Laut der Kommission sollte die Überarbeitung der Richtlinie über die Kraftstoffqualität verhindern, dass etwa 500 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen werden - dies besonders durch die Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen. Es herrscht jedoch Uneinigkeit unter Stakeholdern und im Europaparlament über die Schlüsselelemente des vorgeschlagenen Textes.
Die niederländische Europaabgeordnete der sozialdemokratischen Fraktion, Dorette Corbey, die dafür verantwortlich ist, den Vorschlag im Parlament durchzudrücken, beabsichtigt, den Kommissionstext zu ergänzen; sie will rechtlich verbindliche Kriterien für die Herstellung von Biokraftstoffen einschließen – ein Schritt, von dem Corbey sagt, er sei wesentlich, um zunehmende Investition in umweltschädigende Biokraftstoffe, die eine Anhebung der Lebensmittelpreise, Abforstung und Wasserknappheit verursachen, zu vermeiden.
Während einer Debatte im Umweltausschuss des Europaparlaments am 13. September 2007 sagten Europaabgeordnete der EVP-ED jedoch, dass die Richtlinie über die Kraftstoffqualität der falsche Platz sei, um solche „Kriterien der Nachhaltigkeit“ zu verhängen. Dies würde in Konflikt treten mit ähnlichen Regelungen, die derzeit von der Kommission für eine gesonderte Richtlinie über die Förderung von Biokraftstoffen entworfen werden, und welche im Dezember 2007 vorgelegt werden sollen.
In Hinblick auf das Ziel, die Lebenszyklustreibhausgasemissionen bis 2020 um 10% zu senken, erhob keiner der Europaabgeordneten vollständig Einspruch. Es beleiben jedoch Zweifel bestehen, ob ein Ansatz zum Lebenszyklus notwendig sei, da 85% der Kraftstoffemissionen während der Verwendung des Brennstoffs entstehen, nicht während der Herstellung.
Diese Meinung wird von Europia, dem Verband der Ölindustrie, geteilt. Der Verband unterstützt, dass das zehn-Prozent-Ziel des Artikel 7a verworfen wird.
Europia betont, dass Ölhersteller und Raffinerien bereits unter das EU-Emissionshandelssystem fielen; dies sei eine ausreichende Garantie dafür, dass die Industrie sich bemühen werde, weniger CO2-Emissionen zu verursachen, und daher keine Notwendigkeit einer verbindlichen Rechtssetzung bestehe.
Europia erklärt weiterhin, dass der Lebenszyklus-Ansatz einen Nachteil für hoch modernisierte Raffinerien, die über komplexere Umwandlungsmethoden verfügten, darstelle, da diese oft energieintensiver seien. Dies würde letztendlich einen falschen Anreiz für die unvollständige und ineffiziente Umwandlung von Rohöl schaffen.



