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Der Kampf gegen Rassismus im Fußball [DE]

Veröffentlicht 30. Mai 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gehöre zu einem der dem Sport innewohnenden Merkmale, doch den nationalen Fußballverbänden sollte von europäischer Seite aus eine klare Botschaft gesandt werden, damit sie aktiver gegen Rassismus vorgehen. Diese Ansicht erläutert die Koordinatorin der Anti-Rassismus-Kampagne in einem EurActiv-Interview.

Nach Ansicht von Ann de Mol, Koordinatorin der europaweiten Kampagne „Stand Up Speak Up“, die sich gegen Rassismus im Fußball richtet, besteht auf EU-Ebene dennoch Handlungsbedarf. So sollte die Kommission beispielsweise in diesem Bereich tätige Einrichtungen und NGOs anhören, um die aktuelle Situation in den Mitgliedstaaten zu bewerten. Außerdem könne sie die Abhaltung von Treffen und den Austausch vorbildlicher Praktiken zur Förderung der gesellschaftlichen Integration und Antidiskriminierung unterstützen. „Wir sollten auch die neuen Mitgliedstaaten nicht vergessen, und die verschiedenen Formen des Rassismus, mit denen Menschen wie die Roma dort konfrontiert sind“. 

„Die Bekämpfung von Rassismus im Sport wohnt dem Sport inne, aber oft sind sich die Verbände in den Mitgliedstaaten ihrer Stärken in diesem Bereich, aktiv tätig zu werden, nicht bewusst. Sie brauchen Vorbilder, Beispiele guter Praktiken, die ihnen zeigen, wie sie aktiv werden können. Die UEFA und FIFA haben vor kurzem Anti-Rassismus-Kampagnen gestartet […] im Allgemeinen verhält es sich so, dass wenn die UEFA etwas sagt, ist dies ein deutliches Signal, dass die nationalen Fußballvereine nicht ignorieren können“. 

„Die UEFA und FIFA müssen zusätzlich zu den Kampagnen auch zeigen, wie die Dinge in der Praxis und auf lokaler Ebene funktionieren können. Hierum bemühen wir uns – auf nationaler und europäischer Ebene den Austausch von ‚Best-Practice’-Beispielen zu organisieren“, erläuterte Ann de Mol. 

Der Volltext des Interviews ist hier verfügbar. 

Nächste Schritte: 
  • Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, wo fremdenfeindliche Übergriffe vor kurzem Schlagzeilen gemacht haben, beginnt am 9. Juni. 
  • Die Autoren einer kürzlich erschienenen Studie zum europäischen Fußball sind der Ansicht, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mithilfe strafrechtlicher und disziplinarischer Maßnahmen (etwa Sanktionen gegen Sportvereine) bekämpft werden muss. 
  • Das Europäische Parlament hat im März 2006 eine Erklärung zur Bekämpfung von Rassismus im Fußball angenommen.
Hintergrund : 

Trotz geltender Antidiskriminierungsgesetze werden Bürger ausländischer Herkunft in ihrem täglichen Leben und bei Sportereignissen noch immer Opfer von Rassismus, Vorurteilen, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Aus diesem Grund erscheint die Stärkung des interkulturellen Dialogs und des gegenseitigen Verständnisses ein dringliches Anliegen in der erweiterten EU.

Sportler und Sportverbände verfügen über eine gute Ausgangslage, die Achtung der kulturellen Vielfalt zu fördern. Aus diesem Grund unterstützen verschiedene Organisationen und die EU-Kommission Projekte, die darauf abzielen, die Aufmerksamkeit, die Sportstars von den Medien erhalten, dazu zu nutzen, diese grundlegenden Werte an den Fan zu bringen und in die Zivilgesellschaft zu tragen. 

Nach Ansicht des seit 1999 von der Kommission geförderten Netzwerks „Football Against Racism in Europe“ (FARE), das erste seiner Art in der EU, machen die „weltweite Fußballbegeisterung und die dem Sport innewohnenden Werte (Teamgeist, Fair Play usw.), neben der enormen Medienaufmerksamkeit, den Fußball zu einem idealen Instrument zur Förderung der Antidiskriminierung“. 

Da die EU aber über keine eigentlichen Kompetenzen in Sportbereich verfügt, werden Sportprojekte von der EU über andere Bereiche (etwa Bildung oder Soziales) unterstützt.

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