Eine eigene Sitzung zu „aktivem Älterwerden“, die im Rahmen der jährlich stattfindenden Employment Week am 6. Juni 2007 abgehalten wurde, stellte die Frage, ob das aktive Altern die einzige Antwort auf den demographischen Wandel sei und ob das Konzept sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer funktioniere.
Die Sprecher während der Sitzung betonten, dass die Bürger nicht zur Arbeit gezwungen werde könnten und stellten fest, dass die kürzlich eingeführten nationalen Rechtsvorschriften gegen Alterdiskriminierung zum kleinsten gemeinsamen Nenners führen würden, da Unternehmen nur bemüht sein würden, dem Gesetzestext zu entsprechen.
Professor John Philpott, Chefökonom des CIPD (The Chartered Institute of Personnel and Development), einem Expertengremium für Menschen, die mit der Verwaltung und Entwicklung von Personen zu tun haben, sagte, aktives Älterwerden sei nicht die einzige Antwort auf den demographischen Wandel, aber es sei ein wichtiger Teil. Er fügte hinzu, das Konzept könne sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer funktionieren, wenn man die Argumente dafür liefere.
Arbeitnehmer zeigen sich noch immer zurückhaltend im Hinblick auf die Anhebung der Erwerbsquote von älteren Menschen. Philpott erklärte, da der Vorruhestand noch immer ein Verlangen der Arbeitnehmer sei, werde eine starke Lobby für aktives Älterwerden notwendig, um diesen Widerstand zu überwinden. Zudem müssten den Arbeitnehmern nicht nur die positiven Aspekte, sondern auch die negativen Aspekte des Vorruhestands erläutert werden, wie beispielsweise die Wahrscheinlichkeit eines aufgrund längerer Rentenzeiten niedrigeren Einkommens als erwartet, so Philpott.
Philpott betonte weiterhin die Notwendigkeit, dass die oftmals niedrige Zufriedenheit älterer Arbeitnehmer mit dem Arbeitsplatz in Betracht gezogen werde und entsprechende Abhilfe gefunden werden müssen. Die Unzufriedenheit resultiere oft aus der Zwangslage zu arbeiten, unflexiblen Arbeitszeiten, arbeitsbedingtem Druck oder Gesundheitsproblemen. Aktives Älterwerden für Arbeitnehmer attraktiver zu gestalten, hänge stark davon ab, was am Arbeitsplatz passiere, besonders in Hinblick auf flexibles Arbeiten sowie die Bereitstellung von betrieblicher Gesundheitsvorsorge und Bildungsmöglichkeiten.
Was die Arbeitgeber anginge, müssten Unternehmen ‚die Mythen’ über die Beschäftigungsfähigkeit älterer Menschen, deren Abwesenheitszeiten, Gesundheit, Lernfähigkeit und Produktivität überwinden, fügte Philpott hinzu. Man könne beispielsweise in die Weiterbildung älterer Menschen investieren; in einer Zeit, die durch einen schnelleren Rückgang von Fähigkeiten geprägt sei, müsse man die herkömmliche Haltung überwinden, nach der es nicht notwendig sei, in die Bildung älterer Menschen zu investieren. Er schlug vor, die Vorteile der Beschäftigung älterer Menschen zu betonen, da die Verbraucher in der Gesellschaft ebenfalls älter seien.
Man müsse definitiv das Risiko vermeiden, dass Unternehmen nur bemüht seien, den Rechtsvorschriften gegen Alterdiskriminierung zu entsprechen, schloss Philpott. Er warnte davor, Politiken des aktiven Älterwerdens zu reinen Pflichtübungen werden zu lassen.



