EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Abwrackprämien erzielen großen Erfolg in Europa [DE]

Veröffentlicht 09. April 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Berlin verkündete gestern (8. April 2009) Pläne, den Umfang der Abwrackprämie auf drei Milliarden Euro zu verdreifachen, nachdem die Verbraucher massiv auf die Initiative reagiert hatten, die Autofahrer dazu motiviert, alte Autos im Austausch gegen 2.500 Euro zu verschrotten.  

Die Neuzulassungen in Deutschland stiegen im Februar, laut dem Verband europäischer Automobilhersteller (ACEA), nachdem die Prämie eingeführt wurde um 30 Prozent.

Die deutsche Abwrackprämie, die 1,5 Milliarden Euro wert ist, wurde im Januar als Teil eines 50 Milliarden schweren Rettungspaketes zur Wiederankurbelung der Wirtschaft eingeführt, die ihre schlimmste Rezession seit dem 193oern erlebt. Der Plan fordert Autobesitzer dazu auf, Autos die älter als neun Jahre sind, durch neue kraftstoffeffizientere Fahrzeuge auszutauschen, wofür diese 2500 Euro erhalten. 

Jedoch wurde die Initiative bald ein Opfer ihres eigenen Erfolgs. Mit 1,2 Millionen Bewerbungen bis dato, hatte die Nachfrage das dafür vorgesehene Budget zweifach überschritten. Die Ausweitung des dafür vorgesehenen Fonds sollte es weiteren zwei Millionen Autofahren erlauben Abwrackprämien für ihren Gebrauchten zu erhalten.   

Deutschland ist hiermit kein Einzelfall. Ähnliche Initiativen werden auch in anderen EU-Ländern eingeführt und erfahren ähnlich breite Zustimmung.  In Frankreich hatten, laut der ACEA 20 Prozent der im Januar verkauften Autos von einer ähnlichen Abwrackprämie profitiert. In Portugal ersetzten 16 Prozent aller im Jahr 2008 verkauften Autos alte Fahrzeuge ersetzt, die sich für die dortige Abwrackprämie qualifiziert hatten.  

Flottenerneuerungsprogramme werden von Autoherstellern unterstützt, da sie dabei helfen, den Abschwung des Marktes abzumildern und ihn auf mehrere Jahre verteilen. 

Das Programm ist jedoch nicht nach jedermanns Geschmack. In einer Online Chat-Sizung, sagte der tschechische Finanzminister Miroslav Kalousek, er sei mit der Einführung der Abwrackprämie nicht einverstanden und argumentierte, sie sei eine „unfaire, temporäre“ Hilfe für eine einzige Branche.

Warum gebe es keine Finanzhilfen für Computer- oder Schuhfabrikanten, fragte der Minister. 

Weiter stellte er die Moralität solcher Programme in Frage und sagte, dass sie für arme Menschen dramatische soziale Konsequenzen hätten. Wenn sich ihre Situation verschlimmere, würden sie ihr neues Auto verlieren, während sie das alte verschrottet hätten. Das einzige was übrig bleibe seien dann die Schulden. Die Automobillobby werde sich nicht dafür interessieren, sie werden ihre Autos bis dahin verkauft haben. Dies sei sogar noch unmoralischer als Verbraucherkredite, da diese nicht vom Steuerzahler subventioniert würden.  

Die Prämie ist auch von Umweltorganisationen in die Kritik gekommen, die sie als „absurd“ bezeichnten. T&E, eine Umweltorganisation sagte, dass die Prämie von 2 500 Euro ohne Rücksicht auf die CO2 Emissionen der Automodelle verteilt würden. Dies bedeute, dass wenn ein Autofahrer einen Volkswagen Lupo TDi 3L von 1999 verschrotte und einen 2009 Porsche Cayenne Turbo kaufe, würde er immer noch die volle vom Steuerzahler finanzierte Summe erhalten, so T&E. 

Die deutschen Oppositionsparteien beschuldigten die Regierung das Geld von Steuerzahlern quasi aus dem Fenster zu schmeißen, um Wählerstimmen für die nächsten Bundestagswahlen im September gewinnen. 

Advertising