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Am 6. Juni 2007 wird der russische Präsident Putin zum G8-Gipfel in Heiligendamm eintreffen. Im Vorfeld hatten seine Äußerungen im Tonfall des Kalten Krieges für Entrüstung gesorgt. Putin hatte gewarnt, dass Russland seine Raketen wieder auf Europa richten werde, wenn die USA den Bau eines Raketenabwehrschildes in der Nähe der russischen Grenzen fortsetzten.
Russland erhöht seinen Druck auf den Westen im Vorfeld des G8-Gipfels, der vom 6. bis 8. Juni 2007 stattfinden wird, sowie des kommenden Treffen der Verteidigungsminister der Nato vom 14. bis 15. Juni 2007 und der Reise des US-Präsidenten George W. Bush durch verschiedene europäische Hauptstädte in diesem Monat, einschließlich Prag und Sofia. Der EU-Gipfel wird am 20. und 21. Juni 2007 stattfinden; Putin wird Bush am 1.und 2. Juli 2007 in den Vereinigten Staaten besuchen.
Putins wichtigstes Ziel betrifft den US-Vorschlag, Teile eines Raketenabwehrsystems in Polen und der Tschechischen Republik aufzubauen. Der russische Präsident, der Bush beim Gipfel treffen wird, sagte, dass Russland seine Raketen wie während des Kalten Krieges wieder auf Europa richten werde, wenn Washington weiter auf seinen Plänen bestehe, Teile des Abwehrschilde in Polen und der Tschechischen Republik aufzubauen.
Beamte des Kremls sagten, sie wollten nicht, dass dieses Thema den Gipfel dominiere. In einem offensichtlichen Versuch, zu verhindern, dass dieser Anlass zu einen Schlagabtausch über Raketenabwehr führt, folgten aus westlichen Hauptstädten lediglich verhaltene Antworten auf Putins deutliche Warnung, dass Russland seine Atomwaffen wieder auf Europa richten könne.
Viele Analysten äußerten, dass diese Drohung auf den Bedarf in Russland abgestimmt sei und gut zur militaristischen Stimmung des mächtigen Sicherheitsapparates passe.
Es wird für die G8-Staats- und Regierungschefs allerdings schwer sein, die Warnungen Putins zu ignorieren.
Das Raketenabwehrschild ist nur einer von mehreren umstrittenen Punkten, die den Ablauf stören könnten, wenn Putin auf den US-Präsidenten George W. Bush, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, den britischen Premierminister Tony Blair und die anderen Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten in Heiligendamm trifft.
Russland widersetzt sich Plänen aus dem Westen, dem Kosovo eine faktische Unabhängigkeit von Serbien einzuräumen. Putin zeigte sich entrüstet über europäische Beschuldigungen, er dränge die Demokratie zurück. Zudem streitet Russland mit Großbritannien über den Mord an dem russischen Auswanderer Alexander Litwinenko.
Andere G8-Staaten erklärten, dass sie Putin zu diesem Thema am Rande des Gipfels ansprechen würden.
Jedoch gibt es Gründe, warum die Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland und dem Westen in Heiligendamm in den Hintergrund treten könnten.
Putin wird vermutlich Anfang Juli 2007 Bush und seine Familie in Kennebunkport, Maine, treffen. Die beiden werden auch ein Gespräch unter vier Augen am Rande des Gipfels führen, aber könnten harte Verhandlungen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Zum Kosovo wollen die USA eine Abstimmung über eine Resolution zu der Zukunft der Provinz im UN-Sicherheitsrat in dieser Woche, während des Treffens der G8-Staaten. Russland deutete an, es könne von seinem Veto Gebrauch machen. Aber ohne einen festen Termin für die Abstimmung könnte dies zumindest diese Woche verhindert werden.
Der russische Präsident Wladimir Putin sagte, eine Reaktion Russlands liege nahe, wenn ein Teil des strategischen Nuklearpotentials der USA sich in Europa befinde, das laut russischen Militärexperten, Russland bedrohen werde. Putin erklärte, dass Russland in dieser Situation als nächsten Schritt neue Ziele in Europa finden werde.
Putin bezeichnete sich als den ‚natürlichen Erben von Mahatma Ghandi’, und fügte hinzu, er sei ein ‚echter und absoluter Demokrat’ - das Problem sei nur, dass er damit allein sei.
Der amerikanische Präsident George W. Bush sagte, er werde in dieser Woche am Rande des G8-Gipfels mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprechen. In seiner Botschaft an Putin werde er ’Wladimir’ beruhigen, er müsse sich vor einem Raketenabwehrschild nicht fürchten. Er werde ihn fragen, warum er bei dem Raketenabwehrschild nicht Seite an Seite mit den USA zusammenarbeiten wolle.
Geoffrey Van Orden, der konservative Europaabgeordnete und Sprecher des Ausschusses für Verteidigung, sagte, man müsse Putin deutlich erklären, dass Druck auszuüben nicht helfe. Zwischenzeitlich solle die britische Regierung ihre Bemühungen verstärken, die Möglichkeiten der britischen Energieversorgung aufzufächern und mit dem Kreml wieder zusammenzuarbeiten. Es gebe keinen besseren Anlass für eine Erneuerung der nuklearen Abschreckungsmittel Großbritanniens, so Van Orden.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy kündigte an, bei seiner Begegnung mit dem russisch Staatschef aufrichtig zu sein.