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Rumänien: ‘weltweit größter’ Mangel an qualifizierten Arbeitskräften [DE]

Veröffentlicht 25. April 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Rumäniens Unternehmen haben im weltweiten Vergleich die größten Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Dies zeigte eine neue Studie von Manpower Inc., einem weltweit führenden Personaldienstleister, so EurActiv Rumänien.

Die Studie mit dem Titel „Talent Shortage Survey 2008: Global results“ (deutsch: Studie über den Mangel an Talenten 2008: Weltweite Ergebnisse), die am 22. April 2008 veröffentlicht wurde, vergleicht die Situation in 32 Ländern aus Amerika, der asiatisch-pazifischen Region, Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

Sie zeigt, dass in Rumänien ganze 73% der Angestellten sagen, sie hätten Schwierigkeiten, verfügbare Stellen zu besetzen – verglichen mit 12% in Großbritannien, 18% in Italien, 26% in Belgien, 31% in Frankreich, 34% in Deutschland, 47% in Griechenland und 49% in Polen. Andere Zahlen reichen von 12% in Indien über 22% in den USA und 28% in Mexiko bis zu 38% in Südafrika.

Über 700 Unternehmensvertreter pro Land nahmen an der Umfrage teil und legten den genauen Bedarf eines Landes für zehn Personalkategorien dar. Während in den meisten westlichen Ländern am meisten Bedarf an ausgebildeten Handwerkern und Technikern besteht, besteht in Rumänien am meisten Bedarf an Ingenieuren.

Eine Erklärung dafür ist, dass sich nach dem Beitritt Rumäniens zur EU im Januar 2007 alle Länder der EU-15 – außer Finnland und Schweden – einer Klausel bedient haben, die „länderübergreifende Beschränkungen“ für die Freizügigkeit von Arbeitnehmern aus Rumänien für ganze sieben Jahre erlaubt. Dennoch haben die meisten dieser Länder Ausnahmeregelungen für bestimmte Branchen eingeführt, beispielsweise durch die Zulassung von Quoten oder den uneingeschränkten Zugang für hochqualifizierte Arbeiter.

Die Situation erzeugte eine enorme Arbeitsmigration nach Westeuropa und damit einen Mangel an Arbeitskräften in vielen Branchen der rumänischen Wirtschaft, was das Wachstum des Landes verlangsamte.           

Um diese Krise anzugehen, fördert die rumänische Regierung die Rückführung von Arbeitskräften und versucht, Arbeiter von außerhalb der EU zu gewinnen, um die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.

Die Auswirkungen der Bemühungen der rumänischen Behörden, um eine Lösung für den Mangel an Arbeitskräften zu finden, waren selbst in Pakistan zu spüren; dort berichtet die Presse seit kurzem über das große Angebot an Arbeitsplätzen. Rumänische Unternehmen sind bereits mit Ländern wie China, Indien, Pakistan und Kenia in Kontakt getreten und die Ankunft der ersten ausländischen Arbeiter wird 2009 erwartet.

Arbeiter aus Ländern der dritten Welt werden 200 US-Dollar pro Monat sowie Essensbons erhalten – dies ist der rumänischen Presse zufolge zehn Mal mehr als das Gehalt in ihren Heimatländern. Die rumänischen Arbeitgeber würden für Anreise und die Unterkunft aufkommen, berichteten die Tageszeitung Ziarul Financiar und der Fernsehsender Antena 3.

Vertreter rumänischer Unternehmen gaben an, dass die Einstellung von Arbeitern aus den Nachbarländern wie Moldawien und der Ukraine keine Lösung mehr sei. Sie gaben zu, dass auch die Ausbildung arbeitsloser Rumänen keine Lösung sei – sobald diese einen Beruf erlernt hätten, würden sie das Land verlassen, um anderswo ein höheres Gehalt zu erhalten.

Das monatliche Durchschnittseinkommen in Rumänien von 400 Euro liegt weit unter dem westeuropäischen Durchschnitt. Seit dem EU-Beitritt des Landes jedoch sind die Rumänen Zeugen einer der größten und schnellsten Gehaltssteigerungen Osteuropas. Dennoch erhalten zwei der 22 Millionen Rumänen in anderen Ländern weit höhere Gehälter.

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