Laut Berichten vom 22. und 25. Februar 2008 sei die Beschäftigung in der gesamten EU gestiegen. Die einzige Ausnahme ist Dänemark. Dort scheint eine Sättigung des Arbeitsmarktes erreicht worden sein. 3,5 Millionen neue Arbeitsplätze wurden im vergangenen Jahr geschaffen, davon 850 000 allein im letzten Quartal. Die Schaffung weitere fünf Millionen Arbeitsplätze wird für das Jahr 2008 erwartet.
Die wichtigsten Ergebnisse der Berichte sind:
- Das Beschäftigungswachstum bleibt in erster Linie im Dienstleistungssektor. Seit 2000 wurden in diesem Bereich 18 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen. Nach einem leichten Rückgang ist die Beschäftigung in der Industrie mehr oder weniger zu dem Niveau von vor acht Jahren zurückgelangt. Im Agrarsektor ist jedoch ein stetiger Rückgang zu verzeichnen.
- Die Arbeitslosigkeit ist in den neuen Mitgliedstaaten enorm zurückgegangen, ebenso wie in Deutschland und Frankreich. Der größte Rückgang der Arbeitslosenquote konnte in Polen verzeichnet werden: Sie erreichte 8,4%, und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozentpunkte gefallen.
- Auf der anderen Seite bleibt die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in einigen neuen Mitgliedstaaten (Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei) ebenso wie in einigen alten Staaten (Belgien, Spanien, Frankreich, Italien und Schweden) bei etwa 20%.
- Die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer liegt bei 43,5%, die für Frauen bei 57,2%. Trotz eines kontinuierlichen Wachstums wird die EU ihre Lissabon-Ziele für 2010 nicht erreichen.
- Arbeitskräfte mit geringer Qualifikation, Menschen mit Behinderung und Migranten bleiben die am stärksten benachteiligten Gruppen auf dem Arbeitsmarkt. Dies unterstreicht die Bedeutung der sozialen Eingliederung und des lebenslangen Lernens für das Erreichen von Beschäftigungszielen.
- Eine wachsende Zahl von Sektoren, vom Gesundheitswesen bis hin zu Kunst und Handwerk, bekommt zunehmend den Mangeln an Qualifikationen zu spüren.
- Deutschland, die größte Volkswirtschaft der EU, steht kurz davor, das Lissabon-Ziel einer Beschäftigungsquote von 70% im Jahr 2010 zu erreichen. Im Sommer 2007 verfehlte das Land diesen Wert nur um 0,1%. Mit einer Abnahme der Arbeitslosigkeit um 1,6% ist die deutsche Beschäftigung wieder zu einem Motor des EU-Wachstums geworden.
- Nichtsdestotrotz zeigt ein Bericht zur sozialen Integration auch, dass 16% der EU-Bürger dem Armutsrisiko ausgesetzt bleiben. Für acht Prozent trifft dieses Risiko zu, obwohl sie einer Beschäftigung nachgehen.



