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Die EU will die globale Quecksilberbelastung mithilfe einer umfassenden Strategie verringern. Europäische Quecksilberexporte sollen bis 2011 eingestellt werden.
Es ist allgemein bekannt, dass von Quecksilber
eine
ökologische und gesundheitliche Bedrohung ausgeht. Es wird im
Körper angereichert und kann den Gehirnzellen und dem zentralen
Nervensystem erheblichen Schaden zufügen. Die Risiken von
Quecksilber sind ein globales Problem, da Quecksilber über die
Luft und Nahrungskette (insbesondere über Fische) übertragen
wird.
Quecksilber wird hauptsächlich in Thermometern, Barometern, Amalgamen und Batterien, aber auch bei der Herstellung von Chloriden, verwendet.
Die EU ist der weltweit größte Exporteur von Quecksilber. Sie liefert fast ein Drittel des globalen Angebots (1.000 Tonnen der insgesamt 3.600 Tonnen pro Jahr). Das Quecksilber, das exportiert wird, stammt größtenteils aus Überresten des EU-Chloralkali-Sektors.
Auf internationaler Ebene werden vor allem im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen Debatten über dieses Thema geführt (UNEP).
Die Hauptelemente der neuen EU-Quecksilberstrategie sind folgende:
• Einstellung der europäischen Exporte bis 2011
• Durchführung weiterer globaler Maßnahmen im Rahmen
internationaler Plattformen und gemeinsam mit anderen Ländern
• Reduzierung der Nachfrage in der EU durch eine
eingeschränkte Vermarktung gewisser Produkte (z.B.
Thermometer)
• Maßnahmen zur sicheren Lagerung von überschüssigem
Quecksilber
• Verringerung der Quecksilberemissionen in der EU
• Mehr Forschung und Informationsprogramme zu gesundheitlichen
Auswirkungen von Quecksilber (als Teil des 7.
Rahmenforschungsprogramms)
Die europäische Chloralkaliindustrie hat die Quecksilberemissionen, die während der Produktionsprozesse entstehen, im Laufe des letzten Jahrzehnts bereits auf freiwilliger Basis erheblich reduziert. In einer ersten Reaktion auf die neue Strategie der Kommission äußert Euro Chlor, dass es auch weiter vorhabe, die Emissionen zu verringern. Gleichzeitig vertritt der Verband die Auffassung, „es ist unwahrscheinlich, dass ein unilateraler Exportstopp das globale Quecksilberproblem löst“. Es bedürfe einer größeren Zahl von internationalen Maßnahmen. „Sollte dies nicht erreicht werden, könnten Quecksilberminen woanders berechtigterweise ihre Produktion erhöhen, um der Nachfrage des Markts nachzukommen, die ansonsten von dem recycelten Quecksilber aus der Chloralkaliindustrie befriedigt werden würde“, so die EU-Lobby der Chlorindustrie.
Dahingegen zeigten sich Umweltorganisationen zufrieden mit der geplanten EU-Strategie. Greenpeace erklärt in einer Pressemeldung, dass die EU „Führungswillen beweist, indem sie gegen die globale Quecksilberbelastung vorgeht“. Die Umweltschützer mahnen indes, dass gezieltere Maßnahmen erforderlich seien, um „die Einstellung der Quecksilberproduktion in der größten Mine der Welt in Almaden, Spanien, durchzuführen“. Darüber hinaus, fordern sie strengere Maßnahmen bezüglich der Emissionen größerer kohlebetriebener Verbrennungsanlagen.