121.4 der überarbeiteten EU-Verträge).

Jedoch bleibt abzuwarten, wie wirksam diese Verwarnungen in der Praxis bei der Beeinflussung nationaler Politik sein werden. Den überarbeiteten EU-Verträgen zufolge müssten sie zunächst die Zustimmung der Mitgliedstaaten erhalten. Damit steht und fällt ihr Gebrauch mit der Bereitschaft der EU-Regierungschefs, sich gegenseitig zu kritisieren.

"Dies ist kein Gosplan"

Ein hochrangiger EU-Beamter sagte EurActiv unter Zusicherung von Anonymität, dieser neue Mechanismus in der Europa-2020-Strategie habe in einigen Kreisen Verwunderung ausgelöst.

Zur Überraschung gebe es allerdings keinen Grund, da dies vom Lissabon-Vertrag vorgesehen sei, auch wenn vielleicht nicht jeder alle Einzelheiten des Vertrags gelesen habe. Der Beamte betonte, die EU-Regierungschefs sollten sich die Europa-2020-Strategie zu Eigen machen.

"Das hier ist kein Gosplan", sagte er. Zu Sowjetzeiten waren Gospläne die Fünfjahrespläne des Kremls, die die Republiken umsetzen und Moskau über den Umsetzungsstand Bericht erstatten mussten.

Es sei alles eine Frage des politischen Willens, so der Beamte weiter. "Und wie Gorbatschow einst sagte: Fehlender politischer Willen wird von der Geschichte bestraft."

Stellungnahmen: 

Die Fraktion der Sozialdemokraten (S&D) kritisierte den Vorschlag der Europäischen Kommission wegen seines "mangelnden Ehrgeizes".

Die Vorschläge der Kommission seien nicht grün genug, bei Beschäftigung und Soziales nicht stark genug und insgesamt nur halbherzig, so der Europaabgeordnete Stephen Hughes, S&D-Vizepräsident für Wirtschaft und Soziales.

Trotz der begrüßenswerten Verpflichtung zur Armutsbekämpfung habe sich die Kommission immer nur halbherzig für eine starke Sozialpolitik eingesetzt. Es sei klar, dass man in den kommenden Jahren eine wichtige Aufgabe vor sich habe, um sicherzustellen, dass Europa Menschen statt Märkte an erster Stelle setze.

Als Antwort auf die Strategie legte die S&D ihre eigenen Prioritäten für die europäische Wirtschaft vor. Sie setzte den Schwerpunkt auf einen grünen "New Deal", der ihnen zufolge 10 Millionen Arbeitsplätze bis 2020 schaffen könnte.

Die Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten (ALDE) begrüßte die Vorschläge der Kommission. Die vorgeschlagenen Zielsetzungen seien sowohl ehrgeizig als auch realistisch.

Jedoch brauche die Strategie "mehr Zähne", damit sie auch wirklich auf nationaler Ebene umgesetzt werde. Der Schwerpunkt von Europa 2020 treffe durchaus den richtigen Ton, sagte ALDE-Fraktionschef Guy Verhofstadt. Er sei jedoch davon überzeugt, dass die Kommission eine noch größere Führungsrolle übernehmen müsse und ihr außer Anreize auch Strafmaßnahmen zur Verfügung stehen sollten.

Das 2020-Dokument biete einige Anreize, aber neben der Möglichkeit einer Kommissionsverwarnung, die den nationalen Finanzministern nicht wirklich Angst einjagen werde, nur wenige Strafen. Er sei der Meinung, dass die Europäische Kommission und nicht der Europäische Rat am besten in der Lage sei, Zielsetzungen zu bestimmen, Fortschritte zu überwachen und Nachzügler zu benennen, weil den Mitgliedstaaten stets der politische Wille für Selbstkritik fehlen werde.

In Bezug auf die griechische Schuldenkrise sagte ALDE-Sprecherin Lena Ek, ein Schummeln durch statistische Mittel sei unannehmbar. Schummelnde Länder sollten bestraft werden. Es sei nötig, klar verbindliche Zielsetzungen festzulegen und sicherzustellen, dass die Überwachung in der Verantwortung der Kommission liege.

Die schwedische Europaabgeordnete schlug zudem die Schaffung eines Europäischen Währungsfonds vor, mit dem die Märkte im Krisenfall stabilisiert werden könnten.

Die Fraktion der Grünen im Europäischen Parlament kritisierte den Vorschlag der Kommission als "kurzsichtigen Versuch", eine Vision für 2020 zu definieren.

Das starre Festhalten der Kommission am BIP-Wachstum als treibendes Ziel für die wirtschaftliche Entwicklung stelle ein Rezept für ein wiederholtes Scheitern dar, sagten die grünen Europaabgeordneten Claude Turmes und Philippe Lamberts.

BIP-Wachstum führe nicht automatisch zu verbesserter sozialer Gerechtigkeit, besserem Umweltschutz oder einem glücklicheren Leben für die Bürger. Neue Indikatoren seien daher nötig. Insbesondere würden sie eine Zielsetzung für eine bessere Einkommensverteilung im Europa-2020-Programm einfordern.

Die Grünen kritisierten die Strategie außerdem dafür, bei nationalen Umsetzungsmaßnahmen zu schwach zu sein. Die Kommission wiederhole die Fehler der Lissabon-Strategie, indem sie ein Programm ohne anspruchsvolle Verpflichtungen vorlege. Bei wichtigen Fragen wie Ressourcen- und Energieeffizienz sowie zur Erfüllung gesellschaftlicher Zielsetzungen seien jedoch bindende Zielsetzungen nötig.

"Wir bedauern, dass Barroso dem Druck der Mitgliedstaaten nachgegeben hat und bei der wesentlichen Frage von Bedingungen für europäische Gelder zurückgerudert hat. Europäische Gelder dürfen nur dort zugesichert werden, wo ökologische und gesellschaftliche Bedingungen erfüllt sind. Die Strukturfonds der EU tragen mehr zum Klimawandel bei, als ihn zu bekämpfen. Das muss sich ändern", sagten sie.

BusinessEurope, der größte Arbeitgeberverband der EU, nannte Europa 2020 eine "nützliche Grundlage", damit Europa weltweit eine größere Rolle spielen könne. Jedoch sollten Dringlichkeit und Zielgenauigkeit verstärkt werden. Der Verband kündigte baldige Änderungsvorschläge an, um aus der Mitteilung der Kommission einen wirklichen Fahrplan für Handlungen zu machen.

In den außergewöhnlichen Umständen, in denen sich Europa heute befinde, sei eine Wachstumsstrategie die Antwort, um eine solide Europäische Union mit starken Firmen und Arbeitsplätzen für viele Menschen zu erreichen, kommentierte Philippe de Buck, Generaldirektor von BusinessEurope.

Die Brüsseler Denkfabrik European Policy Centre warf die Frage auf, ob die EU über die notwendigen Mittel verfüge, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Wenn man sich die Ziele anschaue, dann schienen sich die meisten Maßnahmen auf der Ebene der Mitgliedstaaten zu befinden. Man müsse daher abwarten, wie weit Handlungen und Bestrebungen der Mitgliedstaaten dieses Mal auseinander klaffen würden.

Das EPC warf ebenfalls die Frage auf, ob es sinnvoll sei, den Stabilitäts- und Wachstumspakt von den politischen Zielsetzungen von Europa 2020 getrennt zu halten. "Eine wichtige Frage, die bei den übergeordneten Zielen fehlt, ist die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen, da der Stabilitäts- und Wachstumspakt absichtlich getrennt von Europa 2020 gehalten wird. Dies bedeutet, dass Europa 2020 keine umfassende wirtschaftliche Reformstrategie ist. Zudem wird sie dadurch von den Erfolgen in einem anderen Politikbereich abhängig."

Tatsächlich würden die politischen Zielsetzungen von Europa 2020 größtenteils von der Situation der öffentlichen Haushalte in den Mitgliedstaaten abhängen. Der vorgeschlagene Steuerungsmechanismus sei dabei weiterhin vor allem weich, da er auf Benchmarks, Überwachung und Empfehlungen setze.

Regierungen könnten zwar zurechtgewiesen werden, wenn sie nicht die richtigen Maßnahmen einleiteten. "Haben die Mitgliedstaaten aber wirklich den Willen, dies konsequent, für alle Mitgliedstaaten gleichermaßen durchzuführen?"

Der Umweltverband WWF bemängelte den "fehlenden Ehrgeiz" bei Europa 2020. Man begrüße einige der mutigeren Elemente wie die Ressourceneffizienz. Für eine langfristige Strategie gebe es aber keine ausreichende Anleitung.

Die wirklich bedauernswerte Tatsache liege darin, dass die Strategie bei einigen der wichtigsten politischen Neuerungen, die innerhalb der nächsten Jahre anstünden, keine klare Richtung vorgebe, etwa bei der Landwirtschaft (Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik), der Fischerei (Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik) und der ländlichen Entwicklung, die im Dokument kaum erwähnt würden.

Das European Environmental Bureau (EEB), ein Netzwerk grüner NGOs, begrüßte die zentrale Bedeutung einer ressourceneffiizienteren, grüneren und wettbewerbsfähigeren Wirtschaft, einschließlich der so genannten Vorzeigeinitiativen bei Forschung und Industrie.

Jedoch bedauerte der Verband, dass es beim Klimawandel "nichts Neues" gebe, und bemängelte den sehr schwachen Verweis auf die Bedeutung vom Schutz der Artenvielfalt als Grundlage einer gesunden Wirtschaft.

Der Respekt für ökologische Grenzen, indem man Wirtschaftsaktivität ermögliche, ohne natürliche Ressourcen aufzubrauchen oder die Ökosysteme des Planeten zu belasten – dies sei der Schlüssel für eine nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen und einer nachhaltigen Wirtschaft, so WWF.

Anstatt die Umwelt auszubeuten, sollte man ihr mehr Platz einräumen.

"Europa 2020 ist eine halbherzige Antwort auf die gesellschaftlichen Probleme, vor denen die Menschen in der EU heute stehen", sagte Conny Reuter, Präsident von Social Platform. Wie bei der vorhergehenden Lissabon-Strategie auch, unter der die Ungleichheit und die Zahl der bedürftigen Beschäftigten bereits vor Beginn der Wirtschaftskrise angestiegen sei, stelle das Erreichen von Wachstum weiterhin das Mantra dar – auch wenn dieses Wachstum "intelligent, nachhaltig und sozial gerecht" sein solle.

"Wo ist die Verpflichtung zur Stärkung sozialer Sicherungssysteme und zur Schaffung von Arbeitsplätzen von hoher Qualität?", fragte er. Dies seien die wesentlichen Bestandteile, um zu gewährleisten, dass ein Wachstum auch den Menschen in der EU zugute komme.

Die Tatsache, dass die Strategie ein Ziel zur Armutsbekämpfung beinhalte, stelle für ein soziales Europa einen Durchbruch dar. Aber ohne richtige Verpflichtungen für Investitionen in öffentliche und gesellschaftliche Dienstleistungen sei unklar, wie genau das Ziel erreicht werden könne.

Andrea Benassi, Generalsekretär vom Verband für Kleinunternehmen UEAPME, begrüßte die neue Strategie. Allerdings werde es schwierig sein, die Zielsetzungen zu erreichen, wenn die Kosten, die mit der öffentlichen Verwaltung verbunden seien, nicht reduziert und deren Effizienz nicht erhöht würde.

Die Strategie EU 2020 sei den bisherigen Bemühungen, Europa mit einer langfristigen Strategie für nachhaltiges Wachstum auszustatten, haushoch überlegen. Es sei ein zusammenhängendes, umfassendes und beeindruckendes Werk, das deutlich über eine reine Zielsetzungsübung hinausgehe und nicht nur Ausführungen dazu mache, wo Europa hin müsse, sondern auch dazu, wie es dahin gelangen könne. Nie zuvor habe die Kommission so klare Aussagen darüber gemacht, wo die Engpässe seien, wie man sie beheben könne und wer dabei was tun müsse. Dies sei eine radikale Änderung der Sichtweise, die zu wirklichen Veränderungen führen könne, wenn alle Betroffenen sich wirklich am Prozess beteiligten.

Nächste Schritte: 
  • 25.-26. März 2010: EU-Gipfel soll über den übergeordneten Ansatz der Strategie und die von der Kommission vorgeschlagenen Kernziele beraten.
  • 17.-18. Juni 2010: EU-Gipfel soll weitere Einzelheiten der Strategie annehmen, darunter länderspezifische Zielsetzungen.
  • Herbst 2010: Die Mitgliedstaaten sollen Stabilitäts- und Konvergenzprogramme sowie nationale Reformprogramme vorlegen.
Hintergrund : 

Die neue EU-Strategie für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung, "Europa 2020" genannt, wird inmitten der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten vorgestellt.

Die Strategie ersetzt die im Jahr 2000 angenommene Lissabon-Agenda, die größtenteils scheiterte, die EU bis 2010 zur "weltweit dynamischsten wissensbasierten Wirtschaft" zu machen.

Die neue Agenda stellt Innovation und grünes Wachstum in den Mittelpunkt ihrer Pläne für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Zudem schlägt sie eine strengere Überwachung nationaler Reformprogramme vor, eine der größten Schwächen der Lissabon-Strategie.

Während eines Gipfels am 11. Februar bekundeten die EU-Regierungschefs ihre Zustimmung zu einem Papier des Europäischen Ratspräsidenten Herman Van Rompuy, in dem er strengere Umsetzungs- und Überwachungsverfahren für die neue Strategie forderte (EurActiv vom 11. Februar 2010).

Mehr über dieses Thema

More in this section

Advertising

Videos

Video General News

Euractiv Sidebar Video Player for use in section aware blocks.

Video General Promoted 2

Euractiv Sidebar Video Player for use in section aware blocks.

Advertising

Advertising