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Autohersteller fordern Aufschub der CO2-Begrenzung [DE]

Veröffentlicht 16. Mai 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Automobilhersteller fordern, dass Brüssel ihnen weitere drei Jahre zur Vorbereitung auf die neuen, stringenten Begrenzungen von CO2-Emmissionen zugesteht, die bis 2012 erreicht sein sollten.

Der europäische Automobilherstellerverband, ACEA, hat die Kommission am 15. Mai 2007 aufgefordert, den Herstellern eine ausreichende Vorbereitungszeit für die Umsetzung der Richtlinie einzuräumen, die sie verpflichtet, die CO2-Ausstöße von Neuwagen auf durchschnittlich 130 Gramm pro Kilometer zu senken.

Die Kommission hatte entschieden, dass diese Zielvorgabe bis 2012 erfüllt werden muss. Der Präsident des ACEA, Sergio Marchionne, wies jedoch darauf hin, dass dies verfrüht sei, da die Rahmengesetzgebung voraussichtlich nicht vor 2009 vollendet sein werde. Bis dahin müssten aber bereits die Entwürfe für die Fahrzeuge, die 2012 auf den Markt kommen sollen, fertig sein. Der Industrie müsse eine ausreichende Übergangszeit gewährt werden, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Dies könne nicht vor 2015 geschehen, so Marchionne.

Marchionne fügte hinzu, dass die Pläne der Kommission, mit den CO2-Kürzungen fast ausschließlich die Fahrzeugindustrie zu belasten – und dabei wirtschaftsfreundlichere Ansätze wie Verkehrsmanagement, Biokraftstoffe und Besteuerung auszublenden - in Europa tausende Arbeitsplätze kosten werde.

Umweltschützer beschuldigen die Autohersteller jedoch, mit ihrer Forderung nach einem solch umfassenden Ansatz ihrer Verantwortung aus dem Wege gehen zu wollen. Sie weisen darauf hin, dass die Industrie eine Reduzierung der CO2-Ausstöße auf freiwilliger Basis versäumt hätte.

Ein freiwilliges Abkommen, das 1998 mit der Kommission unterzeichnet wurde, verlangt von den europäischen Automobilherstellern, die durchschnittlichen CO2-Emissionen bis 2008 auf 140 g/km zu senken. Bisher haben sie diese Zahlen lediglich auf 163 g/km reduzieren können. Die Kommission will nun das Emissionsniveau auf insgesamt 120 g/km bis 2012 senken. Dabei sollen die Automobilhersteller allein durch verbesserte Motortechnologien einen Wert von 130 g/km erreichen.

Das Parlament muss den Kommissionsvorschlag noch annehmen, aber verschiedenen Presseberichten zufolge könnte der britische liberale Abgeordnete Chris Davies, der Berichterstatter für den Vorschlag ist, möglicherweise eine Ausweitung der Frist bis 2014 vorschlagen, wenn die neuen Regeln für andere umweltschädliche Autoemissionen, bekannt als Euro 6, in Kraft treten.

Es werde Jahre dauern, um die Produktionsketten umzustellen und die Technologien zu entwickeln. Man wolle die Wirtschaft nicht aus Europa vertreiben, sagte Davies laut der Financial Times.

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