Sozialkommissar Vladimir Špidla und Regionalkommissarin Danuta Hübner betonten in einer Stellungnahme die Notwendigkeit, Beschäftigte in der Übergangsphase zu unterstützen und durch aktive Arbeitsmarktpolitiken in neue Arbeitsverhältnisse zu bringen und die Übergangszeit möglichst kurz zu halten. Sie versprachen Unterstützung aus dem Europäischen Sozialfonds und wiesen darauf hin, dass Belgien bereits 1,1 Mrd. Euro in den vergangenen sechs Jahren erhalten habe. Kommissarin Hübner erklärte, sie werde mit den relevanten regionalen Behörden zusammenkommen, um über den Einsatz der Strukturmittel nach der Entscheidung von Volkswagen zu sprechen. Sie sagte auch, dass die Europäische Investitionsbank eine Rolle übernehmen könnte.
Die Volkswagenbeschäftigten sind nicht für Zahlungen aus dem neuen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung qualifiziert, da ihre Arbeitsplätze nicht in ein außereuropäisches Land verlagert wurden (für mehr Informationen über den Fonds, siehe EurActiv 1. März 2006).
Der Stellenabbau bei Volkswagen ist ein Ergebnis des steigenden Wettbewerbdrucks für europäische Autohersteller. Der europäische (und amerikanische) Markt hat mit Überkapazitäten zu kämpfen, während das eigentliche Wachstum in anderen Märkten wie Russland, Indien und China stattfindet. Die Umstrukturierung ist auch in Deutschland umstritten, wo derzeit Gerichtsverfahren gegen eine Reihe von VW-Managern laufen, denen vorgeworfen wird, in Schmiergeld-Affären verwickelt zu sein. Zum Beispiel sollen Schmiergelder an Gewerkschaftsvertreter geflossen sein, um sie zur Zustimmung zu den Umstrukturierungen zu bewegen, unter anderem den Arbeitszeitkürzungen, die jetzt zurückgezogen werden.
Die Umstrukturierungen bei Volkswagen, die von dem früheren Volkswagen-Manager und späteren Schröder-Vertrauten Peter Hartz umgesetzt wurden, waren zum Vorbild für die Arbeitsmarktreform (Hartz-Reform) in Deutschland geworden. Die Vorwürfe bezüglich Bestechung und Verstöße gegen die Vorschriften für europäische Betriebsräte betreffen auch Peter Hartz.
Um den Autoherstellern bei der Bewältigung der Globalisierung zu helfen, hat die Europäische Kommission die „Cars 21“ Expertengruppe ins Leben gerufen, die ein wettbewerbskompatibles Kfz-Regelungssystem für das 21. Jahrhundert schaffen soll.



