Die Strategie der Kommission beruht auf fünf Politikpfeilern:
- Förderung der „demographischen Erneuerung“: Neue geburtenfördernde politische Maßnahmen, die, wie die Kommission hervorhebt, mit einem besseren Zugang zu Wohnraum und bezahlbarer und qualifizierter Kinderbetreuung verbunden werden müssen. Die Kommission hat eine Anhörung mit den Europäischen Sozialpartnern über den Ausgleich von Berufs-, Privat- und Familienleben eingeleitet
- Förderung der Schaffung von Arbeitsplätzen: mehr Arbeitsplätze und Verbesserung der Berufsmöglichkeiten für ältere Menschen; Anreize für ein „aktives Altern“ und Verbesserung der öffentlichen Gesundheit
- Verstärkung des Potenzials, der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit durch Einbeziehung sowohl älterer als auch jüngerer Beschäftigter
- Nutzung der positiven Auswirkungen der Migration für den Arbeitsmarkt
- Sicherstellung tragfähiger öffentlicher Finanzen, um dazu beizutragen, den Sozialschutz und den Generationenausgleich langfristig zu gewährleisten
Die Ursache des Problems, so die Mitteilung, liege nicht in der gesteigerten Lebenserwartung, sondern in der Unfähigkeit der gegenwärtigen Politiken, sich an die neuen demographischen Gegebenheiten anzupassen und im Unwillen der Unternehmen und Bürger, ihre Erwartungen und Einstellungen, insbesondere im Hinblick auf den Arbeitsmarkt, zu ändern.
Der demographische Wandel müsse in allen europäischen und nationalen Politikbereichen Beachtung finden, so die Kommission. Es kann aber hinterfragt werden, ob dieser Ansatz erfolgreicher sein wird als ähnliche „Mainstreaming“-Versuche der Kommission in der Vergangenheit (z.B. Lissabon, nachhaltige Entwicklung).
Die Kommission hat bei der Entwicklung ihrer Strategie für das Problem der „Verrentung der Babyboom-Generation“ den zahlreichen Studien von Soziologen und Demographen kaum Beachtung geschenkt, die dem demographischen Wandel einige positive Aspekte bescheinigt haben (wie die verbesserte gesellschaftliche Stellung der Frauen, gesunkener Verbrauch natürlicher Ressourcen, bessere Umweltbilanzen oder die Kaufkraft der älteren Generation).



