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Die Kommission wird heute, am 27. Juni 2007, das langerwartete Papier über 'Flexicurity' – dem Ansatz, der darauf abzielt, flexible Arbeitsmarktregelungen mit hoher sozialer Sicherheit in Einklang zu bringen – annehmen. Dieser Schritt soll den europäischen Staaten helfen, dem zunehmenden Druck der Globalisierung und des demographischen Wandels zu begegnen.
Die europäischen Arbeitsmärkte stehen vor einer Reihe von Herausforderungen:
Um diesen Herausforderungen zu begegnen hat die Kommission im November 2006 ein Grünbuch
über die Reform des europäischen Arbeitsrechtes vorgelegt. Dies hat zu umfassenden Anhörungen zu diesem Thema geführt. Der öffentlichen Befragung wurde ein großes Interesse entgegengebracht: es wurden viermal so viele Antworten eingereicht als dies normalerweise bei Anhörungen, die von der Direktion für Beschäftigung organisiert werden, der Fall ist.
Die Mitteilung über Flexicurity, die am 27. Juni 2007 angenommen werden wird, ist der Versuch der Kommission, mögliche Lösungen für Mitgliedstaaten vorzulegen, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen und den Herausforderungen des Arbeitsmarktes des 21. Jahrhunderts zu begegnen.
Im Entwurfspapier, das unverbindlich bleibt, versuchte die Kommission, den Eindruck zu vermeiden, dass sie versuche, den Mitgliedstaaten bestimmte Maßnahmen aufzuerlegen. Anstatt Defizite der einzelnen Mitgliedstaaten herauszugreifen, hat die Kommission gemeinsame Herausforderungen definiert, denen die europäischen Arbeitsmärkte begegnen müssen. Die Kommission betonte, dass verschiedenen Länder, nicht nur Dänemark, Erfahrungen mit dem Konzept Flexicurity haben.
Das Papier mit dem Titel ‚Gemeinsame Grundsätze der Flexicurity: Mehr und bessere Arbeitsplätze durch Flexicurity und Sicherheit’ basiert auf den Antworten einer breiten öffentlichen Befragung, die seit November 2006 durchgeführt wurde. Ein Beamter sagte, das Papier ziele darauf ab, die richtige Kombination verschiedener Aspekte zu klären, die das Funktionieren des Arbeitsmarktes bestimmen.
Die Mitteilung definiert einige Komponenten erfolgreicher Felxicurity-Politiken, die in die Arbeitsmarktpolitik eines jeden Landes eingegliedert werden kann, ohne die jeweilig zugrunde liegenden Grundsätze zu gefährden:
Das Papier beschäftigt sich zudem mit der schwierigen Aufgabe, Empfehlungen dazu zu liefern, wie man bei den Arbeitsmarktreformen vorgehen könnte. Um zu verhindern, jedem Mitgliedstaat eine Empfehlungen auszusprechen, definiert es eine Typologie von vier verschiedenen Herausforderungen, mit denen die Arbeitsmärkte verschiedener Länder konfrontiert werden könnten; es bleibt den Länder selbst überlassen, zu entscheiden, welche der Empfehlungen auf sie zutreffen.
Für jede der Situationen schlagen die Verfasser einen ‚Weg’ vor, der aus den jeweiligen Sackgassen der Arbeitsmarktpolitiken führen soll und bedenkt dabei jedes der vier Elemente von Flexicurity. Die Typology umfasst die folgenden Situationen:
Vertreter von Arbeitgebern, kleinen Unternehmen und Gewerkschaften haben ihre Meinungen mit EurActiv in einem Interview Anfang Juni 2007 geteilt. Das Interview zeigte, dass Sozialpartner noch immer uneins sind hinsichtlich der Definition des Konzeptes ebenso wie hinsichtlich der Rolle der EU bei Beschäftigungsfragen.
Marc Stocker, ein Berater für ökonomische und finanzielle Angelegenheiten bei BusinessEuropa, bestand darauf, dass soziale Politiken und Beschäftigungspolitiken in den Kompetenzbereich der Länder fielen.
Gerhard Huemer, der Direktor für Wirtschafts- und Finanzpolitik bei UEAPME, dem europäischen Dachverband kleiner Unternehmen, ist der Meinung, dass ein gewisser Grad an Harmonisierung auf europäischer Ebene notwendig sei. Die EU habe das Recht, Minimumstandards in den Bereichen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu definieren. Er fügte jedoch hinzu, die EU solle davon absehen, Gesetze außerhalb dieser Minimumstandards zu erlassen. Man sehe weder die Notwendigkeit noch die Möglichkeit Probleme dieser Art auf europäischer Ebene zu lösen.
Ronald Janssen, Berater zu Arbeitsmarktpolitik bei ETUC, des Europäischen Gewerkschaftsbundes, forderte von der EU, Maßnahmen zu unternehmen hinsichtlich ‚Sozialdumping’ innerhalb der EU. Die EU, so Janssen, habe die Befugnis, gleiche Voraussetzungen zu schaffen, um den Wettbewerb des Binnenmarktes aufzuhalten, der für Arbeitnehmer unzuträglich sei.
Janssen äußerte seine Bedenken, die Debatte um Flexicurity könne andere Ziele verbergen. Die wahre Tagesordnung, die sich hinter dem Wort ‚Flexicurity’ verstecke, scheine schlichtweg der Abbau des Schutzes von Arbeitsplätzen zu sein, und verschaffe somit Arbeitgebern sogar mehr Möglichkeiten, niedrigere Löhne einzuführen.