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MdEPs: Regionalfonds-Betrüger im Internet öffentlich benennen

Veröffentlicht 18. Juni 2010 - Aktualisiert 21. Juni 2010
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Europaabgeordnete unterstützten in dieser Woche einen Bericht, der empfiehlt, die Europäische Kommission solle die Transparenz der EU-Finanzierung verbessern. Unter anderem sollten die Namen der Menschen, die Regional- oder Kohäsionsfonds missbrauchen oder entwenden, im Internet öffentlich gemacht werden.

Der Bericht, der vom griechischen Europaabgeordneten der Grünen Michail Tremopoulos geschrieben wurde, wurde von einer enormen Mehrheit von MdEPs in der Abstimmung der Plenarsitzung in Straßburg am Dienstag (15. Juni) angenommen und wird vermutlich Stoff zum Nachdenken liefern, während die Kommission debattiert, wie Regionalpolitik nach der aktuellen Budgetperiode 2007-2013 reformiert werden kann.

Momentan gebe es zu viel Varianz im Bereich, wie Mitgliedsstaaten und regionale Gebietskörperschaften die Europäische Transparenzinitiative (ETI) interpretieren, so der Bericht, vor Allem aufgrund der „relativ losen rechtlichen Rahmenbedingungen“ bezüglich der Veröffentlichung von Daten zu EU-Fonds-Begünstigten.

Tremopoulos stellte heraus, dass eine Anzahl von positiven Schritten durch die EU-Exekutive unternommen wurde, um die Transparenz zu erhöhen und das komplexe Netz von Regionalpolitikmechanismen dem ETI anzugleichen.

Der griechische MdEP lobte beispielsweise die interaktiven Karten, die auf der Homepage der Generaldirektion für Regionalpolitik der Kommission veröffentlicht wurden, die Links zu den Listen der Begünstigten von regionalen Entwicklungs- und Kohäsionsfonds in jeder EU-Region bieten.

Er stellte außerdem hervor, dass Mitgliedsstaaten und Regionen mehr tun sollten, um die Kenntnis über diese Karten zu verstärken. Er warnte jedoch davor, dass es trotzdem „extrem schwer für interessierte Parteien bleibt, durchgehend zu verstehen, wie das Geld benutzt wird“.

Verwaltende Autoritäten stärken

Ein erster Schritt für die Lösung des Problems sei dem Bericht zufolge eine noch stärkere Detaillierung der Begünstigten und der Projekttypen, die von den Begünstigten durchgeführt werden.

Die Daten zu Begünstigten müssen sowohl in Bezug auf Inhalt und Präsentation verbessert werden, so Tremopoulos, der die Notwendigkeit aufzeigt, mehr Details zur Örtlichkeit von Projekten, eine Zusammenfassung der Aktivitäten und Beschreibung der involvierten Partner bereitzustellen.

In vielen Fällen, so der Bericht, wollten verwaltende Ämter in den Regionen die Transparenz erhöhen, doch es fehle ihnen an Mitarbeitern oder Know-how.

Wenn die Kommission von den verwaltenden Behörden fordere, ihren Bemühungen in Sachen zusätzliche Informationen und Daten gleichzuziehen, müsse Brüssel auch zusätzliche technische Unterstützung leisten, beispielsweise durch Workshops unter der Beteiligung von Kommissionsbeamten und lokalen oder regionalen Mitarbeitern, die für das Management von Strukturfonds, den Austausch von bewährten Methoden zwischen verwaltenden Behörden und der Veröffentlichung konkreter Richtlinien zuständig sind.

Benennen und beschämen

Eine interessante Innovation des Reports ist die Forderung, im Fall von nachgewiesenem Betrug in der Nutzung von EU-Fonds – ein wiederkehrendes Problem in der EU, doch insbesondere in den neuen Mitgliedsstaaten wie Bulgarien und Rumänien – die Nutzer online öffentlich bekannt zu machen.

Benennen und beschämen, „vor allem wenn ein Regierungsakteur involviert ist“, würde Tremopoulos zufolge die „hohen Standards der Glaubwürdigkeit und Verantwortung gegenüber der europäischen Öffentlichkeit“ sicherstellen.

Dem Bericht zufolge „ermöglicht die Offenlegung von EU-Fonds-Begünstigten öffentliche Beteiligung in einer bedeutsamen Debatte darüber, wie öffentliche Gelder ausgegeben werden, was essentiell für funktionierende Demokratien ist.“

Stellungnahmen: 

Der griechische Europaabgeordnete der Grünen, Michail Tremopoulos, sagte: „Ich habe diesen Bericht geschrieben, um der Europäischen Kommission alle notwendigen Instrumente und Vorschläge zur Verbesserung der Transparenz von EU-Finanzierung anzubieten. Ich hatte breite Unterstützung für die im Bericht enthaltenen Vorschläge, die Transparenz, korrekte Transaktionen und ordentliches Finanzmanagement von Steuergeldern sicherstellen würden.“

Er sagte weiter, dass „der angenommene Bericht vorschlägt, dass Transparenz als leitendes, sektor-übergreifendes Prinzip im Programmprozess der Kohäsionspolitik eingeführt werden sollte. Außerdem sollte es in der nächsten Regulierung von Strukturfonds (nach 2013) angemessenere Regeln zu Transparenz, bessere Führung, einen Warnmechanismus und Sanktionen für den Fall von Nichteinhaltung als letzten Ausweg geben.“

Er behauptete auch, dass „eines der anderen Hauptelemente des Berichts sei, dass zusätzliche essentielle Informationen bereitgestellt werden müssten, wenn die Listen der Begünstigten und die Listen der Akteure veröffentlicht werden.“ Er schloss damit ab, dass „das Europäische Parlament auch wolle, dass die Europäische Kommission die Transparenz ihrer Entscheidungen, was die EU-Finanzierung von großen Projekten angeht, verbessere.“

In einem gemeinsamen Brief aus dem Jahr 2008 an die Regionalpolitikchefs der Europäischen Kommission drückten die NROs Friends of the Earth und CEE Bankwatch ihre Besorgnis darüber aus, dass eine Anzahl von kohäsionspolitikfinanzierten Projekten umweltunfreundlich seien, und forderten die Einführung von Transparenzmaßnahmen ähnlich denen, die im Tremopoulos-Bericht ausgeführt sind.

„Wir möchten betonen, dass die Europäische Kommission überarbeitete Dokumentation zu jedem Projekt der anzeigenden Listen der Operationsprogramme veröffentlicht, die geplant sind oder potentiell finanziert werden können“, betonten sie.

Hintergrund : 

Die Kohäsionspolitik wurde mit der Annahme des Single European Act 1986 in den EU-Verträgen verankert. Sie baut auf der Idee auf, dass die Umverteilung zwischen armen und reichen Regionen in Europa notwendig sei, um die Auswirkungen größerer wirtschaftlicher Integration auszugleichen

Die Kohäsionspolitik für die Periode von 2007 bis 2013 beträgt ein Drittel des gesamten EU-Haushalts. Eine vollständige Liste der EU-Regionen und der Form von Finanzierung, die ihnen zusteht, ist hier verfügbar.

Eine Überholung der aktuellen Politik wird seit mehreren Jahren debattiert, einschließlich Forderungen vieler Akteure, die Prozesse, durch die Personen sich für die Fonds bewerben können, nicht nur zu vereinfachen, sondern auch transparenter zu gestalten.

Öffentliche Informationen über die Empfänger von EU-Fonds bereitzustellen, ist einer der Eckpfeiler der Europäischen Transparenzinitiative (ETI).

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