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Belgien will 25 000 Einwanderer 'legalisieren' [DE]

Veröffentlicht 20. Juli 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Belgien will eine neue Welle an illegalen Einwanderern ins Land lassen. Jedoch bestand das Land darauf, dass dies kein Vorbote massenhaft ähnlicher Aktionen sei, da viele EU-Länder, unter anderem Frankreich stark gegen solche Praktiken sind.

Nach mehr als einem Jahr schwieriger Verhandlungen, gab der belgische Ministerpräsident Hermann Van Rompuy am Montag (20. Juli) Details der Vereinbarung der Regierung über die Regulierung von illegalen Einwanderern heraus. 

Unter diesem Programm werden illegale Einwanderer die mindestens fünf Jahre in Belgien gelebt haben zwischen dem 15. September und 15. Dezember dieses Jahres in der Lage sein, sich für eine Regelung ihrer Situation zu bewerben. 

Vorherige Schätzungen besagten, dass die Zahl der Anspruchsberechtigten von 50 000 bis 100 000 reichen könnte, aber die Behörden korrigierten die Schätzung auf 25000, da für den Erhalt des legalen Status strenge Auflagen herrschen.  

Der Schritt stelle in keiner Weise eine "Massenregelung" dar, so Regierungssprecher die vom De Standaard zitiert wurden. 

Um die Zustimmung zu gewinnen, werden die Bewerber beweisen müssen, dass sie bereits in die belgische Gemeinschaft integriert sind. Im Falle des Erfolgs werden sie Papiere erhalten, die es ihnen erlauben sich legal im Land aufzuhalten und hier zu arbeiten.  

Menschen die mindestens seit zwei Jahren in Belgien arbeiten können sich auch um eine Aufenthaltsgenehmigung bewerben. Sie müssen einen Arbeitsvertrag und eine regionale Arbeitserlaubnis vorweisen.

Andere Faktoren die den Bewerbern zu Gute kommen umfassen sprachliche Kompetenzen, Anwesenheit bei Literaturseminaren oder Kinder die zur Schule gehen.  Der Minister  für Asyl- und Einwanderungspolitik, Melchior Wathelet (ein französischsprachiger Christdemokrat) hat das letzte Wort über jede einzelne Bewerbung. 

Reaktionen weitgehend positiv

Die politischen Parteien begrüßten die Vereinbarung weitgehend, aber eine Reihe von Fragen wurde aufgeworfen. Die flämischen Sozialdemokraten Sp.a sagten, dass der Asyl- und Einwanderungsminister zu viel Macht bekommen habe. Die französischsprachige Ecolo-Partei sagte, dass sie einige Zweifel hätten, da es keine Institution gebe, die sich mit dem Thema auseinandersetze. 

Die rechtsradikale Anti-Einwanderungspartei N-VA kritisierte die Vereinbarung scharf. Ihr Rädelsführer, Bart de Wever gab an, dass die französischsprachige Gemeinschaft bekommen habe was sie wollte, während die Anliegen der flämischen Gemeinschaft nicht berücksichtigt worden seien. N-VA Vertreter behaupteten, dass die Regierung die Tür für eine zweite Runde von Regelungen in naher Zukunft geöffnet habe. 

Hintergrund : 

Spanien und Italien haben sich vor kurzem zur massenhaften Legalisierung von illegalen Einwanderern bereit erklärt. Der spanische Premier Zapatero wünscht die endgültigen Entscheidungen über die Maßnahmen und Verfahren zur Legalisierung als nationale Kompetenz zu wahren. 

Frankreich und andere Länder sind vehement gegen solche Massenlegalisierungen, da sie fürchten, dass sie schwerwiegende Folgen für ihre Länder haben würden. Im Verlauf der französischen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2008, schlug Paris ein EU-weites Verbot von Massenlegalisierungen vor, jedoch wurde dies während Verhandlungen über ein europäisches Asyl- und Einwanderungsabkommen fallen gelassen, um den Rückhalt der spanischen Regierung zu gewinnen (siehe EurActiv LinksDossier). 

Die italienische Regierung unter Silvio Berlusconi hat in der Zwischenzeit einen harten Kurs gegen illegale Einwanderung und Massenregulierung eingeschlagen und dies sogar zum Europa-Wahlkampfthema gemacht (EurActiv vom 4. Juni 2009). 

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