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Portugal, das die nächste EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird, hat sich für einen 'realistischen' Ansatz zur legalen Einwanderung ausgesprochen, der sowohl die soziale Integration als auch strenge Grenzkontrollen gewährleisten soll, um dem drohendem Problem des Arbeitskräftemangels in Europa zu begegnen..
Laut Angaben der Kommission gibt es derzeit rund drei Millionen unbesetzte Stellen in der EU. Die Arbeitslosenzahl wird im Juni 2007 vermutlich auf 7,1% fallen und damit den niedrigsten stand seit mehr als 15 Jahren erreichen.
2006 wurden zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen und die Kommission erwartet auf Grundlage der florierenden Wachstumszahlen in Europa die Einrichtung weiterer 5,5 Millionen Arbeitsplätze in diesem und kommenden Jahr (EurActiv vom 8. Mai 2007).
Mit den positiven Wirtschaftsaussichten sind aber auch neue Probleme verbunden: Ein Mangel sowohl an qualifizierten als auch ungelernten Arbeitskräften ist wahrscheinlich, da die Bevölkerung altert (EurActiv vom 5. Juni 2007).
Der portugiesische Staatssekretär für Beschäftigung, Fernando Medina, sagte, dass er sich für einen “realistischen” Ansatz bei der Einwanderungspolitik einsetzen werde, wenn sein Land im Juli 2007 die Ratspräsidentschaft übernehme.
Bei der jährlichen Employment Week sagte Medina am 5. Juni 2007, dass die EU die ‚Realität der Wirtschaftsmigration’ genauer betrachten müsse, da tausende illegale Einwanderer aus Afrika an die Grenzen der EU drängten.
Realistischerweise müsse man die Frage der illegalen Einwanderung in Verbindung mit deren legaler Variante sehen, so Medina. Er denke dabei an die Realität der Wirtschaftsmigration, die den Großteil der Einwanderung ausmache. Laut Medina sollte eine solche Politik sich auf vier Pfeiler stützen:
Während einer Pressekonferenz kündigte der EU-Kommissar für Beschäftigung, Vladimír Špidla, neue Initiativen an, um dem Problem der Schwarzarbeit zu begegnen. Er sagte, dies sei der beste Weg, um Sozialdumping in Europa zu bekämpfen.
Špidla sagte, im Herbst 2007 werde eine Initiative gegen Schwarzarbeit im allgemeinen ins Leben gerufen werden, nicht nur in Hinblick auf Immigranten aus Drittstaaten, da Schwarzarbeit die größte Ursache für Sozialdumping in Europa sei.
Laut Špidla mache Schwarzarbeit etwa 15% aller Arbeitsplätze aus, die in der EU zur Verfügung stehen, eine Zahl, die er als ‚ungeheuerlich’ bezeichnet. Immigranten seien diejenigen, die am stärksten unter Schwarzarbeit litten. Die Arbeitsbedingungen auf dem Schwarzmarkt ähnelten oftmals denen der ‚Sklaverei’, so Špidla.
Špidla antwortete auf die Frage eines Journalisten, er habe in den Mitgliedstaaten nie rechtliche Grundlagen wahrgenommen, die als Sozialdumping bezeichnet werden könnten. Der Schwarzmarkt hingegen sei immer mit Sozialdumping verbunden.