Die USA sind daran interessiert, in der Region Unterstützung für ein überarbeitetes Raketenabwehrsystem zu finden. Die Entscheidung vom September, das System der Bush-Ära fallen zu lassen verärgerte Polen und die Tschechische Republik, auf deren Boden Teile davon installiert werden sollten. Washington zeigt sich auch bemüht die Beziehungen zu Russland zu stärken, was eine Änderung der Raketenabwehr beinhaltet.
Biden wiederholte in Bukarest während einer Reise nach Mittel- und Osteuropa, dass die Obama-Regierung kein Abkommen mit Russland abschließen wird, welches die Sicherheit jener Staaten betrifft.
„Die Zeit für Zentraleuropa gekommen ist", sagte Biden in einer Rede in der Universitätsbibliothek.
„Deshalb überlegen wir in Amerika nicht mehr, was wir für Mitteleuropa tun können, sondern was wir zusammen mit Mitteleuropa tun.”
Rumänien sowie Polen und die Tschechische Republik sind enge Verbündete der USA. Rumänien beherbergt eine kleine US-Basis und Ausbildungseinrichtungen. Das Pentagon verlagert die großen Zentren in Westeuropa aus der Zeit des Kalten Krieges zu kleineren Anlagen näher an „Hot Spots" wie im Nahen Osten. Alle drei haben Truppen in Afghanistan.
Während Bidens Besuch am Mittwoch in Polen gab Warschau bekannt, dass es bereit sei, sich am umgearbeiteten Abwehrsystem zu beteiligen, das letzten Monat in Washington vorgestellt wurde. Der Entwurf sieht see- und landbasierte Abfangsysteme vor und zielt darauf ab, einer unmittelbaren Bedrohung durch den Iran effektiver als das Bush-System zu begegnen.
Es blieb unklar welche Rolle Rumänien wenn überhaupt spielen würde. Zu die Pläne für den Schwarzmeerstaat gefragt, sagte ein mit Biden reisender hochrangiger US-Beamter zu Reportern: „Das ist eine Frage, die im Rahmen der NATO behandelt wird [...] aber nach meinem Verständnis sind Prozesse im Gange. Optionen liegen auf dem Tisch.
Von Bucharest reiste Biden nach Prag. Neben dem in Polen und der Tschechische Republik geplanten Raketenabwehrsystems, das Moskau als Neutralisierung seines Nukleararsenals betrachtete, führte auch die Osterweiterung der NATO und der EU zu vereisten Beziehungen mit Russland, die Washington nun aufzutauen versucht.
Die EU möchte engere Beziehungen mit den ehemaligen Sowjetstaaten eingehen, um Instabilität in der Region zu verhindern, die auf der Route für Gas-Importe aus Russland liegen.
„In Osteuropa kämpfen Ländern immer noch, um das Versprechen eine starke Demokratie oder eine dynamische Marktwirtschaft zu erfüllen", sagte Biden.
„Sie können Moldawien, Georgien und der Ukraine auf dem Weg zu dauerhafter Stabilität helfen. Es ist Ihre Zeit zu führen", sagte er zu osteuropäischen Staaten wie Rumänien, die nun Teil der EU sind.



