Am 28. Juni 2007 haben die Umweltminister der EU einstimmig dem Plan der Kommission zugestimmt, wonach Autohersteller gezwungen würden, starke Kürzungen ihrer Fahrzeugemissionen umzusetzen. Sie konnten sich jedoch nicht einigen, wie genau die Last dieser Kürzungen auf die Hersteller von kleinen und großen Modellen verteilt werden sollte.
Dieser Streitpunkt trennt die europäische Autoindustrie: die französischen und italienischen Hersteller, die meist kleinere, kraftstoffärmere Modelle produzieren, auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Hersteller großer, luxuriöser Wagen. Letztere sind vor allem in Deutschland und dem Vereinigten Königreich angesiedelt, wie Mercedes, Audi, Porsche, BMW, Jaguar und Land Rover.
Während die Hersteller von Kleinwagen bereits auf dem Weg sind, die Zielvorgabe von 140 g/km für 2008 zu erfüllen und die strengen Standards auf alle Hersteller und die gesamten Produktionslinien anwenden wollen, ist es in den Augen der anderen nicht machbar, Hersteller größerer Wagen den gleichen Standards wie leichtgewichtigen Fahrzeugen zu unterwerfen.
Kohlenstoffemissionen von neu registrierten Wagen erreichten 2006 in Deutschland noch immer durchschnittlich 172,5 g/km. Die deutschen Autohersteller bestehen jedoch darauf, dass ihre Wagen lediglich den Bedürfnissen der Verbraucher nach größeren, sichereren und kräftigeren Wagen entsprächen und es unfair sei, sie dafür zu bestrafen.
Da die Minister sich nicht auf Vorschläge zur Lösung dieses Dilemmas hätten einigen können, würden sie dies dem Kommissionsvorschlag überlassen, sagte der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel, dessen Land die rotierende Ratspräsidentschaft bis Ende Juni 2007 innehat. Die Kommissionsvorschläge sollen bis Ede 2007 oder Anfang 2008 vorgelegt werden.
Während legte der Berichterstatter des Europaparlaments Chris Davies vor kurzem einen Bericht vor, der sich für eine „Aufgabenteilung zwischen den Herstellern“ ausspricht, indem getrennte Zielvorgaben für die einzelnen Modelle eingeführt werden sollen, je nach ihrer Größe und den kosten für eine Emissionsreduzierung. Damit soll der ‚großen Vielzahl an Verbraucherpräferenzen bei Personenwagen und die unterschiedliche Zusammensetzung der Produktpalette der Hersteller’ Rechnung getragen werden.
Auf der anderen Seite schlug der Europaabgeordnete vor, alle Wagen zu verbieten, die schneller als 162 km/h (25% weniger als die üblichen Grenzen in den EU-Staaten) fahren. Dieser Schritt würde das Ende für Sportwagen wie Porsche, Ferrari und Lamborghini bedeuten (EurActiv vom 26. Juni 2007).



