Die Schlussbemerkungen des Rats für Justiz und Inneres vom 5. Dezember 2006 deuten darauf hin, dass die EU auch in Zukunft engere Partnerschaften mit Drittstaaten in der Asyl- und Einwanderungspolitik anstrebt.
Der Generalsekretär von ECRE, Bjarte Vandvik, sagte in Reaktion auf die beiden Mitteilungen „Der Gesamtansatz zur Migrationsfrage nach einem Jahr“ und „Ausbau von Grenzschutz und –verwaltung an den südlichen Seeaußengrenzen“, dass Europa eine Botschaft an Afrika schicke, die sage, ‚wenn ihr arbeiten, studieren oder mit euren Familien leben wollt, können wir reden. Wenn ihr jedoch auf der Flucht seid, bleibt die Tür verschlossen’. Europa schaffe eine Festung, deren Tore afrikanische Flughäfen und Schiffe seien. Die Menschen würden weiterhin bei dem Versuch die EU zu erreichen sterben, bis es bessere Alternativen gäbe, als die Besteigung eines kleinen Boots.
ECRE ist der Auffassung, dass Europa Schwierigkeiten bekommen werde, seine Partner davon abzuhalten, ihre Grenzen zu schließen und hilfsbedürftige Menschen abzuweisen, wenn Europa weiterhin seine Grenzen verstärke und sich nicht zu hohen Standards für Flüchtlingsschutz und Menschenrechte bekenne.
Ein globaler Ansatz zur Einwanderung müsse annehmbare Lösungen für Flüchtlinge aus Afrika beinhalten – nicht ausschließlich Rücksendungen, sondern auch lokale Integration in Gaststaaten und Wiederansiedlung der Schutzbedürftigsten in der EU. Das wichtigste sei, dass Menschen, die aus Angst vor ihrem Leben auf der Flucht wären, Asyl in Europa beantragen könnten, fügte Vandvik hinzu.
Die EU hat erst kürzlich die Kontrollen an den Seeaußengrenzen verstärkt. Die Begründung für diese Maßnahmen ist der verbesserte Schutz für Flüchtlinge und die Verhinderung von illegaler Einwanderung. Vandvik sagte, dass ECRE die Mitgliedstaaten daran erinnere, dass sie, wenn sie Boote abfingen, die Verantwortung dafür tragen würden, dass Hilfsbedürftige identifiziert würden und entsprechende Behandlung bekämen.



