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Hahn besucht EU-Katastrophengebiete

Veröffentlicht 02. März 2010 - Aktualisiert 04. März 2010
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Der neue Kommissar für Regionalpolitik Johannes Hahn wird in den nächsten Wochen Madeira und die französische Küste besuchen, um zu versichern, dass die zerstörten Regionen EU-Hilfen aus Katastrophen-Fonds erhalten werden.

Nach den heftigen Überschwemmungen und Erdrutschen, die auf der portugiesischen Insel Madeira in den vergangenen Wochen verheerende Schäden angerichteten und mindestens 40 Todesopfer forderten, wurde die französische Atlantikküste am Wochenende von Sturmtief Xynthia hart getroffen, dem über 50 Menschen zum Opfer fielen.

Der französische Minister für europäische Angelegenheiten Pierre Lellouche traf gestern Morgen (1. März) in Brüssel zu einem persönlichen Gespräch mit Hahn zusammen. Er forderte die Mobilisierung von Mitteln des EU-Solidaritätsfonds für die von Xynthia verwüsteten französischen Regionen.

Nach dem Treffen erklärte Lellouche gegenüber Journalisten, Hahn stehe der Idee aufgeschlossen gegenüber. Der österreichische Kommissar habe zugestimmt, die Katastrophengebiete gemeinsam mit ihm zu besuchen.

Diese Hilfe werde ungemein wertvoll sein, so Lellouche weiter. Sie werde den französischen Küstengemeinden sowohl politisch als auch psychologisch das richtige Signal vermitteln. "Der Solidaritätsfonds funktioniert gut”, schloss er.

Madeira könnte bestehende EU-Mittel umlenken

Indessen wird Hahn diese Woche nach Madeira reisen, um sich selbst ein Bild der Zerstörungen zu machen und die Einzelheiten über mögliche EU-Hilfen zu klären.

Madeira untersucht bereits, ob bestehende EU-Mittel an die am schlimmsten betroffenen Gebiete umgeleitet werden können. Als periphere Region erhält die Insel bereits zusätzliche Regionalgelder. Da die meisten Mittel bereits für Infrastrukturprojekte vorgesehen sind, sollte es möglich sein, sie für den Wiederaufbau von Brücken, Straßen und Trinkwasserleitungen in den Katastrophengebieten zu verwenden.

Der Kommission zufolge kann der Solidaritätsfonds erst angerufen werden, wenn ein bestimmter Schwellenwert erreicht ist. Im Falle Portugals beträgt dieser Wert Schäden in Höhe von 958 Millionen Euro.

Ersten Schätzungen der portugiesischen Behörden zufolge würden die Schäden über diesem Schwellenwert liegen.

Allerdings können Mittel des Fonds in bestimmten Fällen auch eingesetzt werden, wenn der Schwellenwert nicht erreicht wird. Die betroffenen Gebiete haben jetzt 10 Wochen Zeit, um einen Antrag einzureichen. Lellouche wies jedoch darauf hin, dass der Solidaritätsfonds nicht für Schäden an Privatbesitz aufkommt.

Stellungnahmen: 

Von Europa werde erwartet, dass es den Ländern helfe, die am Wochenende von den schweren Stürmen heimgesucht wurden. Diese müssten der Europäischen Kommission ganz genau mitteilen, was sie benötigten, um diese Katastrophe zu überstehen, damit die europäische Solidarität so effizient wie möglich eingesetzt werden könne, so der französische konservative Europaabgeordnete Joseph Daul gestern.

Wenn die Europäische Union in Haiti effektiv gewesen sei – und dies sicherlich ebenfalls in Chile sein werde –, so sei es ebenfalls ihre Pflicht, sich um die dringlichsten Bedürfnisse derjenigen Europäer zu kümmern, die selbst von einem derart schweren Sturm betroffen seien.

Hintergrund : 

Der Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF), der 2002 eingerichtet wurde, stellt Soforthilfen für Mitgliedstaaten und Beitrittskandidaten bereit, die von einer großen Naturkatastrophe heimgesucht worden sind. Der Jahreshaushalt beträgt eine Milliarde Euro.

Seit 2002 hat die Kommission 69 Anträge für Finanzhilfen aus dem Fonds erhalten, von denen 33 zur Bewilligung von Finanzhilfen mit einem Gesamtvolumen von über 2,15 Milliarden Euro führten. Katastrophen werden als ausreichend schlimm eingestuft, wenn die direkten Kosten der Schäden über drei Milliarden Euro oder über 0,6% des Bruttonationaleinkommens des jeweiligen Mitgliedstaats betragen.

Nach den Waldbränden im Sommer 2003 hat Portugal schon einmal Hilfen des EUSF erhalten. Damals erhielt das Land 48,5 Millionen Euro.

Als eine der sieben EU-Regionen "in äußerster Randlage“ kommt Madeira in den Genuss zusätzlicher Hilfen der Kohäsionspolitik. Dieser spezielle Status wurde in den EU-Verträgen festgelegt, um die besondere geographische Lage und Abgeschiedenheit dieser Regionen zu berücksichtigen.

Frankreich erhielt 2009 Mittel in Höhe von 109 Millionen Euro, als die Region Landes von Hurrikan Klaus verwüstet wurde.

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