Um wirksamer gegen Terrorismus vorgehen zu können, hat die Kommission am 20.Oktober ein Bündel neuer Maßnahmen angenommen. Die erste der insgesamt vier Mitteilungen, die den Titel "Terroranschläge - Prävention, Vorsorge und Reaktion" trägt, bildet den Rahmen des neuen EU-Plans zur Bekämpfung des Terrorismus.
Energie, Kommunikation, Gesundheit, Lebens- und Verkehrsmittel gehören zu den 'kritischen Infrastrukturen', die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind. Die Verschmutzung eines Flusses oder der Angriff auf eine Atomanlage könnte desaströse Folgen haben. Ein 'Warning Information Network' (CIWIN) wird von der Kommission eingerichtet werden, um Mitgliedstaaten und Besitzern und Betreibern 'kritischer Infrastrukturen' den Informationsaustausch über gemeinsame Bedrohungen, Schwächen und angemessene Maßnahmen und Strategien zur Risikoverringerung und Verbesserung des Schutzes zu erleichtern.
Die Kommission will ein Frühwarnsystem namens 'Argus' einrichten. Es soll sämtliche spezialisierten Systeme der Kommission für Notfälle koordinieren und würde die Bereiche Lebensmittel-, Kraftwerk- und Wassersicherheit abdecken. Um betriebsfähig zu sein, wird die Kommission ein zentrales Krisenzentrum aufbauen, das Vertreter der relevanten Abteilungen der Kommission in Notfallsituationen zusammenbringen würde.
In Bezug auf die Finanzierung von Terrorismus schlägt die Kommission vor, dass der Polizei der Zugriff auf Datenbanken über Konteninhaber und Kontenvorgänge ermöglicht wird. Der unbegrenzte Zugriff auf Daten soll im Fall einer vollständigen Übereinstimmung zwischen Angaben zu einem Tatverdächtigen und Bankangaben gewährt werden, damit die Polizei einen Zusammenhang zwischen Tatverdächtigen, Geldflüssen und Finanzierungsquellen herstellen kann. Die Kommission weist auch auf die Wichtigkeit dessen hin, dass sich die Mitgliedstaaten auf gemeinsame Regeln bezüglich der Informationen, die Menschen bei Überweisungen und der Mitnahme großer Summen Bargeld über Grenzen geben müssen, einigen. Die Kommission schlägt darüber hinaus vor, dass von gemeinnützigen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen eine größere Transparenz gefordert werden könnte. Sie werde untersuchen, ob ein hohes Risiko besteht, dass gemeinnützige Einrichtungen für die Finanzierung von Terrorismus genutzt werden.
Die Kommission hat angekündigt, es werde ein "öffentlich-privater Sicherheitsdialog" mit Wirtschaftsakteuren stattfinden. Aufgrund der Wichtigkeit der Sicherheitsforschung setzt sie sich für zusätzliche Fördermittel in Höhe von 1 Milliarde Euro pro Jahr ab 2007 ein.


