Eine soziale Verantwortung der Unternehmen, so Kommissar Špidla, bestehe, „da eine Unternehmensethik existiert, und Geschäfte in einer schonungslosen Art zu machen ist einfach unethisch und unkreativ. Dies geht weder mit einer modernen Interpretation des Geschäftemachens noch mit der klassischen Basis auf welcher der liberale Kapitalismus gründet, der so genannten protestantischen Ethik, einher. Ein ethischer Aspekt besteht einfach und dieser ist wichtig. Er darf nicht unterbewertet werden und wir dürfen ihn nicht ignorieren.“
Daher, so der Kommissar, könne sozial verantwortungsvolles Verhalten nicht nur die Kosten dessen Umsetzung aufwiegen, sondern es könne Arbeitnehmern gleichzeitig einen wettbewerbsfähigen Vorteil verschaffen. Špidla verwies hier auf die Beispiele einer großen Supermarktkette, welche die Kluft zwischen Gehältern von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen überwunden hat, sowie eines dänischen IT-Unternehmens, das große Gewinne durch die Einstellung von ausschließlich autistischen Menschen einfahren konnte, da diese bessere Fähigkeiten im Bereich Datenverarbeitung aufwiesen.
In Hinblick auf die Kombination von Flexicurity und Sicherheit des Arbeitsmarktes ist Špidla ebenfalls überzeugt, dass das Konzept bedeutend dazu beitragen wird die Bedürfnisse unserer sich verändernden Gesellschaft zu befriedigen: „Was wir den Menschen als erstes gewähren müssen, ist nicht die Sicherheit eines Arbeitsplatzes allein, sondern die Sicherheit einer Karriere und besonders Unterstützung in einer Phase der Veränderung. Dieser Ansatz ist daher sehr komplex und er verlangt eine gewisse Struktur des Bildungssystems sowie eine gewisse Struktur des innerbetrieblichen Ausbildungssystems, flexible aber gleichzeitig solide Arbeitsgesetze sowie die Modernisierung der Sozialversicherungssysteme, um diese effektiver zu machen.“
In Hinblick auf die neuen Mitgliedstaaten sagte der Beschäftigungskommissar, dass es an einem „Konsens über die konkrete Form ihrer Sozialmodelle“ mangele. Dies bedeute, dass die soziale Verantwortung der Unternehmen und Flexicurity etwas Zeit benötigten, um sich in diesen Ländern zu „herkömmlichen“ Politiken zu entwickeln, dass jedoch unausgesprochene Übereinkünfte zur Erhaltung von Sozialmodellen wie dem Rentensystem oder dem System einer universalen Krankenversicherung, die bereits in Ländern wie der Tschechischen Republik existieren, bewiesen, dass deren Umsetzung möglich ist.
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