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EU-Beschäftigung erreicht neuen Höchststand [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 26. Februar 2008   

Die Zahl der Arbeitsplätze in der EU steigt kontinuierlich. Es seien jedoch weitere Bemühungen notwendig, damit der erreichte Fortschritt für alle von Nutzen sein könne. Dies geht aus mehreren, von der Kommission vorgelegten Berichten hervor.

Hintergrund:

Als Reaktion auf die doppelte Herausforderung der Globalisierung und des demographischen Wandels hat der Europäische Rat die folgenden Ziele bestimmt:

  • eine Beschäftigungsquote von insgesamt 70% im Jahr 2010 (67% 2005);
  • eine Beschäftigungsquote für Frauen von 60% im Jahr 2010 (57% 2005), und;
  • eine Beschäftigungsquote für ältere Arbeitnehmer (+55) von 50% im Jahr 2010.

Der Fortschritt beim Erreichen dieser Ziele wird in vierteljährlichen Berichten – den so genannten Arbeitsmarktberichten – bewertet. Der jüngste dieser Berichte umfasst das dritte und vierte Jahresquartal des Jahres 2007.

Der Entwurf des Gemeinsamen BeschäftigungsberichtsPdf external wurde am 22. Februar 2008 von der Kommission vorgelegt. Der Bericht selbst bewertet die Umsetzung der Beschäftigungsaspekte der nationalen Reformprogramme eines jeden Landes im Rahmen der Lissabon-Strategie. Er legt Empfehlungen für die Mehrheit dieser Mitgliedstaaten dar, in Bereichen, in denen die Kommission Defizite der nationalen Reformprogramme ausmacht.

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Laut Berichten vom 22. und 25. Februar 2008 sei die Beschäftigung in der gesamten EU gestiegen. Die einzige Ausnahme ist Dänemark. Dort scheint eine Sättigung des Arbeitsmarktes erreicht worden sein. 3,5 Millionen neue Arbeitsplätze wurden im vergangenen Jahr geschaffen, davon 850 000 allein im letzten Quartal. Die Schaffung weitere fünf Millionen Arbeitsplätze wird für das Jahr 2008 erwartet.

Die wichtigsten Ergebnisse der Berichte sind:

  • Das Beschäftigungswachstum bleibt in erster Linie im Dienstleistungssektor. Seit 2000 wurden in diesem Bereich 18 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen. Nach einem leichten Rückgang ist die Beschäftigung in der Industrie mehr oder weniger zu dem Niveau von vor acht Jahren zurückgelangt. Im Agrarsektor ist jedoch ein stetiger Rückgang zu verzeichnen.
  • Die Arbeitslosigkeit ist in den neuen Mitgliedstaaten enorm zurückgegangen, ebenso wie in Deutschland und Frankreich. Der größte Rückgang der Arbeitslosenquote konnte in Polen verzeichnet werden: Sie erreichte 8,4%, und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozentpunkte gefallen.
  • Auf der anderen Seite bleibt die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in einigen neuen Mitgliedstaaten (Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei) ebenso wie in einigen alten Staaten (Belgien, Spanien, Frankreich, Italien und Schweden) bei etwa 20%.
  • Die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer liegt bei 43,5%, die für Frauen bei 57,2%. Trotz eines kontinuierlichen Wachstums wird die EU ihre Lissabon-Ziele für 2010 nicht erreichen.
  • Arbeitskräfte mit geringer Qualifikation, Menschen mit Behinderung und Migranten bleiben die am stärksten benachteiligten Gruppen auf dem Arbeitsmarkt. Dies unterstreicht die Bedeutung der sozialen Eingliederung und des lebenslangen Lernens für das Erreichen von Beschäftigungszielen.
  • Eine wachsende Zahl von Sektoren, vom Gesundheitswesen bis hin zu Kunst und Handwerk, bekommt zunehmend den Mangeln an Qualifikationen zu spüren.
  • Deutschland, die größte Volkswirtschaft der EU, steht kurz davor, das Lissabon-Ziel einer Beschäftigungsquote von 70% im Jahr 2010 zu erreichen. Im Sommer 2007 verfehlte das Land diesen Wert nur um 0,1%. Mit einer Abnahme der Arbeitslosigkeit um 1,6% ist die deutsche Beschäftigung wieder zu einem Motor des EU-Wachstums geworden.
  • Nichtsdestotrotz zeigt ein Bericht zur sozialen Integration auch, dass 16% der EU-Bürger dem Armutsrisiko ausgesetzt bleiben. Für acht Prozent trifft dieses Risiko zu, obwohl sie einer Beschäftigung nachgehen.
      

Positionen:

Der für Beschäftigung zuständige EU-Kommissar Vladimír Špidla erklärte: „Die Arbeitsmarktreformen der jüngsten Zeit beginnen, Wirkung zu zeigen. Die strukturelle Arbeitslosigkeit ist seit 2004 um ein Drittel zurückgegangen und die EU-weite Beschäftigungsquote von derzeit 66 % hat sich unserem Gesamtziel von 70 % noch wesentlich stärker angenähert. Alle Mitgliedstaaten haben seit 2005 bedeutende Reformen durchgeführt, einige jedoch mit größerem Nachdruck als andere. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, um auf die Herausforderungen von Globalisierung und Alterung wirksam zu reagieren, insbesondere durch höhere und gezieltere Investitionen in lebenslanges Lernen.“
Špidla fügte jedoch hinzu: „Aber ein gesundes Wachstum und eine solide Arbeitsplatzschaffung führen nicht automatisch dazu, dass die Situation der am stärksten marginalisierten Mitglieder unserer Gesellschaft verbessert wird. Wollen wir sicherstellen, dass wir auch die gefährdetsten Gruppen in vollem Umfang einbeziehen, brauchen wir abgestimmte Maßnahmen.“

Nächste Schritte:

  • 29. Februar 2008: Gemeinsamer Beschäftigungsbericht und Bericht über die soziale Eingliederung sollen im Rat für Beschäftigung und Sozialpolitik angenommen werden.
  • 13. und 14. März 2008: Der Frühjahrsgipfel des Europäischen Rates soll eine politische Einigung über die Beschäftigungsempfehlungen billigen.
  • Oktober 2008: Die Kommission soll die nationalen Berichte erhalten, die sich auf die Umsetzung der Empfehlungen konzentrieren.

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Leserbriefe
A woman EU president
paulstpancras, European citizen
The Gender Dimension
Claudette Abela Baldacchino, Member, PES Group, Committee of the Regions (MT)
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