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Nachhaltige Chemikalien [DE][en][fr

Erschienen: Donnerstag 26. Mai 2005   

Bedenken aus der Öffentlichkeit über die ökologische, gesundheitliche und die sicherheitsbezogenen Folgen von Chemikalien haben dazu geführt, dass ‚grünen Chemikalien’ immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Mit der Einführung einer neuen, strengeren EU-Chemikalienpolitik (REACH) wird die Erforschung umweltverträglicherer Chemikalien eingeleitet, um verstärkt Themen wie Abfallvermeidung, biologische Abbaubarkeit und Energiesparen zu berücksichtigen.

Zum gleichen Thema:

Nächste Schritte:

  • 8. März 2007: Fünftes Stakeholder-Treffen von SusChem.

  •  

    29. und 30. Januar 2008: Sechstes Stakeholder-Treffen von SusChem.

  •  

    September 2008: Vermittlungsveranstaltung für den nächsten FP7-Aufruf.

  •  

    Januar 2009: Siebtes Stakeholder-Treffen von SusChem.

  •  

Zusammenfassung Links

Das Interesse an umweltverträglichen Chemikalien begann in den frühen 90er Jahren in den USA mit dem ‚Pollution Prevention Act’. Ursprünglich bezog sich das Konzept vor allem auf Produktionsverfahren, die die Verwendung gesundheits- und umweltschädlicher Substanzen reduzieren oder ganz abschaffen sollte.

Die Definition des Konzepts wurde während der 90er Jahre von Dr. Anastas (US Environmental Protection Agency) und Chemieprofessor John C. Warner (University of Massachusetts, Boston) um 12 Grundsätze für grüne Chemikalien [auf Englischexternal ] auf die folgenden Aspekte ausgeweitet:

  • Abfallvermeidung
  • Sicherheit (geringe Toxizität, Unfallminimisierung)
  • Nutzung erneuerbarer Rohstoffe und Ausgangsmaterialien (Quelle des Anfangsmaterials für chemische Reaktionen)
  • Verbesserung der Energieeffizienz
  • Verwendung sichererer Lösungsmittel und Reaktionsbedingungen
  • Entwicklung biologisch abbaubarer Chemikalien

Mittlerweile umfasst das Konzept die drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung: Wirtschaft, sozialer Zusammenhalt und Umwelt. 'Nachhaltigkeit' bedeutet, dass diese in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen sollten, indem keinen dieser Aspekte ein höherer Stellenwert eingeräumt wird.

Kernfragen:

Mit der neuen geplanten EU-Chemikaliengesetzgebung (siehe auch REACH- LinksDossier ) werden umweltverträglichere und sichere Produkte den größten Teil der Innovationskapazität der europäischen Industrie sowie eine wichtige Einkommens- und Wachstumsquelle für Unternehmen darstellen. 

Um diese Herausforderung anzugehen und ihre globale Vorreiterrolle zu behaupten, haben die Europäische Chemikalienindustrie (Cefic) und die Europäische Biotech-Industrie (EuropaBio) am 4. März 2005 eine Technologieplattform für Forschung und Entwicklung (FuE) und nachhaltige Chemikalien (SusChemexternal ) ins Leben gerufen. Die Plattform identifiziert drei wichtige Sektoren, die als entscheidend für auf Innovation basierendes Wachstum im Chemikalien-Sektor gelten:

  • Industrielle Biotechnologie external (oder ‚weiße Biotechnologie’): Verwendung biologischer Rohstoffe (Glukose, Gemüseöle, Enzyme etc.) zur Entwicklung von Produkten wie Pharmazeutika, Bio-Farbmittel, biologisch abbaubare Plastiksorten, Vitamine, Lebensmittelzusätze, Bio-Pestizide und flüssige Biokraftstoffe für Fahrzeuge
  • Materialtechnologieexternal : Entwicklung neuer umweltverträglicherer Materialien, einschließlich besserer Möglichkeiten der Wiederverwertung
  • Umweltverträglichere Herstellungsverfahrenexternal : Die Herstellungsverfahren von Chemikalien sollen schneller, billiger und sauberer werden. 

Außerdem ist eine horizontale Arbeitsgruppe external gegründet worden, um strategische Ansätze zur Ökoeffizienz von Innovationen zu untersuchen, die über die Kostenreduzierung und Umweltverträglichkeit von Produkten und Verfahren hinausgehen. Zu ihnen können wirtschaftliche und finanzielle Schranken, Rechtsvorschriften und Maßnahmen zur Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Chemikalien, einschließlich der Förderung von Alternativen zu Tierversuchen, gehören.

Im August 2006 legte SusChem einen Aktionsplan zur Durchführung vor, in dem acht für nachhaltige Chemie wichtige Themen bestimmt werden: biologische Wirtschaft, Energie, Gesundheitswesen, Informations- und Kommunikationstechnologien, Nanotechnologie, nachhaltige Lebensqualität, nachhaltige Gestaltung von Produkten und Prozessen sowie Verkehr. Um die Vorteile von nachhaltiger Chemie im Alltag aufzuzeigen, beabsichtigt die SusChem Plattform, an drei „visionären Projekten“ zu arbeiten:

  • das „Smart-Energy-Home“-Konzept (Konzept zu energieeffizientem Wohnen);
  • die integrierte Bio-Raffinerie;
  • die „F3-Factory“ („Future, Fast, Flexible Manufacturing” – zukunftsorientierte, schnelle und flexible Herstellungsweise).

Während des sechsten Stakeholder-Workshops stimmte SusChem zu, sich stärker für einen Austausch mit der breiteren Öffentlichkeit und mit NGOs einzusetzen, vor allem zu den Themen Nanotechnologie und Klimawandel.

Positionen:

Bedenken bezüglich der gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen von Chemikalien haben die Industrie dazu veranlasst, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Eine freiwillige Initiative, das ‚Responsible Care Programme’external , wurde Anfang der 90er Jahre von dem International Council of Chemical Associations (ICCA) angenommen. Das Programm zielt darauf ab, Chemikalien und ihre Herstellung weniger gesundheitsschädlich, umweltverträglicher und sicherer zu machen. Außerdem soll mit Stakeholdern ein Dialog über Produkte, Herstellungsverfahren und Erfolge geführt werden. Auch hat es Initiativen im Bereich der Forschung Long-Range Research Initiativeexternal ) und hinsichtlich eines freiwilligen Programms zur Bewertung der mit hohen Chemikalienmengen verbundenen Risiken gegeben High Production Volume Chemicalsexternal ).     

Diese Bemühungen werden von EU-Entscheidungsträgern jedoch als unzureichend betrachtet. In ihrem WeißbuchPdf external zu REACH unterstreicht die Kommission  die Schwächen des bestehenden Systems, insbesondere das fehlende Wissen über die Risiken von Chemikalien. Diese seien der Hauptgrund für die angestrebte Reform der EU-Chemikalienpolitik. In dem Weißbuch schlägt die Kommission daher vor, dass strengere und systematischere Risikobeurteilungen durchgeführt werden, insbesondere in Bezug auf die bestehende 30.000 Substanzen, über deren Risiken entweder nichts oder sehr wenig bekannt ist. Das übergreifende Ziel der neuen Chemikaliengesetzgebung bestehe laut der Kommission in der nachhaltigen Entwicklung, d.h. in der Schaffung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. 

EuropaBio, ein Verband, welcher die europäische Biotech-Industrie vertritt, ist der Meinung, dass die so genannten ‚weißen Biotechnologien’ der Industrie sauberere Alternativen zu den herkömmlichen Herstellungsverfahren von Chemikalien böten. In einem Positionspapier Pdf external heißt es, weiße Biotechnologien hätten die Entwicklung neuer Produkte ermöglicht, deren Eigenschaften, Kosten und Umweltverträglichkeit mit petrochemischen Ausgangssubstanzen oder konventionellen Verfahren nicht hätten erzielt werden können. EuropaBio verweist zudem auf Fallstudien, die der Verband gemeinsam mit dem deutschen Öko-Institut durchgeführt hat, aus denen hervorgeht, dass weiße Biotechnologien zu Kostenreduzierungen führten (bezüglich Energieeffizienz, Abfallvermeidung etc.) und sich daher positiv auf die wirtschaftliche Leistung auswirken würden. 

Umweltschützer von Greenpeace fordern die Ersetzung giftiger Chemikalien durch sichere Alternativen, immer wenn diese vorhanden sind. Auf diese Weise soll ‚grüne Chemie’ vorangetrieben werden (Grundsatz der Gefahrstoffsubstitution). Jedoch erfolgt die Substitution nur langsam und in einigen Zweigen überhaupt nicht, da ihrer Einführung oft Hindernisse im Wege stehen. Greenpeace setzt sich daher dafür ein, dass Substitution unter den Entwürfen für die neue EU-Chemikaliengesetzgebung (REACH) als bindender Grundsatz für alle Substanzen aufgenommen wird, für die es Ersatzstoffe zu angemessen Preisen gibt. Greenpeace kritisiert den derzeitigen REACH-Entwurf, welcher die Verwendung gefährlicher Chemikalien selbst dann erlaubt, wenn sicherere Alternativstoffe vorhanden sind.

Der WWF  vertritt die Auffassung, REACH werde Unternehmen zur Innovation ermutigen und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum erhöhen. Außerdem würde REACH auf längere Sicht millionenschwere Einsparungen ermöglichen, weil weniger Menschen aufgrund von Chemikalienverschmutzungen und –vergiftungen erkranken würden.

Links Zusammenfassung

Leserbriefe
No more ‘business as usual’ after crisis
Claus Mayr, Naturschutzbund Deutschland
Risk not hazard for good pesticides regulation
James Gilmour, former director, Agricultural Advisory Service for Scotland
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    ECOFIN Council
  2. 4 - 5 Dezember 2008
    Environment Council
  3. 8 Dezember 2008
    TTE (energy) Council
  4. 8 - 9 Dezember 2008
    GAERC
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