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Alternative Kraftstoffe für den Straßenverkehr [DE][en][fr

Erschienen: Montag 3. Oktober 2005    | Aktualisiert: Dienstag 19. Dezember 2006   

Um die Sicherheit der Energieversorgung zu verbessern und die Treibhausgasemissionen zu verringern hat sich die EU zum Ziel gesetzt, bis 2020  20 % der herkömmlichen Treibstoffe im Straßenverkehr (Benzin und Diesel) durch alternative Treibstoffe zu ersetzen. Drei verschiedene Lösungen gelten als viel versprechend: Biokraftstoffe, Erdgas und Wasserstoff. 

Zum gleichen Thema:

Nächste Schritte:

  • Anfang 2006 wird die Kommission den Stand der Umsetzung der Biotreibstoff-Richtlinie in den Mitgliedsländern überprüfen. 

Zusammenfassung Links

Die EU beschäftigt sich seit 2000 aus zwei Gründen mit der Ersetzung herkömmlicher Kraftstoffe (Benzin und Diesel) durch alternative Kraftstoffe: 

  • Energieversorgungssicherheit (Ölreserven sind begrenzt und größtenteils nur in geopolitisch-unstabilen Regionen der Welt vorhanden); 
  • Verminderung von Treibhausgasemissionen (fossile Brennstoffe verursachen fast 30% der CO2-Emissionen in OECD-Ländern). 

Entwicklungen

In dem Grünbuch: „Hin zu einer europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit“ (2000) hat die Kommission das Ziel formuliert, bis zum Jahre 2020 den Anteil von Biokraftstoffen und Ersatzkraftstoffen auf 20% des Kraftstoffgesamtverbrauchs im Straßenverkehrssektor zu steigern. 

Im November 2001 veröffentlichte die Kommission eine Mitteilung über alternative Kraftstoffe im Straßenverkehr und ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen, in dem sie drei alternative Kraftstoffsorten als potentiell perspektivreich ansieht (siehe „Kernfragen“). 

Gleichzeitig nahm die Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie an, die es den Mitgliedsstaaten ermöglicht, die Verbrauchsteuer auf Biokraftstoffe zu ermäßigen. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit dieser Ersatzkraftstoffe verbessern werden und zur nachhaltigen Entwicklung beigetragen werden. 

Die Kommission hat außerdem eine Kontaktgruppe Alternative Kraftstoffe gebildet, welche im Dezember 2003 einen Bericht mit Empfehlungen zur „Marktentwicklung von alternativen Kraftstoffen“ veröffentlichte. 

Im Mai 2003 setzte die Kommission eine hochrangige Beratergruppe zu Wasserstoff und Brennstoffzellen („High Level Group on Hydrogen and Fuel Cells“) ein und im Januar 2004 lancierte sie die Technologieplattform „H2 und BS-Zellen“. 

Kernfragen:

Die Ersetzung von 20% der herkömmlichen Kraftstoffe durch alternative Kraftstoffe stellt in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar: 

  • alternative Kraftstoffe müssen genauso benutzerfreundlich, sicher und verlässlich sein, und zwar zu vernünftigen Preisen; 
  • alternative Kraftstoffe müssen weniger umweltschädlich sein als herkömmliche Kraftstoffe; 
  • sie müssen ebenso energieeffizient sein; 
  • Damit sich alternative Kraftstoffe auf dem Markt durchsetzten können, muss ausreichend in neue Infrastruktur und Anlagen investiert werden. 

Infolge dieser Kriterien identifiziert die Mitteilung aus dem Jahr 2001 drei alternative Kraftstoffsorten, die zusammen bis zu 20% am gesamten Kraftstoffmarkt erreichen könnten: Biokraftstoffe, Erdgas und Wasserstoff. Die Mitteilung wies darüber hinaus auf die Technologie der Hybridfahrzeuge hin, die einen Grad der Kraftstoffeinsparung bietet, der mit dem alternativer Kraftstoffe vergleichbar ist. 

 

Biokraftstoffe  

 

Hintergrund: 

Hergestellt aus Biomasse (Pflanzenöle aus Sonnenblumen, Zuckerrüben und Getreide, organische Abfälle): Biodiesel und Bioethanol 
Vorteile: 

  • weniger Kohlendioxidemission und weniger Schadstoffe 
  • biologisch abbaubar o neue Märkte für die Agrarindustrie, besonders attraktiv für neue Mitgliedsstaaten 
  • können im Rahmen des bestehenden Verteilungssystems verwendet werden, daher keine kostenaufwendigen Infrastrukturinvestitionen erforderlich 

Probleme: 

  • Biokraftstoffe sind teuerer als herkömmliche Kraftstoffe: Erst wenn Erdöl etwa €70/Barrel kostet, werden der Preisunterschied verschwinden. 
  • Begrenzte landwirtschaftliche Fläche für den Anbau von Energiepflanzen 

Stand der Dinge in der EU: 

Der 2001 verabschiedete Richtlinienentwurf sieht als Ziel vor, bis zum Jahr 2005 2% des Verbrauchs von traditionellen Kraftstoffen in den jeweiligen Mitgliedsstaaten durch Biokraftstoffe zu ersetzen. Bis Dezember 2010 müssen die Mitgliedsstaaten einen Anteil von 5,75% sicherstellen. Einige Mitgliedstaaten haben allerdings Schwierigkeiten, den Richtlinienentwurf umzusetzen. Die Kommission übermittelte am 16. März 2005 an neun Mitgliedsstaaten Aufforderungsschreiben, da diese es versäumt haben, der Kommission ihr nationales Ziel für den Biokraftstoffanteil mitzuteilen. Ende 2005 war es klar, dass die EU nur einen 1,4 %igen Anteil an Biokraftstoffen 2005 erreichen würde.  Daher hat die Kommission eine neue Mitteilung über die EU-Strategie für Biokraftstoffe im Februar 2006 veröffentlicht, welche eine spätere Überarbeitung der Richtlinie vorbereitet.  Diese könnte verpflichtende anstatt hinweisende Ziele enthalten.

Mehr Informationen finden sie in unserem LinksDossier Biokraftstoffe für den Verkehr

 

Erdgas

 

Hintergrund: 

Lässt sich als Kraftstoff in herkömmlichen Ottomotoren verwenden, allerdings sind dafür besondere Mitführungs- und Einspritzsysteme erforderlich. 
Vorteile: 

  • Sauber, hohe Oktanzahl, niedriger CO2-Ausstoß (allerdings nicht effizienter als Dieselmotoren) 
  • Lärmminderung 

Probleme: 

  • Probleme bei Versorgungssicherheit (allerdings weniger als bei Erdöl) ´
  • Investitionen in das Tankstellennetz erforderlich 

Der EU Stand der Dinge: 

Die Kommission sieht als Ziel vor, bis zum Jahr 2010 2%, bis 2015 5% und bis 2020 10% des Verbrauchs von traditionellen Kraftstoffen in den jeweiligen Mitgliedsstaaten durch Erdgas zu ersetzen. Die wichtigste Aufgabe besteht darin, eine Verteilungsinfrastruktur aufzubauen. Die Kommission hat eine Kontaktgruppe gebildet, die Vorschläge zu passenden Fahrzeugtypen, geographischen Zonen und der Schaffung eines Tankstellennetzes machen wird. 

 

Wasserstoff 

Hintergrund: 

Wasserstoff kann in Brennstoffzellen oder als Kraftstoff für herkömmliche Ottomotoren verwendet werden. Wasserstoff ist allerdings keine Energiequelle, sondern ein Energieträger (wie Elektrizität), deswegen sind für die Gewinnung von Wasserstoff Energiequellen erforderlich. 
Vorteile: 

  • Wasserstoff ist unerschöpflich, da die Gewinnung aus vielen Energiequellen möglich ist. 
  • Der Nutzen im Hinblick auf die Versorgungssicherheit und den Ausstoß von Treibhausgasen hängt davon ab, wie der Wasserstoff gewonnen wird (falls er unter Verwendung von Kohle als Energiequelle gewonnen wird, führt das zu höheren CO2-Emissionen). 

 Probleme:

  •  Für die Speicherung ausreichender Wasserstoffmengen im Kraftfahrzeug wurde noch keine Lösung gefunden. 
  • Kostenaufwendige Investitionen in Verteilungsinfrastruktur erforderlich. 
  • Kraftfahrzeuge mit Wasserstoff-Antrieb sind immer noch sehr teuer. 

Stand der Dinge in der EU: 

Die Kommission schätzt, dass bis 2015 keine beachtliche Markteinführung stattfinden wird. Die im November 2001 veröffentlichte Mitteilung der Kommission sieht als Ziel vor, bis 2015 2% und bis 2020 5% des Verbrauchs von traditionellen Kraftstoffen in den jeweiligen Mitgliedsstaaten durch Wasserstoff zu ersetzen. Die Kommission kofinanziert derzeit ein großes Demonstrationsprojekt (CUTE), das 27 Busse mit Wasserstoffantrieb in 9 Städten in ganz Europa umfasst. 

 

Sonstige Kraftstoffe und Technologien 

 

Elektrofahrzeuge. Probleme: Größe und Kosten der Batterien; Leistung und Reichweite zwischen den Ladevorgängen ermöglichen nur Kurzstreckenbenutzung; kostenaufwendig. 

Hybridfahrzeuge. Haben zwei „Motoren“ (Verbrennungsmotor und Elektromotor: je nach Fahrverhältnissen wechselt das Fahrzeug zur effizientesten Betriebsart (z.B. Toyota Prius). Vorteile: Kraftstoffeinsparung im städtischen Verkehr, auf Autobahnen jedoch keine Vorteile gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen. 

Methanol und Dimethylether (DME). Werden aus Erdgas gewonnen. Methanol bietet im Vergleich zu Erdgas geringere Gesamteffizienz hat einen höhere Toxizität. DME kann als Ersatzstoff für Diesel verwendet werden, verbrennt sauberer als Dieselkraftstoff (ist aber kostenaufwendig). 

Dieselkraftstoff, der aus Erdgas gewonnen wird. ‚Gas-to Liquids’ (GTL) and ‚Biomass-to-Liquids’ (BTL) haben Potenzial. Probleme: CO2-Emissionen und erforderliche Landflächen. 

Flüssiggas (LPG). Billig und umweltfreundlich. 

Links Zusammenfassung

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