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EU antwortet auf Obamas Ruf nach Unterstützung in Afghanistan [DE]

Veröffentlicht 23. Februar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Diplomaten erwarten, dass die EU-Außenminister ein Signal nach Washington senden werden, sie seien sowohl in zivilen Programmen, als auch im Wiederaufbau des Landes zu „qualitativ und quantitativ verbessertem“ Engagement in Afghanistan bereit.

Afghanistan ist das Top-Thema auf dem heutigen (23. Februar 2009) Rat zu Außenbeziehungen. Dies ist die erste Diskussion von EU-Chefs auf Diplomatenebene zur Situation des Landes, seit der neue US-Präsident das Amt bezogen hat. Quellen aus diplomatischen Kreisen betonten, dass die Gespräche vor dem Hintergrund stattfänden, dass Präsident Obama über die Situation in Afghanistan denke, dass sie sich verschlimmere.

Man wolle einen Prozess initiieren, der der zu Verstärkung des EU-Einsatzes führe, erklärte ein Diplomat und merkte dabei an, dass der Beitrag Europas in seiner „sanften Macht“ liege. Dazu gehörten hauptsächlich die Unterstützung der nationalen Wahlen im August und die Förderung des Polizeiprogramms in Afghanistan.  Die EU startete EUPOL Afghanistan im Juni 2007, aber eine Entscheidung, ihr Kontingent von 200 Mitgliedern auf 400 aufzustocken, wurde bisher noch nicht realisiert.

Zu den afghanischen Präsidentschaftswahlen am 20.August, wird die EU weitgehend finanzielle Unterstützung leisten, deren Summe sich auf über 200 Millionen US-Dollar bezieht, sagte eine Quelle. Die Abstimmung wird die zweite Präsidentschaftswahl des Landes sein, seitdem von den USA angeführte Angriffe im Jahr 2001, das Taliban-Regime entmachtet hatten.

Der Ausgang der Wahlen ist unklar. Obwohl der amtierende Präsident Hamid Karzai sich mit den westlichen Staaten überworfen hat, wird er dennoch als der führende Kandidat angesehen.

Auf die Frage, ob es nicht peinlich wäre, wenn die gut gemeinten Anstrengungen des Westens, eine Wahl zu organisieren, in der Wahl eines Kandidaten der Taliban resultieren würde, wich der Diplomat aus und betonte die Wichtigkeit, faire Bedingungen für eine demokratische Wahl zu schaffen.

Afghanistan werde bis August weiterhin weit oben auf der Agenda bei den Treffen hochrangiger EU-Vertreter stehen, bestätigte derweil eine andere Quelle.

Hintergrund : 

Letzten Dienstag (17. Februar 2009) hatte US-Präsident Barack Obama die Entsendung von 17.000 zusätzlichen US-Soldaten nach Afghanistan autorisiert. Darunter 12.000 Kampfeinheiten, die gegen die immer heftigere Gegenwehr der Taliban vorgehen sollen.

US-Vertreter waren seit langem frustriert über den Widerwillen der Europäer, neue langfristige Verpflichtungen in Afghanistan einzugehen. Letzten Mittwoch sagte der US-Verteidigungsminister Robert Gates, weitere Verstärkungen der Truppen in naher Zukunft seien unwahrscheinlich.

Die Regierung des neuen US-Präsidenten Obama hoffe allerdings, dass auch die NATO-Verbündeten, in deren Ländern ein Afghanistan-Einsatz unpopulär sei, entscheidende Beiträge zum zivilen Wiederaufbau des gewalterfüllten, verarmten Landes leisten werden.

Letzten Donnerstag (19. Februar 2009) trafen sich die NATO-Vertreter im polnischen Krakau, um die Sicherheitslage in Afghanistan zu diskutieren. Nach Aussage eines NATO-Sprechers, seien die europäischen Mitglieder dazu aufgerufen worden „mehr zu tun”.

Die kürzliche Schließung einer US-Basis in Kirgisien war ein Rückschlag für den Verteidigungspakt (EurActiv vom 5. Februar 2009). Die Basis hätte eine Schlüsselstellung in der Versorgung von US- und NATO-Truppen in Afghanistan spielen sollen.

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