ThemenRubriken
MiniRubriken
Die Umweltorganisation WWF zählt die Donau zu den zehn am stärksten gefährdeten Flüssen weltweit. Vor allem Staudämme, Verschmutzung und Klimawandel bedrohen die Region.
80% der ursprünglichen Feuchtgebiete und Auen entlang der Donau und seiner wichtigsten Nebenflüsse seien bereits seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts zerstört worden, heißt es in einem Bericht der WWF, der anlässlich des Weltwassertags am 22. März 2007 veröffentlicht wurde.
Die Donau ist der einzige europäische Fluss im WWF-Bericht „World’s Top Rivers at Risk“. Asien kommt im Bericht am schlechtesten weg mit fünf Flüssen: Jangtse, Mekong, Saluen, Ganges und Indus.
Alle Flüsse im Bericht seien ein Zeichen der aktuellen Süßwasserkrise, die WWF seit Jahren angekündigt habe, sagte Jamie Pittock, Direktor des WWF-Programms 'Living Waters'.
Aber im Gegensatz zu anderen Regionen der Erde, ist Europa an strenge Richtlinien zur Süßwasserqualität gebunden. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die 2000 verabschiedet wurde, zielt darauf ab, bis 2015 einen „guten ökologischen Status“ für alle europäischen Flüsse zu erreichen.
Für die Donau könnte sich dies jedoch als schwierig erweisen; mehr als 85% des Gebiets könnten laut WWF-Bericht die Zielvorgaben nicht erreichen.
Die Kanalisierung und der Bau von Deichen und Dämmen in den vergangenen 200 Jahren haben zum Verlust von mehr als 80% der ursprünglichen Feuchtgebiete und Auen entlang der Donau und ihrer wichtigsten Nebenflüsse geführt, sagte WWF, und wies auf das erhöhte Risiko von Hochwasser in der Region hin.
Laut WWF, gefährden neue Projekte zum Ausbau der Infrastruktur für Binnenschifffahrt, die innerhalb des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) geplant sind, weitere 1000 Kilometer Feuchtgebiet; ein Gebiet, das sich von Bayern bis Serbien, Rumänien und Bulgarien erstreckt.
Der WWF warnte davor, dass weitere Kanalisierung der Donau nicht nur zum Verlust von Biodiversität und Feuchtgebieten führen werde, wodurch gleichzeitig das Risiko von Hochwasser steige, sondern zudem zur Senkung des Grundwasserspiegels, was wiederum die Trinkwasserversorgung für 20 Millionen Menschen in der Region gefährde.
Die Ziele im Umweltbereich könnten jedoch mit den Zielen im Transportsektor in Konflikt geraten; In diesem Bereich versucht die EU, die Anzahl der Fahrzeuge auf den Straßen zu reduzieren, um Staus und damit verbundene Umweltverschmutzung zu vermeiden. Mit einem 35.000 Kilometer langen, staufreien Netzwerk tragen Binnenwasserwege dazu bei, gefährliche Emissionen zu reduzieren, den Energieverbrauch zu senken und Lärmbelästigung zu vermindern, so Inland Navigation Europe (INE; europäische Binnenschifffahrt).
Am Weltwassertag organisiert die Kommission eine Konferenz
, die den Fortschritt der Mitgliedstaaten bei der Durchsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie beurteilen, und die zukünftigen Herausforderungen diskutieren wird.
Bei der Konferenz wird EU-Umweltkommissar Stavros Dimas einen ersten Bericht zur Durchführung der Richtlinie vorlegen, sowie einen neuen Informationsdienst im Internet – das Wasserinformationssystem der EU (WISE - Water Information System for Europe) vorstellen.