Während des Gipfels im vergangenen Jahr konnte keine Einigung gefunden werden. Der slowenische Premierminister Janez Jansa, dessen Land derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat, sagte nun, man schließe die Möglichkeit nicht aus, dass die Zielvorgaben verändert oder überarbeitet werden könnten.
Das Ziel, bis 2010 den Anteil der Biokraftstoffe im Verkehr von derzeit zwei Prozent auf zehn Prozent anzuheben, wurde während des Gipfels im vergangenen Jahr von den EU-Staats- und Regierungschefs selbst festgelegt. Es wurde ursprünglich als ein gutes Mittel erachtet, um den Regierungen und der Industrie einen Anreiz zu schaffen, in Biokraftstoffe zu investieren, um schließlich Europas Abhängigkeit von importiertem Öl zu vermindern und um einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel zu leisten.
Eine Fülle an Studien und Folgenabschätzungen wurde im vergangenen Jahr von einer Vielzahl von Instituten angefertigt. Sie warnen davor, dass eine Erhöhung der Biokraftstoffproduktion auf das vorgeschlagene Niveau mithilfe der gegenwärtigen Technologien – hauptsächlich beinhalten diese die Umwandlung von Nahrungs- und Futterpflanzen in Kraftstoffe – mehr negative als positive Folgen für die Umwelt haben könnte.
Eine Sorge ist, dass der Agrarsektor des urbaren Landes beraubt würde, die er benötigt, um den steigenden Lebensmittelbedarf zu decken – zu einer Zeit, in der die Erderwärmung bereits in vielen Gebieten zur Wüstenbildung geführt hat.
Zudem stellen viele Beobachter infrage, ob Biokraftstoffe im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen wesentliche Treibhausgasemissionssenkungen herbeiführen können (EurActiv vom 18. Januar 2008; 11. Dezember 2007; 11. September 2007; 27. Juli 2007).
Die Ankündigung, dass das Zehn-Prozent-Ziel überdacht werden könnte, ist ein deutliches Signal, dass die Mitgliedstaaten beginnen, die Warnungen Ernst zu nehmen.



