Der Forschung des Nationalen Statistikinstituts zufolge besuchten 93,4 Prozent der sieben- bis zehnjährigen Kinder in Bulgarien die Schule während des Schuljahrs 2009-2010. Unglücklicherweise fällt der Anteil auf 82,4 Prozent für Kinder zwischen elf und vierzehn und derzeit beenden nur 78,6 Prozent der Schüler die Oberschule – was bedeutet, dass 22 Prozent sie abbrechen.
Diese Zahlen verraten, dass Bulgarien eine echte Herausforderung bevorsteht, wenn es darum geht, das EU-Ziel zu erreichen, den Anteil der frühzeitigen Schulabbrecher bis 2020 auf weniger als zehn Prozent zu reduzieren.
Was die höhere Ausbildung angeht, befindet sich Bulgarien in guter Position, um das Ziel zu erreichen, den Anteil junger Menschen mit Universitätsabschluss bis 2020 auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen.
Im akademischen Jahr 2009-2010 besuchten 33,1 Prozent der 19- bis 23-Jährigen im Land die Universität oder anderweitige spezialisierte Hochschulen. Weitere 3,9 Prozent studierten an Colleges und 0,8 Prozent an Hochschulen, die Berufsausbildungen an Oberschulabsolventen vermitteln.
Nationale Zielsetzungen werden beschlossen
Bulgarien sei derzeit im Begriff, nationale Zielsetzungen als Mittel zur Erreichung der Ausbildungsziele der „Europa 2020“-Strategie vorzubereiten, sagte Maria Petkova, Pressesprecherin des Bulgarischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Wissenschaft, gegenüber Dnevnik.
Sofia hat vor, die nationalen Zielsetzungen und die genauen Pläne zu deren Durchsetzung im Herbst in Brüssel zu veröffentlichen.
Um beide Ziele zu erreichen, muss Bulgarien mehr in seine Bildungspolitik investieren. Der „Europa 2020“-Strategie zufolge soll jedes Land drei Prozent seines BIP in Forschung und Entwicklung (R&D) investieren.
Im Mai sagte der bulgarische Außenminister, Nikolai Mladenow, dieses Ziel könne nur teilweise erreicht werden, da das Land wahrscheinlich nur zwei Prozent seines BIP in dem Bereich ausgeben können werde. Doch werde dies auch von der Reform des R&D-Sektors und der Entwicklung der bulgarischen Wirtschaft allgemein abhängen, warnte Mladenow.
Die Schulbildung in Bulgarien ist kostenlos. Beinahe jede Universität erhält Subventionen, weswegen die Gebühren dort viel niedriger sind als in den wenigen privaten Universitäten.
Im späten Juli beschloss das bulgarische Parlament, dass die staatlichen Universitäten so genannte „bezahlte höhere Bildungsprogramme“ anbieten sollten. Das Parlament beschloss auch, dass nur fünf Prozent der Studenten an diesen nicht subventionierten Programmen teilnehmen können.
Dem bulgarischen Bildungsminister, Sergei Ignatow, zufolge würden die Gebühren nicht mehr als 1.600 bulgarische Lew betragen, umgerechnet circa 800 Euro.
Der Bildungsminister erklärte, dass das Universitätssystem des Landes veraltet sei und eine „Generalüberholung“ benötige. Die Regierung werde im Oktober ein Bewertungssystem einführen, das als Grundlage für die Verteilung der Gelder dienen werde, so Ignatov laut Reuters.




