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Head of Unit - Corporate Services M/F (Grade AD 10)
Permanent representative in Madrid
Principal, Border Management Staff College (P5)
Stagiaire / Trainee - for the leading EU policy media
Junior Scientific and Technical Advisor
Assistant Communications & Public Affairs Departments
Stellenangebot registrierenVon einer Gesetzgebung, die auf eine Verzögerung der Rente ausgelegt ist, werden wenige Auswirkungen erwartet. Arbeitnehmer drängen auf einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt, während Unternehmen weiterhin die ältere Belegschaft entlassen.
Da Europäer länger leben und weniger Kinder bekommen, steht Europa vor der Herausforderung der ‚alternden Bevölkerung’. Dies hat ernstzunehmende Folgen für die Wirtschaft, da weniger Menschen die Kosten für Renten und Gesundheitswesen der Rentner tragen.
Die Notwendigkeit von effektiven Politiken, um Möglichkeiten für eine alternde Arbeitnehmerschaft zu fördern, ist somit zunehmend relevant geworden. In diesem Zusammenhang wird derzeit das Konzept ‚aktiven Alterns’ als eine der besten Lösungen diskutiert, um das Unterstützungsverhältnis (das Verhältnis zwischen der Zahl der Personen im arbeitsfähigen Alter und den Personen über 65 Jahren) zu erhalten, indem die Anzahl der Unterstützenden erhöht wird.
Das Konzept des aktiven Alterns bezieht sich auf die Idee, während des Älterwerdens aktiv zu bleiben durch längeres Arbeiten, späteren Ruhestand, Engagement für freiwillige Arbeit im Ruhestand und für gesunde Lebensweisen im Alter.
Die EU hat sich zwei Ziele für 2010 gesetzt, die sich auf aktives Älterwerden beziehen: Die in Stockholm festgelegte Zielvorgabe
(2001) zielt darauf ab, die durchschnittliche Beschäftigungsquote der EU von Menschen zwischen 55 und 64 Jahren um 50% zu erhöhen; die Zielvorgabe von Barcelona
(2002) legt eine schrittweise Erhöhung des tatsächlichen Durchschnittsalters, in dem Menschen aufhören zu arbeiten, um fünf Jahre fest und zögert somit den Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt auf ein höheres Alter hinaus.
Eine eigene Sitzung zu „aktivem Älterwerden“, die im Rahmen der jährlich stattfindenden Employment Week
am 6. Juni 2007 abgehalten wurde, stellte die Frage, ob das aktive Altern die einzige Antwort auf den demographischen Wandel sei und ob das Konzept sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer funktioniere.
Die Sprecher während der Sitzung betonten, dass die Bürger nicht zur Arbeit gezwungen werde könnten und stellten fest, dass die kürzlich eingeführten nationalen Rechtsvorschriften gegen Alterdiskriminierung zum kleinsten gemeinsamen Nenners führen würden, da Unternehmen nur bemüht sein würden, dem Gesetzestext zu entsprechen.
Professor John Philpott, Chefökonom des CIPD (The Chartered Institute of Personnel and Development), einem Expertengremium für Menschen, die mit der Verwaltung und Entwicklung von Personen zu tun haben, sagte, aktives Älterwerden sei nicht die einzige Antwort auf den demographischen Wandel, aber es sei ein wichtiger Teil. Er fügte hinzu, das Konzept könne sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer funktionieren, wenn man die Argumente dafür liefere.
Arbeitnehmer zeigen sich noch immer zurückhaltend im Hinblick auf die Anhebung der Erwerbsquote von älteren Menschen. Philpott erklärte, da der Vorruhestand noch immer ein Verlangen der Arbeitnehmer sei, werde eine starke Lobby für aktives Älterwerden notwendig, um diesen Widerstand zu überwinden. Zudem müssten den Arbeitnehmern nicht nur die positiven Aspekte, sondern auch die negativen Aspekte des Vorruhestands erläutert werden, wie beispielsweise die Wahrscheinlichkeit eines aufgrund längerer Rentenzeiten niedrigeren Einkommens als erwartet, so Philpott.
Philpott betonte weiterhin die Notwendigkeit, dass die oftmals niedrige Zufriedenheit älterer Arbeitnehmer mit dem Arbeitsplatz in Betracht gezogen werde und entsprechende Abhilfe gefunden werden müssen. Die Unzufriedenheit resultiere oft aus der Zwangslage zu arbeiten, unflexiblen Arbeitszeiten, arbeitsbedingtem Druck oder Gesundheitsproblemen. Aktives Älterwerden für Arbeitnehmer attraktiver zu gestalten, hänge stark davon ab, was am Arbeitsplatz passiere, besonders in Hinblick auf flexibles Arbeiten sowie die Bereitstellung von betrieblicher Gesundheitsvorsorge und Bildungsmöglichkeiten.
Was die Arbeitgeber anginge, müssten Unternehmen ‚die Mythen’ über die Beschäftigungsfähigkeit älterer Menschen, deren Abwesenheitszeiten, Gesundheit, Lernfähigkeit und Produktivität überwinden, fügte Philpott hinzu. Man könne beispielsweise in die Weiterbildung älterer Menschen investieren; in einer Zeit, die durch einen schnelleren Rückgang von Fähigkeiten geprägt sei, müsse man die herkömmliche Haltung überwinden, nach der es nicht notwendig sei, in die Bildung älterer Menschen zu investieren. Er schlug vor, die Vorteile der Beschäftigung älterer Menschen zu betonen, da die Verbraucher in der Gesellschaft ebenfalls älter seien.
Man müsse definitiv das Risiko vermeiden, dass Unternehmen nur bemüht seien, den Rechtsvorschriften gegen Alterdiskriminierung zu entsprechen, schloss Philpott. Er warnte davor, Politiken des aktiven Älterwerdens zu reinen Pflichtübungen werden zu lassen.
Dr. Elizabeth Metheneous, Vizepräsidentin der European Older People’s Platform (Europäische Plattform älterer Menschen, AGE), sagte, dass eine Gesetzgebung notwenig sei, aber keine ausreichende Basis darstelle, um zu aktivem Älterwerden zu ermutigen. Man müsse auf Arbeitsbedingungen und flexible Arbeitszeiten achten und älteren Menschen - nicht nur finanzielle - Anreize bieten, um im Arbeitsleben zu verbleiben. Schließlich könne man aber niemanden zwingen, zu arbeiten, da es sich dabei um eine individuelle Entscheidung handele.
Mirko Sporket, Wissenschaftler am Institut für Gerontologie (Deutschland), stellte “Best-Practice”-Methoden für Politiken vor, welche die Teilnahme am Arbeitsleben und der Produktivität der älteren Bevölkerung fördern sollen. Ein gutes Vorgehen bestehe in Maßnahmen, die Altersschranken bekämpften und Altersvielfalt förderten, sagte er und führte Beispiele für Maßnahmen und Politiken zur Entwicklung von Karrieren, Wiederbeschäftigung, dem Ausstieg aus dem Arbeitsleben und dem Übergang zum Altersruhestand an.
Laut Sporket zeigten verschiedene Studien, dass Unternehmensinitiativen zur Förderung aktiven Alterns sich als erfolgreich erwiesen hätten. Insgesamt hätten die verschiedenen Ansätze zu einem Nutzen für die Arbeitnehmer in Hinsicht einer stabileren Arbeitssituation und einer bessere Arbeitsmarktfähigkeit geführt, sowie den Arbeitgebern zu gesteigerter Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit verholfen. Dank der ergriffenen Maßnahmen hätten die Unternehmen sogar erhöhte Innovationskapazitäten beobachtet, sagte Sporket. Er fügte hinzu, dass die Unternehmen damit über eine Geschäftsstrategie für den Wissenserhalt verfügten. Zudem sei das Älterwerden zu einer Unternehmenskultur und einer Frage sozialer Verantwortung geworden.
Für Unternehmenspositionen zum Altern siehe den Artikel von EurActiv.com zur Diskussion während des Europäischen Wirtschaftsgipfels im März 2007.
Die wichtigsten politischen Herausforderungen in Bezug auf das Älterwerden bestünden darin, dass das Unterstützungsverhältnis (Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter im Verhältnis zu Menschen von über 65 Jahren) durch die Erhöhung der Zahl der Unterstützer tragbar bleibe, so Professor John Philpott. Er ist der Chefökonom beim Chartered Institute of Personnel and Development (Institut für Personal und Entwicklung, CIPD). Die kürzlich eingeführten Rechtsvorschriften gegen Alterdiskriminierung im Vereinigten Königreich hätten bisher keinen bedeutsamen und beobachtbaren Effekt gezeigt, so Philpott.
Steigende Geburtenzahlen, die Einwanderung, das Sparen in Vorbereitung auf das Alter oder eine Anhebung des Rentenalters könnten helfen, die Situation zu verbessern, jedoch gebe es dabei immer einen Haken: kurzfristige Auswirkungen auf einen geringen Altersquotienten und auch Einwanderer alterten, vermehrtes Sparen könne das Wirtschaftswachstum stören und ein höheres Rentenalter werde das Problem geringer Erwerbstätigkeit nicht lösen, so Philpott. Dagegen könnten steigende Erwerbsquoten helfen, solange der Widerstand der Arbeitgeber und der Gesellschaft überwunden werde und positive Argumente für das aktive Älterwerden sowohl für Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer geliefert würden.
Die Menschen lebten gesünder und länger. Die Frage sei, wie sie sich auf die 20 Jahre nach ihrem Renteneintritt vorbereiten könnten, sagte Harry Gray, Direktor des NW Emeritus College. Man müsse die Menschen befähigen, neue Modelle für ihre Lebensorganisation zu entwickeln und die richtige Lebensbalance zu finden.
Die Europäische Stiftung zu Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) nennt eine Reihe von Maßnahmen für Strategien für die alternde Bevölkerung: Regierungen sollten aktive Arbeitsmarktpolitiken entwickeln, um die Integration älterer Arbeitnehmer zum Beispiel durch einen leichteren Zugang zum lebenslangem Lernen und durch die Verbesserung der Dienstleistungen auf dem Arbeitsmarkt. Bewusstseinsbildende Maßnahmen zum Älterwerden sollten für Personalabteilungen, Manager und andere wichtige Personalgruppen eingeführt werden; Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten und Auszeiten von der Arbeit sollten ausgeweitet werden; ältere Arbeitgeber sollten selbst in die Diskussion über Altersschranken und Möglichkeiten, diese zu überwinden, eingebunden werden; Gewerkschaften sollten in Kollektivabsprachen Anwerbe- und Ausbildungsmaßnahmen einschließen; ein größerer Austausch von Wissen und Erfahrung über die Beziehung zwischen Alter und Beschäftigung und die Umsetzung von „Best-Practice“-Methoden solle gefördert werden.
Die Webseite der Stiftung bietet eine Reihe von Fallstudien
zu Beschäftigungsinitiativen für eine alternde Arbeiterschaft in Europa.
Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist aktives Älterwerden ein ‚Optimierungsprozess von Möglichkeiten für Gesundheit, Teilnahme und Sicherheit, um die Lebensqualität zu verbessern’. Wenn Älterwerden eine positive Erfahrung sein solle, müsse längeres Leben kontinuierlich von Möglichkeiten für Gesundheit, Teilnahme und Sicherheit begleitet werden, so die WHO.