Am 6. Juni hat die Flugindustrie eine unabhängige Studie zur Folgenabschätzung der Einbindung der Luftfahrt in das Emissionshandelssystem vorgelegt. Laut der Branche zeigt die Studie, dass der Vorschlag der Kommission die langfristige Überlebensfähigkeit der Flugindustrie gefährde.
Laut der sechs Verbände, die den Bericht in Auftrag gegeben haben, baut der Kommissionstext auf drei „unrealistischen Annahmen“ auf:
- Die Fluggesellschaften könnten 100% der Kosten für die Einbindung in das System an die Kunden weitergeben;
- Nachfrage nach Luftverkehr sei nicht preisgebunden und die Einbindung werde nicht in einem spürbaren Rückgang an Fluggästen resultieren;
- Die entgeltlose Vergabe von Emissionsrechten würde den Fluggesellschaften ermöglichen, große Gewinne auf Kosten der Kunden einzustreichen, durch die Weitergabe von nichtexistenten Kosten an die Kunden. Die Kommission hat aus diesem Grund vorgeschlagen, dass die Versteigerung der Zertifikate verpflichtend sein sollte.
Laut der Studie Ernst & Young and York Aviation impact assessment unterstützt die ökonomische Theorie jedoch nicht diese Annahmen. Laut der Studie hängt die Möglichkeit der Fluggesellschaften, die Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, von dem Geschäftsmodell der Fluggesellschaften ab und von ihren Wettbewerbern. Laut Studie, können die Betreiber maximal ein Drittel ihrer Kosten weiter geben.
Und die Mehrkosten werden spürbar sein – über 45 Mrd. Euro zwischen 2011 und 2022 (und bis zu 44% höher, falls die Zertifikate versteigert werden) – das doppelte des Gewinns der europäischen Fluggesellschaften in den letzten Jahrzehnten.
Außerdem werde der Studie zu Folge, der Gewinn sinken, während die Kosten stiegen, da es sich beim Luftverkehr um eine preisabhängige Branche handele.
Die Studie kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass unabhängig der geographischen Reichweite des Systems, die europäischen Fluggesellschaften einen deutlichen Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu nicht-europäischen Fluggesellschaften haben werden.
Die Fluggesellschaften fordern daher die Kommission, den Rat und das Parlament auf, die Vorschläge zu überarbeiten, damit die Auswirkungen auf die Branche weniger nachteilig sind. Die Ausgangswerte und die Obergrenze müssten überdacht werden, so die Fluggesellschaften.
Ihrer Ansicht nach macht es keinen Sinn, 2004-2006 als Bemessungsgrundlage zu nehmen, da der Anwendungszeitraum (2011-2022) zu weit entfernt sei und 17 Jahre Wachstum außer Acht lasse. Dies zwinge die Industrie, Investitionen in Zertifikate vorzunehmen, obgleich Zertifikate umsonst vergeben würden.
Die Versteigerung der Zertifikate würde diese Situation weiter verschlechtern, da die Fluggesellschaften so für noch mehr Zertifikate zahlen müssten.



