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24. November 2009
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"Behinderte müssen besseren Zugang zu Sport bekommen" [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 5. Dezember 2006    | Aktualisiert: Mittwoch 13. Juni 2007   

Europaabgeordnete unterstützten die Forderung von paralympischen Athleten, die Mitgliedstaaten müssten den Zugang zu Sportstätten für Menschen mit Behinderungen verbessern. 

Hintergrund:

Fast zehn Prozent der Europäer haben eine Behinderung und müssen täglich Hindernisse im Verkehr und anderen Bereichen überwinden sowie soziale Diskriminierung erdulden, was ein Hindernis für eine vollständige Integrierung in die Gesellschaft darstellen kann.

Die Kommission unterstützt mehrere Maßnahmen zur „Förderung der Chancengleichheit und der Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen“.

Die  Strategie der Europäischen Union im Bereich Behinderung external  soll durch den EU-Aktionsplan zugunsten behinderter Menschen umgesetzt werden (der operationelle Rahmen für die Maßnahmen, die zwischen 2004 und 2010 auf Ebene der EU ausgearbeitet werden sollen). Die neueste Fassung des EU-Aktionsplans wurde im November 2005 im Rahmen der  Mitteilung Pdf external  "Situation behinderter Menschen in der erweiterten Europäischen Union: Europäischer Aktionsplan 2006-2007" veröffentlicht. 

Weitere Nachrichten:

Es sei schwierig für Menschen mit einer Behinderung, in ihrer Freizeit Sport zu betreiben aufgrund von Hindernissen beim Zugang und der Haltung derjenigen, die Sportclubs betrieben. Es sei sehr schwierig für junge Menschen, sich in Sportclubs zu integrieren, erklärt Dame Tanni Grey-Thompson, Rollstuhl-Athletin und 11-malige Goldmedaillengewinnerin der Paralympischen Spiele, im Gespräch mit EurActiv.

Gemeinsam mit einem weiteren paralympischen Sportler, Aron Anderson, Mitglied der schwedischen Sledge-Eishockey-Mannschaft – beides von Visa gesponserte Athleten – nahm Grey-Thompson am 29. November 2006 an einer Sitzung der parlamentarischen Intergruppe Sport teil, um über den Zugang zu Sportstätten für Menschen mit Behinderungen zu sprechen und das Bewusstsein für die Paralympischen Spiele zu stärken. (Die Olympischen Spiele für Sportler mit körperlicher Beeinträchtigung (siehe Wikipediaexternal ). Das Prefix para kommt von Parallel-Olympischen Spielen).

Die Wahrnehmung der Medien und der Öffentlichkeit hinsichtlich der Paralympischen Spiele war Anfangs nicht sehr hoch (späte 80er Jahre). Grey-Thompson sagte jedoch, sie sehe seitdem eine große Chance, jedoch sei der Weg immer noch weit, um das Bewusstsein und die Unterstützung für junge Sportler zu stärken. Es gäbe zwischen den EU-Mitgliedstaaten große Unterschiede in der Unterstützung der Paralympischen Spiele. Die Regierungen unterstützten die Olympischen Spiele auch viel stärker als die Paralympischen Spiele, fügte Anderson hinzu. Die Sportler forderten die EU dazu auf, Druck auf die Sportminister der Mitgliedstaaten auszuüben, damit diese den Zugang behinderter Menschen zu Sportstätten verbesserten und die Finanzierung der Paralympischen Spiele im gleichen Umfang wie die Olympischen Spiele finanzierten.

Die Sportler erhielten am 30. November 2006 Unterstützung seitens des Europäischen Parlaments, das einen Bericht über die Situation von Menschen mit Behinderungen in der erweiterten Europäischen Unionexternal annahm. In dem Bericht werden die Kommission und die Mitgliedstaaten aufgefordert, die aktive Teilnahme von Menschen mit Behinderungen im Sport zu fördern – und die bedeutende Rolle des Sports als Mittel zur Verbesserung der Lebensqualität, des Selbstwertgefühls, der Unabhängigkeit und der soziale Integration von Menschen mit Behinderungen unterstrichen.

Der Bericht fordert die Mitgliedstaaten ebenfalls dazu auf, die Zugänglichkeit von Sportanlagen zu verbessern, Hindernisse bezüglich des Zugangs junger Sportler mit Behinderungen zu sportlichen Aktivitäten zu beseitigen, Anreize zur stärkeren Beteiligung Jugendlicher mit Behinderungen am Sport zu schaffen und sportliche Veranstaltungen und Wettkämpfe für Menschen mit Behinderungen, wie die „Paralympischen Spieleexternal “, zu fördern.

Lesen Sie  das ganze Interview mit Dame Tanni Grey-Thompson und Aron Anderson.

 

Positionen:

Auf die Frage warum Visa die Paralympischen Spiele sponsere, sagte Colin Grannell, stellvertretender Generaldirektor von Visa Europe, dass Visa hierfür die gleichen Ursachen zu Grunde legen würde wie dafür, dass Visa die Olympischen Spiele sponsere. Es handele sich um „Profi-Sport“ so Grannell. Selbstverständlich sei die ursprüngliche Fragestellung gewesen, ob dies eine lohnende Investition sein würde, da die Berichterstattung viel geringer sei als bei den Olympischen Spielen. Dennoch habe Visa sich für diese Investition entschieden und glaube daran, dass die Paralympischen Spiele in Zukunft mehr Marktanteile gewinnen werden.

Grannell erklärte, dass bei den Sponsoren eine Veränderung eingetreten sei. Früher sei es genug gewesen, wenn die Firmen ihr Logo bei Veranstaltungen platzieren konnten. Dies habe sich jedoch geändert und nun sei es entscheidend, dass die Marke und das Unternehmen herausragten und der Öffentlichkeit etwas bedeuteten. Es sei wichtig, dass große Unternehmen Verantwortung in der Gesellschaft übernähmen. Marken-Visibilität sei nicht mehr ausreichend. Seiner Ansicht nach ist es jedoch schwierig für Unternehmen, den Sport zu unterstützen, da man erst die Hierarchie der Sportpolitik, die Entscheidungsorgane, die Zuständigkeitsbereiche, die Komitees und andere Organe verstehen müsste.

Der Europaabgeordnete Chris Heaton-Harris, Präsident der parlamentarischen Intergruppe Sport, betonte, dass die Absicht solcher Veranstaltungen wie am 29. November 2006, die Schaffung eines Netzwerkes sei. Die Abgeordneten repräsentierten mehrere hundert Millionen Menschen in der ganzen EU. Eine Minderheit sei körperlich behindert und lebe dennoch ihr Leben. Diese beiden paralympischen Sportler hätten gezeigt, was durch Entschlossenheit und etwas Hilfe erreicht werden könnte. Er hoffe, dass die Vernetzung dieser unterschiedlichen Gruppen, es Menschen, die in einer ähnlichen Situation seien, erleichtern würde, zu erreichen, was diese beiden erreicht hätten. 

Bezüglich des EU Weißbuches über Sport hoffe er, dass es die Zugänglichkeit zu Sportanlagen, die ein wichtiges Thema sei, nicht nur in Bezug auf Behinderte, sondern auch in Bezug auf Frauen und Kinder aufgreife.

Nächste Schritte:

  • Die Kommission begeht Pdf external am 4. und 5. Dezember 2006 denEuropäischen Tag der behinderten Menschen external (3. Dezember 2006). Das Thema der Feier ist dieses Jahr „Jugend=Zukunft: Eine gleichberechtigte Zukunft für alle schaffen“. 
  • 2007 steht unter dem Motto „Gleichberechtigte Möglichkeiten für alle“
  • Der internationale Tag der behinderten Menschen findet jährlich am 3. Dezember statt.
  • Das Weißbuch der Kommission über Sport wird im Juni 2007 erwartet.
  • Die nächsten Paralympischen Spiele finden 2008 in Peking statt.

 

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