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Hausmüll zur Herstellung von Biokraftstoffen zu verwenden, könnte Müllhalden drastisch verkleinern und dabei noch Wärme und Strom erzeugen, erklärte Mika Aho, Geschäftsführer des führenden finnischen Bioethanolherstellers St1, EurActiv in einem Interview.
St1 produziert Bioethanol aus verschiedenen Abfallarten und industriellen Nebenprodukten. Weil das Ausgangsprodukt bereits in großen Mengen zur Verfügung steht, wird bei dieser Methode kein zusätzliches CO2 emittiert. Außerdem werden Emissionen verhindert, da der Müll nicht auf einer Müllhalde gelagert wird, wo er sonst Methangas produzieren würde. Dies sei ein Treibhausgas, das noch gefährlicher sei als CO2, so Aho.
Man habe noch kein anderes Verfahren entdeckt, dass CO2-Emissionen so drastisch senken würde, wie das ihre, stellte er fest.
Die Firma benutzt Rohmaterialien wie Teig und Spülwasser von einer Bäckerei, sowie Rückstände von einer Kartoffelflockenfabrik und Hefe von einer Brauerei. Den nächsten Schritt, den St1 plant, ist die Verarbeitung von getrennt gesammeltem Biomüll aus Industrie und Haushalten in einer Anlage, die dieses Jahr gebaut werden soll.
„Da das Ausgangsmaterial heterogener ist, muss die Vorbehandlung angepasst werden, um den Müll gärfähig zu machen. Dazu benutzen wir existierende Verfahren, setzten sie aber in einer neuen Art und Weise ein“, erklärte Aho.
Der erste Betrieb, der die einzigartige Methode nutzen soll, wird ungefähr eine Millionen Liter Ethanol pro Jahr produzieren und circa 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten, schätzte Aho. Die bei diesem Prozess entstehenden Rückstände könnten danach verbrannt werden, um Wärme und Elektrizität zu erzeugen, sagte er.
Die Wärme könne teilweise für den Betrieb der Anlage genutzt werden und der Überschuss könne in das lokale Fernwärmenetz eingespeist werden. Alternativ könne sie auch von benachbarten Industriebetrieben genutzt werden, fügte er hinzu.
„Bis zur Nutzung von festen Siedlungsabfällen ist es auch nur ein kleiner Schritt. Es gibt Technologien, mit denen fester Siedlungsabfall in unterschiedliche Bestandteile zerlegt werden kann“, sagte Aho und fügte hinzu, dass die Menge an Müll, die Gemeinden produzieren laut St1s Schätzungen um 10 bis 25 Prozent gesenkt werden könne.
„Durch die Verwendung von unterschiedlichen Technologien, gibt es die Möglichkeit, Müllhalden, wenn auch nicht komplett zu schließen, so doch zumindest bedeutend zu verkleinern“, stellte Aho klar. Gemeinden könnten ihre Abfallwirtschaft bedeutend verbessern, indem sie beginnen den Hausmüll von Grund auf effektiv zu trennen, folgerte er.
Die EU fördert Biokraftstoffe als nachhaltige Form der Energiegewinnung, als Teil ihrer neuen Richtlinie für erneuerbare Energien (siehe EurActiv LinksDossier), die im Dezember verabschiedet wurde. Diese verpflichtet die Mitglieder, sicherzustellen, dass zehn Prozent der Kraftstoffe im Verkehr auf nachhaltigen Rohstoffen beruhen.
Aho glaubt, dass die EU-Ziele dabei helfen, einen Markt für Biokraftstoffe zu schaffen. Obwohl er glaubt „unsere Technologien rechnen sich auch wirtschaftlich und sind auch auf dem traditionellen Markt wettbewerbsfähig. Wir glauben, dass es auch ohne diese Direktive einen Markt geben würde“, sagte er.
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