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Umweltproblematik von PVC [DE][en

Erschienen: Mittwoch 11. August 2004    | Aktualisiert: Dienstag 16. Januar 2007   

Die Kommission erarbeitet derzeit eine umfassende Gemeinschaftsstrategie zu Fragen des Umweltschutzes bei der Herstellung, Verwendung und Entsorgung von PVC. Am 26. Juli 2000 legte sie hierzu ein Grünbuch vor, das als Ausgangspunkt für die Konsultation der interessierten Parteien diente. Die Generaldirektionen Umwelt und Unternehmen versuchen derzeit, ihre Unstimmigkeiten bezüglich der erwarteten Mittleilung zum Thema beizulegen.

Zum gleichen Thema:

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Polyvinylchlorid (PVC) ist ein synthetisches Polymermaterial (oder Harz). Es ist heute einer der am häufigsten verwendeten Kunststoffe. Reines PVC ist ein steifes Material, das mechanisch widerstandsfähig, relativ witterungsbeständig, resistent gegenüber Wasser und Chemikalien und elektrisch isolierend ist, andererseits aber ein relativ instabiles Verhalten gegenüber Wärme und Licht zeigt. Diese Unbeständigkeit kann durch Stabilisatoren behoben werden. Stabilisatoren bestehen häufig aus Salzen von Metallen wie Blei, Barium, Calcium oder Cadmium oder aus zinnorganischen Verbindungen.

Die mechanischen Eigenschaften von PVC können durch Zusatz von niedrigmolekularen Substanzen, die sich mit der polymeren Matrix vermischen, verändert werden. Der Zusatz dieser so genannten Weichmacher in unterschiedlichen Mengen führt zu Materialien mit einer grossen Vielfalt von Eigenschaften, was der Grund dafür ist, daß PVC in einem breiten Spektrum von Einsatzgebieten angewendet wird. Die am häufigsten verwendeten Arten von Weichmachern sind Ester organischer Säuren, darunter vor allem Phthalate und Adipate.

Kernfragen:

Das Grünbuch identifiziert zwei Hauptthemen:

  • die gesundheits- und umweltschädliche Wirkung einiger der PVS-Zusätze, wie beispielsweise Blei, Cadmium and Phthalate und das Problem der Entsorgung von PVC;
  • Probleme in Verbindung mit der Verbrennung, Deponierung und des Recyclings von PVC-Abfällen  
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  • obligatorische rechtliche Maßnahmen, wie z.B. der Vorschlag für eine PVC-Richtlinie, oder eine Kombination verschiedener Insturmente wie die Anpassung existierender Richtlinien, oder Empfehlungen an die Mitgliedstaaten;
  • die Stärkung existierender freiwilliger Abkommen mit der Industrie

Positionen:

Die PVC-Industrie ist über das mögliche Verbot von PVC sehr besorgt. Im März 2000 leitete sie daher ein freiwilliges Programm über einen Zeitraum von 10 Jahren ein, um PVC-Abfall zu reduzieren und ihren Produkten eine Zukunft zu sichern. Die europäischen PVC-Hersteller warfen der Kommission vor, das Grünbuch stelle eine "unbefriedigende Beurteilung des Lebenszyklus von PVC" dar. Darüber hinaus erklärten die Vertreter, dass ein Verbot Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen PVC-Industrie gefährden würde.

Die Umweltbewegung Greenpeace dahingegen hat das Grünbuch der Kommission begrüßt und hat seine Forderung nach einem sofortigen Verbot der Verbrennung von PVC-Abfall und einer vollständigen Ersetzung von PVC-Materialien noch einmal bekräftigt.

Am 3.April 2001 forderte das Europäische Parlament die Kommission dazu auf, die Anwendung von PVC-Produkten strengeren Regeln zu unterwerfen.

GD Umwelt und GD Unternehmen haben ihre Diskussionen über eine Folgemitteilung zum Grünbuch bislang noch nicht abgeschlossen. Die Mitteilung wurde bereits im Jahr 2002 erwartet. Aufgrund der folgenden Meinungsunterschiede zwischen den zwei Generaldirektionen der Kommission kam es jedoch zu einer Verzögerung:

  • der Grad an Recycling von PVC;
  • der Ausstieg aus Schwermetallen (Cadmium und Blei);
  • die Verwendung von Phthalaten;
  • die Anwendung angemessener Instrumente: Gesetzgebung oder freiwillige Abkommen. 

Links Zusammenfassung

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