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Die britische NGO ActionAid beschuldigt große Supermärkte, weibliche Arbeitskräfte in Entwicklungsländern auszubeuten. Der Bericht empfiehlt, dass mit einer EU-weiten Regelung die schädlichen Einflüsse der kaufkräftigen Supermärkte eingedämmt werden sollten.
Britische Supermarktketten florieren, weil sie niedrige Gehälter zahlen und weiblichen Arbeitskräften in den ärmsten Ländern der Welt grundlegende Menschenrechte verweigern. Dies behauptet ein Bericht, der von der britischen NGO für Entwicklungshilfe, ActionAid, veröffentlicht wurde.
Der Bericht fordert verbindliche Regelungen, da freiwillige Initiativen nicht funktionierten. Er empfiehlt der britischen Regierung, einen unabhängigen Regulator einzuführen. Darüber hinaus solle die Europäische Union mit einer EU-weiten Gesetzgebung die schädigenden Einflüsse der kaufkräftigen Supermärkte eindämmen.
Die vier großen Supermarktketten seien zunehmend darauf bedacht, den Käufern/ihren Kunden ihre ethischen Grundsätze zu vermitteln. In Wahrheit seien die stetig wachsenden Gewinne der Supermärkte auf die skandalösen Niedriglöhne und entsetzlichen Arbeitsbedingungen der Frauen zurückzuführen, welche die Lebensmittel und Kleidung herstellten, die man täglich kaufe, sagte Claire Melamed, Ressortchefin für Handel und Unternehmen von ActionAid.
Das Handelsvereinigung British Retail Consortium (BRC) weist Vorwürfe zurück, nach denen der Einzelhandel große Gewinne auf Kosten unterbezahlter, schlecht behandelter Arbeiter in den Entwicklungsländern mache. Sie weist darauf hin, dass die Standards in Fabriken in Entwicklungsländern oftmals die Verhältnisse in Europa und Amerika in beträchtlichem Maße überträfen und dass nur die Besten den Ansprüchen hinsichtlich Preis und Qualität genügen könnten. Dies müsse auf absolutem Vertrauen in ethische und ökologische Standards aufbauen.
Der BRC warnt, dass Verträge beendet und das Geschäft verlagert würde, wenn Zulieferer diese Standards, die rigoros überwacht würden, nicht erfüllten.