Die vier wichtigsten Befunde des Berichts von EUMC sind die folgenden:
- Politiker, die Polizei und zivilgesellschaftliche Gruppen müssen erhebliche Führungsstärke unter Beweis stellen, um zu verhindern, dass ganze Bevölkerungsteile für die Taten einiger Weniger verantwortlich gemacht werden.
- Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen Vertreter muslimischer Gruppen auf allen Ebenen politischer Prozesse einbeziehen.
- Die Einstellung von Polizeidienststellen ist bei der Vorbeugung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entscheidend.
- Die EU-Mitgliedstaaten sollten Monitoring-Verfahren etablieren, um den Stand der sozialen Integration und den Umfang der Diskriminierung, von der religiöse Minderheiten betroffen sind, zu bewerten.
Frankreich und Großbritannien
Auf einer Pressekonferenz ging es indes vor allem um die Situation in Frankreich und die Lehren, die aus den Reaktionen der jeweiligen Regierungen, Polizeikräfte und Bürgergruppen in Frankreich und Großbritannien gezogen werden könnten. Beide anwesenden Sprecher des Europäischen Parlaments, Syed Kamall und Claude Moraes, vertraten die Auffassung, dass die unverzügliche Freisprechung des muslimischen Bevölkerungsteils von den Terroranschlägen in London stark dazu beigetragen hätte, Polarisierungen zu verhindern. Eine derartige Reaktion seitens französischer Behörden sei ausgeblieben.
Integration
Die Kommission hat kürzlich ein neues Maßnahmenpaket vorgestellt, das auch eine Mitteilung zum Thema Integration umfasst. Ziel ist die Ausarbeitung einer gemeinsamen EU-Integrationsstrategie für Drittstaatenangehörige, die in der EU wohnhaft sind (siehe 4. November 2005).


